Reportage Noch einmal glücklich sein - Der Wünschewagen

Film von Andreas Graf

Sie erfüllen todkranken Menschen einen letzten Wunsch: Noch einmal das Meer spüren, noch einmal zu ihrem Lieblingsort. Das Wünschewagen-Team um Christopher Loos ist in Hessen ehrenamtlich unterwegs.

Auf einer schwimmenden Plattform auf einem See steht eine Frau und vollführt Kunststücke mit Feuer. Am Ufer sitzen ein Kind und ein junger Mann und schauen zu.
Bildrechte: HR/MDR

Jennifer Messing hat nur noch wenige Tage zu leben. Die 27-jährige hat Gebärmutterkrebs. Vor einer Woche hat sie ihren Mann geheiratet. Sie hätte so gerne mit ihm noch eine Hochzeitsreise gemacht, ans Meer. Doch dafür ist sie zu schwach. Von ihrem Herzenswunsch hatte sie ihrem Mann Karsten immer wieder erzählt, sodass er das Team vom ASB-Wünschewagen in Wiesbaden anrief. Das Paar hatte Glück, der Wünschewagen kann ihren Wunsch erfüllen. 35 Menschen unterstützen das Projekt ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Hochzeitsreise zum See

So auch Malte Gohr und Christopher Loos. Sie erfüllen todkranken Menschen den letzten Wunsch. Auch den von Jennifer. Gemeinsam mit ihrer Familie fahren sie zum Edersee. Er liegt nur wenige Kilometer vom Hospiz entfernt. Dort kann Jennifer noch einmal ihre Füße ins Wasser halten, genauso wie sie sich dies gewünscht hat. Für einen Hochzeitstanz hatte sie am Tag ihrer Trauung keine Kraft. Jetzt am See sollen Künstler um das junge Brautpaar tanzen mit Fackeln zu einer Musik, die sich Jennifer und Karsten ausgesucht haben.

Die Fahrt zum Edersee soll ihre Hochzeitsreise sein und wird ihr letzter gemeinsamer Ausflug. Christopher Loos und Malte Gohr sind fast jede Woche unterwegs, um Schwerkranken und deren Angehörigen Freude und Glück zu schenken.

Kleine Wünsche

Noch einmal den Flughafen sehen oder noch einmal einen Wein am Rhein trinken oder einfach nur noch mal nach Hause kommen. Der Polizist und der Rettungssanitäter machen es möglich.

Ganz viele wünschen sich, auch einfach nochmal nach Hause zu kommen, also die von der Palliativstation, die vom Hospiz kommen. Die haben gar nicht mehr die Möglichkeit gehabt, nach Hause zu fahren. Die wollen einfach nochmal heim und sich ihr Zuhause nochmal anschauen.

Petra Gehrmann, Wünschewagen-Team

Das Wünschemobil ist ein umgebauter Rettungswagen mit medizinischen Geräten. Die Reisen sind kostenlos. Das Projekt finanziert sich ausschließlich mit Spenden und Sponsoren. Deutschlandweit gibt es inzwischen zehn solcher Wünschewagen. Videojournalist Andreas Graf durfte mehrfach mitfahren und Sterbende, Angehörige und Wunsch-Erfüller an diesem wichtigen Tag begleiten. Eine emotionale Reportage, die zeigt, wie wichtig solche Projekte auch für die Angehörigen sind, die so ihre todkranken Liebsten noch einmal glücklich sehen können.

YouTuber Philipp Mickenbecker mit Video
"Wenn man mich so sieht, gehen viele nicht davon aus, dass ich im Moment so einen großen Tumor habe und mein Leben eventuell jederzeit vorbei sein könnte", sagt YouTuber Philipp Mickenbecker. Bildrechte: WDR/NDR

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