Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nah dran | 02.11.2017 | Jetzt in der Mediathek Gut Abschied nehmen

Dreiviertel der Menschen wollen zu Hause sterben. Tatsächlich ist es nur jeder Fünfte. Wie ist ein Abschied in Würde möglich? Warum hilft es, sich schon früh mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen und auch mit Kindern offen darüber zu reden? Nah dran trifft Menschen, die darüber Auskunft geben können.

Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mein Ort zum Sterben

"Ich will zu Hause sterben!" Das sagen fast alle, die man zum Thema befragt. Aber was bedeutet das eigentlich im Konkreten? Ist es wirklich immer leichter, besser, schöner? Wie sehen das Menschen, die gerade mittendrin sind im Sterben oder Abschiednehmen?

Wir haben Betroffene und Palliativmediziner besucht und klärende, berührende, sehr persönliche Antworten bekommen.

Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Walter Gose pflegt seine demenzkranke Frau Anni zuhause. Seit einem Sturz vor vier Jahren ist sie bettlägrig. Eine Blutkrankheit schwächt sie nun zusätzlich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Walter Gose pflegt seine demenzkranke Frau Anni zuhause. Seit einem Sturz vor vier Jahren ist sie bettlägrig. Eine Blutkrankheit schwächt sie nun zusätzlich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Dreiviertel der Menschen wollen in den eigenen vier Wänden sterben. Tatsächlich ist es nur jeder Fünfte. Die Gründe sind vielfältig: Manchmal wird der Moment verpasst, eine Behandlung zu stoppen. Manch Sterbender wünscht sich am Ende doch professionelle Hilfe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Werner Strauchmann aus Bad Lauchstädt hat keine Berührungsängste mit dem Tod mehr. Der Katholik erlebte, wie seine Großeltern und seine Eltern starben. Als seine Frau Monika im Mai den Kampf gegen den Krebs aufgeben und zu Hause sterben wolle, stand er ihr zur Seite. Sie mit all ihren Schmerzen zu begleiten, war schlimm, dennoch möchte er die Erfahrung nicht missen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
"Ich stand am Giebelende und mit einmal, drei große Atemzüge und der Moment war da, sie war eingeschlafen. Ich hab' irgendwo auch eine Erlösung gefühlt." So erinnert sich Werner Strauchmann an den Moment, in dem seine Frau gestorben ist. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Unterstützt wird Walter Gose von Palliativschwester Annett Lürken vom Elisabeth-Krankenhaus in Halle. Ihre Arbeit ändert nichts daran, wieviele Tage Anni Gose noch bleiben. Aber sie hilft, die verbleibende Zeit so lebenswert und schmerzfrei wie möglich zu gestalten. Die richtigen Medikamente spielen dabei eine große Rolle. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Vor fünf Monaten kam Anni Gose nach Hause, die Ärzte konnten nichts mehr für sie tun. Seitdem kümmert sich der 86-Jährige um seine Frau und Mutter von vier Kindern. Ins Heim wollte er sie nicht schicken: "Das hat sie nicht verdient", findet er. Die Belastung ist groß. Doch er - der einstige Sportler - will auch diesmal kämpfen. Egal, was kommt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Das Palliativteam ist 24 Stunden erreichbar. Schwester Annett steht voll hinter ihrer Arbeit. Doch trotz aller Hilfen schaffen es nicht alle Angehörigen, die Pflege durchzuhalten. Oft sind die Symptome des Sterbens nur schwer zu ertragen. Wenn Pflegende nicht mehr könnne, hilft ein Palliativteam, einen anderen Ort für einen würdevollen Tod zu finden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Es sei nicht zwangsläufig würdevolleer zu Hause zu sterben, sagt Rolf Holy aus seiner Erfahrung als palliativmedizinisch tätiger Anästhesist. Der große Unterschied liegt für ihn darin, ob Angehörige die Kraft aufbringen, einen zu begleiten oder man den letzten Weg alleine gehen müsse. Das könne im Kranken haus aber auch zu Hause geschehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mein Ort zum Sterben - Nah dran-Reportage
Viele Pflegebedürftige sterben in Heimen, doch dort ist wenig Zeit für eine geeignete Sterbebegleitung. Diakon Reinhard Feuersträter, Klinikseelsorger am St. Elisabeth und St. Barbara-Krankenhaus in Halle sagt, die Art und der Ort des Sterbens seien sehr individuell. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (9) Bilder anzeigen

Autorin: Carolin Hillner

Wie sag ich's meinem Kinde?

Kinder und der Tod - wie soll das zusammen gehen? Kann und darf man mit Kindern darüber reden? Viele Eltern und Erzieher sind unsicher, was man den Kleinen zumuten kann. Die Erfahrung von denen, die den Mut aufbringen, ist sehr positiv. Kinder verstehen mehr vom Tod, als viele denken und sind sehr offen. Ängste haben eher wir Erwachsenen.

Ein Projekt des Leipziger Hospizes ADVENA richtet sich speziell an Kindergartenkinder und hilft, Ängste zu überwinden ab und das Leben in allen Facetten zu betrachten, dazu gehört eben auch das Ende.

Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
"Ich habe ein Klopfen gehört!" So sollte es sein! Aber was passiert, wenn das Herz nicht mehr schlägt? Im Kindergarten "Fröbelchen" in Leipzig geht es um Leben und Tod. Susan Graf vom Hospiz ADVENA in Leipzig spricht mit den Kindern ohne Umschweife darüber, was es bedeutet, tot zu sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
"Ich habe ein Klopfen gehört!" So sollte es sein! Aber was passiert, wenn das Herz nicht mehr schlägt? Im Kindergarten "Fröbelchen" in Leipzig geht es um Leben und Tod. Susan Graf vom Hospiz ADVENA in Leipzig spricht mit den Kindern ohne Umschweife darüber, was es bedeutet, tot zu sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
Schon seit drei Jahren geht Susan Graf regelmäßig in die Kindergärten der Stadt. Vorbehalte der Eltern kann die Trauerbegleiterin meist entkräften: "Wenn Kinder über die Dinge des Lebens Bescheid wissen, wenn sie sich auskennen, fühlen sie sich gestärkt." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
Reden sei besser als Schweigen, Klartext besser als schonende Worte, die Kinder nicht wirklich verstehen, findet Susan Graf. Erwachsene redeten meist nicht gern über das Sterben und den Tod. Doch wenn im Gespräch mit Kindern Synonyme wie "Einschlafen" oder "auf eine letzte Reise gegangen" verwendet würden, verstünden sie nicht, was gemeint sei, fühlten sich noch mehr verunsichert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
Simone Morgners jüngstes Kind starb vor drei Jahren an Leukämie. Die beiden acht und zehn Jahre alten Geschwisterkinder miterlebten, was mit ihrer kleinen Schwester passierte. Sie wussten von Anfang an über die Krankheit von Isabel Bescheid, besuchten sie im Krankenhaus und konnten so Abschied nehmen, erzählt Simone Morgner. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
Dennoch liegt der Tod von Isabel nicht wie ein bleierner Schatten über der Familie, verankert sind die schönen Momente und das Abschiednehmen. Für Anabel und Elias nehmen sich die Eltern viel Zeit, steckten dafür auch beruflich zurück. So versuchen die Morgners, das Grundvertrauen ins Leben wiederzufinden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
Dirk Morgner sagt mit Blick auf den Verlust und die Trauer um Isabel: "Es wird besser, aber ganz ausblenden kann man es nie." Aber als Familie "haben wir mehr richtig als falsch gemacht". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
Auch Kinder sollten auf den Umgang mit dem Tod vorbereitet sein. Dabei helfen Rituale. In der Kita "Fröbelchen"erfahren die Kinder von Susan Graf auch, wie man Abschied nehmen kann. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
Die Kinder setzen einen Grashüpfer bei: "Lieber Grashüpfer, tut mir leid, dass du gestorben bist. Und hoffentlich hast du viel Glück bei deinen neuen Freunden unter der Erde." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kinder und der Tod - Nah dran-Reportage
450 Leipziger Vorschüler konnten das Projekt des Hospizes bisher kennenlernen. Susan Graf spricht von Rückmeldungen, in denen Eltern sagen, sie seien dankbar, das Projekt komme genau richtig, Oma oder Opa seien gestorben. So habe ihr Kind eine Chance, über die Gefühle zu sprechen. Für sie habe der Tod ein bisschen von seinem Schrecken verloren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (9) Bilder anzeigen

Autorin: Elke Thiele

Ruhe in den Schweizer Alpen

Blick in ein schweizer Tal
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Deutschland herrscht - noch - Friedhofszwang. Konkret bedeutet das, dass man nur auf einem dafür ausgewiesenem Platz beerdigt werden darf. Die Asche verstreuen, die Urne zu Hause aufzubewahren oder im eigenen Garten zu bestatten - das geht hierzulande nicht.

Wer mehr Freiheit möchte beim Abschiednehmen, ist auf Umwege angewiesen. Einer führt über die Schweiz.

Letzte Ruhe in den Schweizer Alpen - Nah dran-Reportage
Dietmar Kapelle ist auf dem Weg zu einer Bestattungswiese in Beatenberg mitten in der Schweiz. Ausgerüstet mit Grabegabel, im schwarzen Jutesack trägt er eine Urne. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Letzte Ruhe in den Schweizer Alpen - Nah dran-Reportage
Dietmar Kapelle ist auf dem Weg zu einer Bestattungswiese in Beatenberg mitten in der Schweiz. Ausgerüstet mit Grabegabel, im schwarzen Jutesack trägt er eine Urne. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Letzte Ruhe in den Schweizer Alpen - Nah dran-Reportage
Bei Dietmar Kapelle werden jedes Jahr etwa 1.600 Naturbestattungen gebucht. Tendenz steigend. Die Gemeinde Beatenberg hat nichts dagegen. Präsident Grossniklaus sagt, Sterben sei menschlich und wenn sich einer einen so schönen Ort aussuche, um seine letzte Ruhe zu finden, "sind wir doch geehrt". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Letzte Ruhe in den Schweizer Alpen - Nah dran-Reportage
Die Urnen an Angehörige auszuhändigen, ist in Deutschland streng untersagt. Kauft man aber einen Grabplatz in der Schweiz, dann gilt Schweizer Recht und danach bekommt man die Asche des Angehörigen persönlich überreicht, wenn man will. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Letzte Ruhe in den Schweizer Alpen - Nah dran-Reportage
Meistens werden die Urnen aus Deutschland mit der Post geschickt. Dietmar Kapelle sieht darin nichts Unnatürliches. "Das ist die Materie von uns Menschen, das ist gemahlenes Knochengranulat." Die Asche sei bestimmt zehnmal sauberer als jede Türklinke, die wir anfassen, denn kremiert werde bei über 800 Grad "und da sind wir ganz rein." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Letzte Ruhe in den Schweizer Alpen - Nah dran-Reportage
Seine letzte Ruhe in der Schweiz oder überhaupt in der Natur zu finden, hält Dietmar Kapelle also durchaus für eine gute Idee: "Die Asche ist ein guter Nährstoff für die Natur." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (5) Bilder anzeigen

Annäherung an einen Unbekannten

Der Tod ist für junge Menschen noch so weit weg. Das eigene Ende wird zur Seite geschoben, das ist kein Thema. Oder? Wer früh mit dem Sterben konfrontiert wird, Eltern, Geschwister oder Freunde verloren hat, denkt vielleicht doch das ein oder andere Mal daran.

Wie ist das, wenn ich tot bin? Wo soll ich dann sein? Unsere Autorin macht sich auf die Suche nach ganz persönlichen Antworten.

Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
"Ich fand den Tod immer irgendwie unheimlich, wollte ungern darüber reden", sagt Nah dran-Autorin Nadja Mönch. "Doch dann kam er im letzten Jahr gleich mehrfach in mein Leben." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
"Ich fand den Tod immer irgendwie unheimlich, wollte ungern darüber reden", sagt Nah dran-Autorin Nadja Mönch. "Doch dann kam er im letzten Jahr gleich mehrfach in mein Leben." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
Die junge Frau beginnt, über den Tod nachzudenken, auch über den eigenen und trifft sich mit einer Bestatterin, mit Hedwig Portner, die schon viele Beerdigungen ausgerichtet hat, "klassische" und ausgefallene. Auch dass jemand bereits vor seinem Tod die eigene Beerdigung mit ihr planen möchte, findet sie nicht ungewöhnlich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
Hedwig Portner scheint auf jede Frage vorbereitet. Wem die Traueranzeige in der Zeitung zu altmodisch vorkommt, dem empfiehlt sie, eine Whatsapp-Gruppe zu eröffnen, so könnte alle Ideen einfließen lassen, aus der Beerdigung würde so eine "Lebensfeier", sagt sie und hat auch gleich Bilder auf dem Handy parat vom Ort der Zeremonie. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
In ihrem Bestattunsunternehmen kann eine Auswahl an Urnen besichtigt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
Auch Grabsteine stehen zur Ansicht bereit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
Mit solchen Grabsteinen kann Nadja Mönch nicht viel anfangen? Wie ist es, wenn man sich überhaupt keine "Gedenkstätte" vorstellen kann? Aber soll es wirklich eine Beisetzung in aller Stille ohne Trauerredner in einer anonymen Urnengemeinschaftsanlage sein? All diese Gedanken gehen ihr durch den Kopf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
Nadja Mönch besucht mit Hedwig Portner schließlich eine Friedwald-Anlage in der Nähe von Leipzig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
In solch einer Friedwald-Anlage kann man einen Baum für 99 Jahre kaufen, daran hängt dann ein kleines Gedenkschild. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
Am Ende fragt Nadja Mönch die Bestatterin Hedwig Portner,warum sie diesen Beruf gewählt habe, ob sie eine besondere Beziehung zum Tod habe? Hedwig Portner erzählt. sie habe früh ihren Vater verloren, aber nicht beerdigen können, da er im Ausland gestorben sei. Später sei ein Großteil ihrer Familie im Bosnien-Krieg umgekommen, und wieder habe sie von keinem Angehörigen Abschied nehmen können: "Ich war auf keiner einzigen Beerdigung!" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Annäherung an einen Unbekannten: den Tod - Nah dran-Reportage.
Für Nadja Mönch ist der Tod - jetzt da sie über ihren eigenen Abschied nachgedacht hat - etwas weniger unheimlich. Unter Baumwipfen begraben zu sein, könnte sie sich gut vorstellen. Aber erstmal will sie leben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (10) Bilder anzeigen

Autorin: Nadja Mönch

Wo der Hund begraben liegt

Auch Bestattungen unterliegen Trends. Was früher der Sarg war, ist heute die Urne. Friedwälder ersetzen zumindest teilweise die klassischen Friedhöfe. Und die Haustiere? Was ist eigentlich mit denen? Krematorium ist das eine. Tierfriedhöfe ein anderer Trend. Und seit Neuestem dürfen Hund und Katz zu Herrchen mit ins Grab. Als Beigabe.

Wie und wo klären wir bei "Nah dran".

Wo der Hund begraben liegt
Im tiermedizinischen Versorgungszentrum Magdeburg: Klaus Kutschmann untersucht Shiva nach der Operation. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
Im tiermedizinischen Versorgungszentrum Magdeburg: Klaus Kutschmann untersucht Shiva nach der Operation. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
Auf dem städtischen Friedhof in Magdeburg-Buckau können Tier und Mensch nun gemeinsam bestattet werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
Annekatrin Barth vom Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg weiß, dass die Meinungen zum Thema auseinandergehen. Aus diesem Grund seien die Tier-Mensch-Gräber etwas abseits und unter Bäumen angelegt worden. Vorgesehen seien in lockerer Anordnung neun Grabstellen, allerdings handele es sich um einen Begräbnisplatz ausschließlich für Urnen, vier pro Grabstelle hätten Platz. Zu pachten für 20 Jahre und 1.200 Euro. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
In Magdeburg kommt man wie schon an fünf anderen Orten in Deutschland dem Trend nach, dass Menschen sich mit ihrem Haustier bestatten lassen möchten. Gerade in den letzten Lebensjahren sind sie für viele zum Partnerersatz geworden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
Einen Platz der Erinnerung hatten viele bislang nur auf dem Tierfriedhof. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
Tier-Mensch-Bestattungen waren in grauen Vorzeiten nichts Ungewöhnliches, wie ein Blick ins Museum für Vorgeschichte in Halle zeigt. Die Archäologen zeigen uns dort ein riesiges Grab, in das man vor rund 5.000 Jahren einen reichen Mann nebst sieben Rindern legte. Außerdem dort zu sehen: Einem toten Säugling wurden ein Pferd und ein Hundewelpe mitgegeben, als Begleiter und Beschützer. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
Tierarzt Klaus Kutschmann weiß durch seine Arbeit, wie eng die Bindung zwischen Mensch und Tier sein kann. Als sein eigener Hund vor einem dreiviertel Jahr starb, stand er vor der Frage, wohin mit dem geliebten Tier. Er findet, dass es die Möglichkeit geben sollte, Tier und Mensch gemeinsam zu bestatten. So brachte er die Idee schließlich in den Stadtrat ein. Inzwischen wurde seinem Antrag stattgegeben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
Tierbestatter Falk Seuthe aus Magdeburg weiß, dass die meisten, di lange Jahre mit einem Haustier lebten, es unerträglich fänden, ihr Tier in einer Tierkörperbeseitigung zu lassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wo der Hund begraben liegt
Die Kirchen haben prinzipiell nichts gegegn eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier. Albrecht Steinhäuser, Beauftragter der Evangelischen Kirchen Sachsen-Anhalt, meint dazu: "Wenn es eine enge Beziehung zwischen Mensch und Tier gegeben hat, dann sehe ich da kein Problem darin, wenn sichergestellt bleibt, dass nicht das Tier der bessere Mensch ist, oder genauso zu behandeln ist wie ein Mensch." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (9) Bilder anzeigen

Autorin: Katharina Beck