MDR | 14.10.2020 Mythos und Faktencheck – 20 Jahre Wölfe in Deutschland: „Woche der Wölfe“ im MDR

Das Jahr 2000 in der Lausitz: Mit Kötel und Tapsen finden sich eindeutige Spuren im Sand – hier gibt es erstmals wieder Wolfswelpen, seit Isegrim vor über 100 Jahren in Deutschland ausgerottet wurde. Vom 16. bis 25. Oktober dreht sich im MDR alles um die Rückkehr der Raubtiere und dem Leben mit ihnen – die „Woche der Wölfe“ im Radio, Fernsehen und im Netz.

Ein Wolf durchstreift eine winterliche Landschaft.
Bildrechte: dpa

Der Wolf – Märchengestalt und Jäger, faszinierend und angsteinflößend. Viele Mythen ranken sich um ihn. 20 Jahre nach dem Wiederauftauchen der Wölfe in der Lausitz geht der MDR auf Spurensuche. Aus der ersten Wolfsfamilie sind heute 105 Rudel geworden, die sich über halb Deutschland ausgebreitet haben.

Automatisch auslösende Kameras ermöglichen heimliche Einblicke ins Familienleben der Wölfe. Tierfilmer Sebastian Koerner nimmt sich viel Zeit, die „Filmfallen“ gut zu verstecken.
Einblicke ins Familienleben der Wölfe. Tierfilmer Sebastian Koerner nimmt sich viel Zeit, die „Filmfallen“ gut zu verstecken. Bildrechte: MDR/Längengrad Filmproduktion/Sebastian Koerner

Am 18. Oktober zeichnet „Die Wolfsaga“ von Sebastian Koerner und Herbert Ostwald die Ankunft und Ausbreitung der Wölfe in Deutschland nach – zu sehen um 22.50 Uhr im MDR-Fernsehen. Tierfilmer Sebastian Koerner hat sich seit dem Auftauchen der ersten Tiere im Jahr 2000 dem Thema verschrieben: „20 Jahre Wolfserfahrung in der Lausitz zeigen: Mensch und Wolf können in Deutschland gute Nachbarn sein. Dazu muss der ‚böse Wolf‘ als finsterer Mythos enttarnt und in den Köpfen der Menschen durch Wissen um die wahre Natur Isegrims ersetzt werden.“

Nachdem der Wolf Jahrhunderte lang vom Menschen bejagt wurde, verloren sich vor gut 100 Jahren seine letzten Spuren. Das Bewusstsein für die Rolle des Wolfes im ökologischen Gleichgewicht fehlte. Dabei sind Wölfe ganz entscheidend für eine gesunde Population von Wildschweinen, Hirschen und Rehen.

Auch heute ist der Wolf ein angstbesetztes Wesen. Unkenntnis sorgt nach wie vor für Spekulationen, Menschen tragen Sorge um Leib und Leben – ganz wie im Märchen. Übergriffe auf Schafherden und Kälber finden Widerhall in negativen Schlagzeilen und schüren Ängste. Was also ist Mythos und was Realität? Der MDR geht diesen Fragen in seinem trimedialen Programmschwerpunkt „Die Woche der Wölfe“ auf den Grund.

Ab 16. Oktober gibt es vielfältige Informationen rund ums Thema unter mdr.de/woelfe. MDR WISSEN legt dabei den Fokus auf zwei Aspekte: Es wird einerseits die Rolle des Wolfs im Ökosystem beleuchtet und damit eine neue Perspektive auf die Diskussion rund um das Zusammenleben zwischen Wolf und Mensch eröffnet. Zum anderen werden Geschichten von Wolfsbegegnungen erzählt und Hilfestellungen gegeben, wie sich „Wolfsunkundige“ verhalten sollten.

Ein weißer Herdenschutzhund sitzt etwas oberhalb einer dahinziehenden Schafsherde.
Dokumentarfilm "Wölfe und Herdenschutzhunde - Ungleiche Brüder" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am 18. Oktober zeigt das MDR-Fernsehen um 9.30 Uhr den mit dem Prize oft the Mayor of Opava City ausgezeichneten Dokumentarfilm „Wölfe und Herdenschutzhunde – ungleiche Brüder“.

MDR-Redaktionsleiterin „Natur und Entdeckungen“ Christina Herßebroick: „Der Wolf ist in dieser Woche überall im MDR präsent: Vom Tierfilm ‚Die Wolfsaga‘ über Gespräche mit Experten bei MDR Sachsen – Das Sachsenradio bis hin zur Frage, welche Rolle der Wolf in der Kultur spielt, beleuchten wir das Thema auf allen Ausspielwegen. Damit möchten wir dem Publikum ermöglichen, sich allumfassend informieren zu können.“ 

Gerade erhielten mehrere MDR-Produktionen und Koproduktionen beim Deutschen Naturfilmpreis sechs Preise.