MDR | 12.01.2020 MDR begleitet ARD-Serie „Charité“ mit Themenschwerpunkt

Den Start der ARD-Krankenhausserie „Charité“ (12.1.) nimmt der MDR zum Anlass für einen Themenschwerpunkt. Höhepunkt ist die neue, in Ultra-HD produzierte Doku „Der Tod war sein Leben“ über den DDR-Gerichtsmediziner Otto Prokop sowie eine Extra-Ausgabe von „Hauptsache gesund“ über die Vorbildwirkung der Charité auf Krankenhäuser in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – am Donnerstag, 14. Januar, ab 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen und teils schon vorab in der ARD-Mediathek.

Der DDR-Gerichtsmediziner Otto Prokop.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In der historischen Krankenhaus-Serie „Charité“, für die der MDR die redaktionelle Verantwortung hat, spielt der österreichische Schauspieler Philipp Hochmair seinen Landsmann Professor Prokop (1921 – 2009). Diesen berühmten Mediziner zu verkörpern, der über 30 Jahre das Institut für Gerichtliche Medizin an der Ostberliner Charité leitete, war für Hochmair eine spannende Erfahrung, wie er in der MDR-Doku erzählt – zumal Prokop nicht nur eine Koryphäe auf dem Gebiet der Gerichtsmedizin, sondern aufgrund seines Charismas und als Österreicher in der DDR auch eine schillernde Persönlichkeit war. Sein Leben lang war er Opfern und Tätern auf der Spur. Er sezierte rund 45.000 Leichen und half so bei der Aufklärung etlicher Kriminalfälle.

Der Gerichtsmediziner Otto Prokop.
Der Gerichtsmediziner Otto Prokop. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der 45-minütige Film „Der Tod war sein Leben“ beleuchtet das Leben Otto Prokops und rekonstruiert mit aufwendig nachgestellten Spielszenen seine spektakulärsten Fälle. Mit seinen Nachforschungen und Untersuchungen trug Prokop zum Beispiel maßgeblich zur Aufklärung im Fall Hans Hetzel bei – einem der schwerwiegendsten Justizirrtümer der Bundesrepublik. 1953 wurde eine junge Frau, die aus der DDR stammte, in Westdeutschland tot am Straßenrand gefunden. Hans Hetzel, der die Frau als Anhalterin mitgenommen und sich auf ein intimes Abenteuer mit ihr eingelassen hatte, wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach 14 Jahren wurde Hetzel, der immer auf seiner Unschuld beharrt hatte, dank eines Gegengutachtens von Otto Prokop beim Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Prokop konnte belegen, dass die junge Frau nicht erdrosselt wurde, sondern beim Sex ein Herzversagen erlitten hatte. Ein Fall mit hoher politischer Brisanz, da hier ein DDR-Gerichtsmediziner einem bis dahin angesehenen westdeutschen Gutachter grobe Fahrlässigkeit nachweisen konnte.

„Der Tod war sein Leben: DDR-Gerichtsmediziner Otto Prokop“ aus der Reihe „Kripo live – Tätern auf der Spur“ ist am Donnerstag, 14. Januar, um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen und bereits vorab und für 12 Monate in der ARD Mediathek abrufbar. Zudem stellt der MDR eine Ultra HD-Fassung der Dokumentation unter www.mdr.de bereit. Versuchsweise wird diese Fassung auch über die HbbTV abrufbar sein. Außerdem gibt es zur spannenden Biografie Otto Prokops auch einen Podcast – ab 15. Januar in der ARD Audiothek im „Die Spur der Täter - Der True Crime Podcast“ zu hören.

Nina Gummich und Philipp Hochmair in der Serie Charité
Bildrechte: ARD/Stanislav Honzik

Noch mehr über seine Rolle als DDR-Gerichtsmediziner Otto Prokop in der ARD-Serie "Charité" verrät Schauspieler Philipp Hochmair am Freitag, 15. Januar, 22.00 Uhr als Gast in der MDR-Talksendung „Riverboat“.

Wo im Osten Medizingeschichte geschrieben wird und wurde

Hauptsache Gesund - mit Moderator Carsten Lekutat
"Hauptsache gesund" mit Moderator Carsten Lekutat Bildrechte: MDR/Alexander Friederici

Die „Hauptsache gesund“-Extra-Ausgabe am Donnerstag um 21.00 Uhr widmet sich berühmten Krankenhäusern im Osten, die dem Vorbild des Vorzeigekrankenhauses Charité nacheifern. So gehört das Herzzentrum Leipzig zu den führenden Herzkliniken Europas, im Waldklinikum im thüringischen Eisenberg wurde die erste künstliche Hüfte der DDR eingesetzt. Und auch in der  Uniklinik Halle wurde Medizingeschichte geschrieben, als dort 1966 die erste Niere in der DDR transplantiert wurde.

Inge und Samuel Mitja Rapoport
Inge und Samuel Mitja Rapoport Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Den thematischen Fernsehabend im Zeichen des weltberühmten Berliner Krankenhauses ergänzt ab 23.10 Uhr die Dokumentation „Die Rapoports – unsere drei Leben“ über das Mediziner-Ehepaar Inge und Samuel Mitja Rapoport. Die angesehene Kinderärztin der Charité – eine weitere Hauptprotagonistin in der dritten Staffel der ARD-Serie– kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Als Jüdin emigrierte sie 1938 in die USA, wo sie 1944 ihren späteren Mann Samuel Mitja Rapoport kennenlernte. Als überzeugte Kommunisten finden die Rapoports schließlich in der DDR ein neues Zuhause. Die Doku über die Rapoports ist vorab und noch bis 6. Februar in der ARD Mediathek zu sehen.

Zum Abschluss des „Charité-Abends“ zeigt der MDR im Nachtprogramm die beiden Begleitdokumentationen zu den ersten beiden Staffeln der ARD-Serie: „Die Charité – Medizin unterm Hakenkreuz“ sowie „Charité – Geschichten von Leben und Tod“, die ab 15. Januar für jeweils 30 Tage in der ARD Mediathek abrufbar sind.

Charité - mit Alicia von Rittberg als Ida Lenze
Charité - 1. Staffel mit Alicia von Rittberg als Ida Lenze Bildrechte: MDR/Nik Konietzny

Alle Filme und Sendungen zum Charité-Themenschwerpunkt werden in der ARD Mediathek gebündelt: Neben den Begleitdokumentationen sind auch alle drei Staffeln der Serie online (3. Staffel bis 26. Juli online, 1. und 2. Staffel bis 7. Februar).

Web-Special zum Thema „Frauen in der Medizin“

Angeregt von den weiblichen Protagonistinnen der 3. Charité-Staffel, den Ärztinnen Dr. Ella Wendt und Dr. Ingeborg Rapoport, die sich um Krebsfrüherkennung und um Säuglingsmedizin kümmern, entsteht im MDR WISSEN-Onlineportal ein Web-Special zum Thema „Frauen in der Medizin“.