Weiterer Stollen im Steinbruch von ehemaligem KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar entdeckt (Entdeckung am 07.10.19)
Bildrechte: MDR/Holger John

MDR | 08.10.2019 Weiterer Stollen in Steinbruch von KZ Buchenwald bei Weimar entdeckt

Im Steinbruch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar ist ein zweiter, bislang verborgener Stollen entdeckt worden.

Weiterer Stollen im Steinbruch von ehemaligem KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar entdeckt (Entdeckung am 07.10.19)
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Der Zugang zu dem unterirdischen Hohlraum ist bei wissenschaftlichen Untersuchungen auf dem Areal am Montag, 7. Oktober 2019, freigelegt worden.

Nach Angaben der Archäologin Dr. Karin Sczech vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gibt es Hinweise, dass dieser Stollen im Vergleich zu dem am 2. Oktober entdeckten Stollen weiter ausgebaut worden ist. Anscheinend sei dieser Stollen innen ausgemauert worden, sagte Sczech MDR THÜRINGEN. Das hätten erste Einblicke durch das am Montag freigelegte Loch ergeben. Ihren Angaben zufolge soll der Zugang zum Stollen am heutigen Dienstag, 8. Oktober, so weit freigelegt und gesichert werden, dass er begangen werden kann.

Dr. Karin Sczech vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie im Steinbruch von ehemaligem KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar nach der Entdeckung eines weiteren Stollens am 07.10.19
Dr. Karin Sczech vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Bildrechte: MDR/Holger John

In einem benachbarten Hang war bereits am 2. Oktober ein etwa zehn bis 15 Meter langer unterirdischer Stollen entdeckt worden. Dieser wurde s-förmig in den Berg getrieben, was eine mögliche geplante Nutzung als Luftschutzbunker vermuten lässt. Welchem Zweck der nun entdeckte weitere Stollen diente, ist noch unklar.

Die Stollen waren in der Endphase des Konzentrationslagers Buchenwald im Frühjahr 1945 im Steinbruch angelegt worden. Die SS hatte sie von Häftlingen des KZ graben lassen. Die US-Armee hatte nach der Befreiung des Lagers im April 1945 zwei dieser Stollen geöffnet und darin tonnenweise Raubgut der SS geborgen, das unter anderem aus dem Vernichtungslager Auschwitz stammte.

Am 1. Oktober war unter fachlicher Verantwortung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie und der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ein wissenschaftliches Projekt im Steinbruch von Buchenwald begonnen worden. Es soll Klarheit über mutmaßliche, künstlich angelegte unterirdische Hohlräume bringen. Das Projekt wird vom MDR begleitet.

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 11:44 Uhr