Nah dran - Das Magazin | 25.06.2020 | In der Mediathek Wer wir sind: Auf der Suche nach den Wurzeln

Wie wir leben, was wir fühlen und wie wir handeln - das hat mit unserer Herkunft zu tun. "Nah dran" stellt Menschen vor, die sich auf die Suche gemacht haben: nach Familie und Wurzeln, nach Heimat und Geborgenheit.

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Nah dran Do 25.06.2020 22:40Uhr 26:14 min

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Zurück zu den Wurzeln - Wenn das Heimweh zu stark wird

Fanny Bracke
Hat sich woanders nie angekommen gefühlt: Fanny Bracke. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fanny Bracke ist 18 Jahre jung, als es sie in die große, weite Welt zieht. Viele Jahre ist sie fern der Heimat, bis nach Neuseeland verschlägt es sie. Dass dem Fernweh irgendwann das Heimweh folgen sollte, hat sie anfangs nicht vermutet. Im Gegenteil, sie denkt an einen Abschied für immer. Doch an allen Orten bleibt stets ein zweifelndes Gefühl: Ist das der richtige Platz zum Leben?

Heute wohnt die 34-Jährige wieder in ihrem Heimatort Reichenbach in der Oberlausitz. Ihre Wohnung ist nur ein paar Meter von ihrem Elternhaus entfernt. Mit einer kleinen Manufaktur für Intarsienkunst hat sie sich selbständig gemacht. Ihre ständigen Zweifel sind endlich weg, sie weiß nun, sie ist angekommen.

Ich fühle mich hier wahnsinnig wohl, ich liebe die Oberlausitz. Dann sind das Herz und die Seele glücklich.

Fanny Bracke
Eine Frau sitzt auf einem Stuhl in einem Garten.
Jenny Böhme hat nun alles wieder an einem Ort: Arbeit, Familie, Erinnerungen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch Jenny Böhme kehrt zurück in ihre Heimat, Rothenburg in der Oberlausitz. Weggegangen war sie nach dem Abitur, weil es in der Region für sie keine Perspektive gab. Sie studiert, gründet eine Familie, hat nahe Darmstadt ein Haus und tolle Freunde. "Aber irgendwie war da immer dieses Gefühl in der Brust: Es ist nicht die Heimat", blickt die dreifache Mutter zurück. Es ist die Nähe zu den Eltern, die Jenny und ihrem Mann fehlt, und die Sehnsucht nach den Orten der Kindheit.

Heimat ist der alte Schleichweg, den ich mit meiner Tochter jetzt in den Kindergarten fahre, Gerichte, die man in seiner Kindheit isst und mit schönen Erinnerungen verbindet. Ja, das ist Heimat.    

Jenny Böhme

Schweres Erbe - Der Dynastie verpflichtet?

Jugendlichen von heute steht in Sachen Berufswahl die Welt offen. Doch wie ist es, wenn in einer Familie schon seit Jahrhunderten ein Beruf quasi "vererbt" wird?

Teja Begrich, Pfarrer in Mühlhausen
Pfarrer Teja Begrich vor seinem Schreibtisch - ein Erbstück, das in der Familie für eine erste Pfarrstelle weitergegeben wird. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In der Familie Begrich waren die letzten 7 Generationen alle Pfarrer. Teja Begrich kennt es nicht anders. Nun stellt er sich die Frage: Was werden meine Kinder machen? Teja Begrich selbst ist seit 16 Jahren Pfarrer und Seelsorger in Mühlhausen. Doch Pfarrer war anfangs gar nicht sein Berufswunsch. Erst nach einer Berufsausbildung studierte er schließlich doch noch Theologie. Ob das Arbeiten an Feiertagen oder steter Ansprechpartner für Gemeindemitglieder - was auf ihn als Pfarrer zukommt, wusste er von Anfang an.

Ich habe die Lebenswelt, in der ich aufgewachsen bin, in mein eigenes Leben verlängert. Vielleicht ist das ein bisschen bequem, aber ich habe so einen ähnlichen Weg dann gesucht und übernommen.

Teja Begrich

Verheimlichte Adoption - Wie eine Lüge das Leben zerstören kann

Lothar Steffens
Schockert über Adoption: Lothar Steffens. Bildrechte: MDR/RBB

Bei der Diakonie in Berlin-Wilmersdorf sorgt sich eine Selbsthilfegruppe um Menschen, die als Erwachsene erfahren haben, dass sie adoptiert wurden. Geleitet wird die Gruppe vom 57-jährigen Lothar Steffens. Der Berliner hat selbst erst mit Anfang 30 aus dem Familienbuch erfahren, dass er mit 3 Monaten adoptiert wurde. Er war schockiert und begannt nachzuforschen, wer seine leiblichen Eltern sind.

Dabei deckt er Erstaunliches auf: Sein Adoptivvater ist auch sein leiblicher Vater. Doch warum ist Lothar Steffens als einziger der Familie evangelisch, während alle Verwandten um ihn herum katholisch sind? Und wieso hat ihn sein Vater nicht über die Adoption aufgeklärt? "Der späteste Zeitpunkt, an dem man einem Kind sagen sollte, dass es adoptiert ist, das ist beim 18. Geburtstag", ist Lothar Steffens überzeugt. Warum also diese Lebenslüge?

Ein Adoptierter hat ein Recht auf die Wahrheit.

Lothar Steffens

Abenteuerreise - Warum wir nach unseren Ahnen suchen

Nadja Mönch
Vertieft in der Spurensuche: Nadja Mönch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unsere Autorin Nadja Mönch kommt aus dem Schwarzwald. Schon immer hat sie eine ausgeprägte Affinität zu Frankreich. Sie fragt sich: Woher kommt die? Hat sie vielleicht französische Vorfahren? Sie beginnt, nach ihren Wurzeln zu forschen. In Dresden trifft sie Ronny Steinecke vom Dresdner Verein für Genealogie. Von dem jungen Hobbygenealogen erfährt sie, wie Ahnenforschung heute betrieben wird.

Sie wendet sich auch an die Deutsche Zentralstelle für Genealogie in Leipzig. Hier kann jeder im Archivgut auf die Suche nach Vorfahren gehen, auch im digitalen Archivbestand. Und auch Nadja Mönch wird fündig, doch anders als erwartet.

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