Nah dran | 21.05.2020 | in der Mediathek Promi, Playboy, frommer Pilger

Giuseppe "Pino" Fusaro war Nürnbergs Vorzeige-Italiener. Als Sohn kalabrischer Einwanderer 1962 in Franken geboren, hatte der heute 56-Jährige schon früh alles, wovon er als Gastarbeiterkind immer geträumt hatte: ein glamouröses Leben, Erfolg als Gastronom, viel Geld und viele Frauen. Warum heute sein Leben etwas anders aussieht, davon erzählt die "Nah dran"-Reportage.

"Ich hatte alles in meinem Leben, die schönsten Frauen, die tollsten Autos, viel, viel Geld. Ich war unterwegs auf den schönsten Plätzen der Welt, und trotzdem war immer irgendwie eine Leere in mir. Und dann habe ich mich auf die Suche gemacht."

In Finisterre, am westlichsten Zipfel Spaniens, fühlt sich Pino Fusaro endlich angekommen, fühlt Ruhe und Frieden. Von seinem glamourösen Leben in Nürnberg ist ihm so gut wie nichts mehr geblieben. Er ist glücklicher denn je, doch noch lange nicht bei sich angekommen.

Ein Getriebener auf der Suche nach dem Glück

40 Jahre hat Pino Fusaro nichts ausgelassen in seinem Leben. Er beginnt seine Karriere als Kleinkrimineller und wird über Jahre mit über zehn Lokalen der Gastro-König in Nürnberg. Schließlich hat er 50 Mitarbeiter und mehrere Tausend Euro Umsatz am Tag. Er sei damals ein Getriebener auf der Suche nach dem Glück gewesen, gesteht Pino.

Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs trifft Pino 1998 auf den Dalai Lama. Das ist der Auslöser, sich intensiv mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen: "Im Buddhismus lernt man Karma. Karma heißt Handlungen. Und es geht darum, sein Leben zu verändern. Ursache und Wirkung. Ursachen schaffen, die dann Wirkungen haben."

Dann war es für mich klar: Ich will glücklich sein, ich will Frieden haben, ich will, dass es mir gut geht. Damit es mir gut geht, muss ich auch Ursachen schaffen, die dann diese Auswirkungen haben, die ich mir wünsche. Also habe ich angefangen zu helfen, wo es nur geht.

Giuseppe Fusaro
Bis heute kehrt Pino Fusaro immer wieder zurück nach Finisterre. Bildrechte: MDR/BR/Giuseppe Fusaro

Pino beginnt, sich um Bedürftige zu kümmern. In aller Welt startet er Hilfsprojekte. Doch glücklich fühlt er sich noch immer nicht. Schließlich stellt er sich die Frage: "Pino, was willst du, äußeren oder inneren Reichtum? Naja, ich dachte: Eigentlich inneren Reichtum, denn ich will ja erleuchtet werden."

Pino gibt seine Restaurants auf und macht eine Pilgerreise. Zurück in Deutschland, hin- und hergerissen zwischen Buddhismus und Christentum, findet er keinen Halt mehr. Pino wird depressiv, kommt in die Psychiatrie und versucht, sich das Leben zu nehmen. Doch dann findet der stete Sinn- und Glückssucher ganz unerwartet etwas, wofür es sich wirklich zu leben lohnt. Buchstäblich in letzter Minute.

Giuseppe Fusaro
Pino ist noch einmal zu einer Reise aufgebrochen - nach Israel. Bildrechte: MDR/BR/Giuseppe Fusaro

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Nah dran | 21. Mai 2020 | 05:19 Uhr

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