Nah dran - das Magazin | 23.04.2020 | Jetzt in der Mediathek Probleme meistern – Wie stark sind wir in schweren Zeiten?

Probleme anpacken, meistern – schwere Zeiten durchstehen – die einen schaffen das, andere zerbrechen daran. Wie können wir mehr Widerstandskraft bekommen? Die Wissenschaftler nennen das Resilienz – wird man mit dieser Fähigkeit geboren oder kann man sie auch im Laufe des Lebens erwerben?

Wer besteht und wer zerbricht?

Wenn wir das Leid anderer sehen, Reportagen über Schicksalsschläge, Dramen von Krankheit oder Krieg – dann steht auch die Frage im Raum, wie man selbst mit solchen Erfahrungen umgehen würde. Zerbricht man? Wird man stärker? Warum gibt es die einen, die aus solchen Schlägen Kraft schöpfen? Und die anderen, die nie wieder auf die Beine kommen? Nah dran sprach mit Frau Prof. Heike Ohlbrecht darüber, ob man seelische Widerstandskraft im Laufe des Lebens erwerben kann oder nicht.

Der fatale erste Eindruck

Leben mit einem Feuermal.
Frank Frydrych will seinen "Makel" loswerden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Frank Frydrych kennt sie gut, die Blicke, die sagen: Was hat der denn da im Gesicht? Er kam mit einem Feuermal zur Welt, mit dem Erwachsenwerden wuchs auch das Mal. Für ihn gehörte es zu seinem Körper, aber für Fremde war es ein Makel. Und das verunsicherte Frank zusehends.

Auch wenn er weiß: Es gibt Menschen, die darauf nicht achten, die einen zweiten Blick zulassen, die ihn nicht verurteilen – er will das Mal loswerden. Mit einem Laser könnte das gehen – doch das verursacht große Schmerzen.

Lachen gegen Stress

Menschen lachen gemeinsam bei einem Yoga-Kurs.
Beim Lach-Yoga-Kurs Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist die Leistungsgesellschaft, die die Richtlinien an den Einzelnen aufstellt. Funktionieren als Credo, sonst ist man raus. Und selbst durch die Freizeit zieht sich diese Anforderung wie ein roter Faden: der perfekte Urlaub, die perfekten Kinder, das perfekte Essen – Anspannung und Stress folgen. Doch wie gehe ich damit um? Und woher bekomme ich Lockerheit und ein freies Körpergefühl? Nah dran hat einen Lach-Yoga-Kurs besucht und erfahren, dass für manche Teilnehmer darin der Schlüssel zur Entspannung liegt.

Schluss mit Alkohol – der Tag, an dem ich aufhörte zu trinken

Ein Mann sitzt in einem Wohnzimmer.
Lutz Böhme will nun trocken bleiben Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es war eine der schwersten Entscheidungen, die Lutz B. je getroffen hat: Er beschloss, dem Alkohol zu entsagen. Denn einerseits ist Alkohol der Feind, der die Ehe und die Gesundheit zerstört, gleichzeitig aber auch der beste Freund, der tröstet, beruhigt, der immer da ist. Und das soll nun alles vorbei sein? Es muss vorbei sein. Lutz B. hat sich entschieden, den Rest seines Lebens trocken zu bleiben. Zwei Ereignisse im Leben führten ihn zu diesem Entschluss. Und immer an seiner Seite ist seine Frau Kerstin, ohne die er beide Wendepunkte nicht geschafft hätte. "Man lebt jetzt ganz anders", sagt Lutz B. stolz.

Ist es egoistisch, für Gott zu werben?

Ronny Kropf leitet in Ilmenau den Wohngebiets-Treff "Lichtblick". Auf den ersten Blick Sozialarbeit: Menschen zusammenbringen und ihnen Hilfe und Orientierung im Alltag bieten. Doch für Ronny Kropf ist die wichtigste Botschaft: die Liebe zu Gott. Er missioniert. Zum einen, weil er selbst durch den Glauben von Drogen losgekommen ist. Zum anderen, weil er glaubt, dass es Gott gefällt. Wie uneigennützig ist sein Handeln dann aber?

Glatzköpfiger Mann
Ronny Kropf und die Liebe zu Gott Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist keine Bedingung, an Gott zu glauben, um hierher zu kommen. Es ist auch keine Bedingung für mich, um sie lieb zu haben. Für mich ist es wichtig, dass sie hier ein Zuhause haben. Das allerbeste ist natürlich, wenn sie Christen werden.

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