MDR | 03.12.2021 MDR-Talk „Fakt ist!“ zum Thema „Lieferketten gestört – Weihnachten in Gefahr?“

Deutschlands Industrie und Handel beklagen Lieferengpässe. Produktionsausfälle, Verteuerungen und Wartezeiten sind die Folge – und beunruhigen Verbraucherinnen und Verbraucher. Bleibt es in diesem Jahr leer unterm Weihnachtsbaum? Wie ernst ist die Lage tatsächlich? Darüber diskutiert die Runde bei „Fakt ist!“ aus Magdeburg am Montag, 6. Dezember 2021. Zu sehen ist der MDR-Talk ab 20.30 Uhr im Livestream auf mdr.de/tv sowie um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen und im Anschluss in der ARD Mediathek.

Moderatorin Anja Heyde und Bürgermoderator Stephan Bernschein
Moderatorin Anja Heyde und Bürgermoderator Stephan Bernschein Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Die Couch, die Einbauküche, das Mobiltelefon, das Computerspiel – wir haben uns daran gewöhnt, alles zu jeder Zeit zu bekommen, zumindest im Internet. Das ist momentan nicht mehr so. Es gibt Dinge, die es nicht mehr gibt oder die erst spät geliefert werden. Vieles wird teurer. 

Als Folge der Corona-Pandemie sind weltweit Lieferketten durcheinandergeraten. Transportmöglichkeiten fehlen. Rohstoffe haben sich verteuert oder sind nicht mehr in gleichem Maße verfügbar wie früher. Das stellt die Wirtschaft vor Probleme.  

Ein Mann vor einem Spielzeugregal
Corona-Krise und Fachkräftemangel beeinflussen den ungehinderten Warenverkehr – die Auswirkungen sind in vielen Branchen zu spüren. Bildrechte: dpa

Ob Computerchip oder Gummidichtung – vor allem die deutsche Automobil- und Elektronikindustrie beklagt Ausfälle und Produktionsstopps. Schon ein fehlendes Bauteil kann die Fertigstellung des Endproduktes in Gefahr bringen. Manche Branchen – wie der Spielwarenhandel – sind zu großen Teilen von Importen aus Übersee abhängig.  

Die Pandemie ist aber nicht die alleinige Ursache der Misere. Der Fachkräftemangel hat sich verschärft – vor allem in der Transport- und Logistikbranche. Der Onlinehandel boomt, doch es fehlen schlicht die Menschen, die die bestellten Waren verpacken und ausliefern.  

Wer am Steuer eines Lieferwagens sitzt, der steckt längst in der stressigsten Zeit des Jahres. Und viele der dort Beschäftigten finden, dass ihre Arbeit nicht wertgeschätzt wird. Oftmals noch zu schlecht bezahlt, bekommen sie – inmitten steigender Corona-Fallzahlen – die Folgen der Lieferkrise hautnah zu spüren.  

Welche Folgen haben die Lieferengpässe für unsere Wirtschaft? Bleibt es dieses Jahr tatsächlich leer unterm Weihnachtsbaum – und, wenn ja, wäre das so schlimm? Und wie können die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller verbessert werden?

Über diese und andere Fragen diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:

Julia Hartmann
Bildrechte: PicturePeople/Lena Benecke

Julia Hartmann

Julia Hartmann

Julia Hartmann, Expertin für Lieferketten und Nachhaltigkeit

"Nachhaltige Lieferketten sind stabile Lieferketten, da sie auf belastbaren Beziehungen beruhen und die Umwelt schützen."

Gero Furchheim
Bildrechte: Michael Gueth

Gero Furchheim

Gero Furchheim

Gero Furchheim, Präsident des Bundesverbandes eCommerce und Versandhandel

"Der E-Commerce rettet in diesem Jahr erneut für viele das Weihnachtsfest – auch bei knappen Waren bietet er mehr Übersicht und Auswahl."

Detlef Müller
Bildrechte: Detlef Müller

Detlef Müller

Detlef Müller

Detlef Müller, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Chemnitz

"Corona hat deutlich gezeigt, dass wir bei systemrelevanter Produktion und bei Medizinprodukten unabhängige Kapazitäten im Inland und Europa brauchen."

Melanie Vogelbach
Bildrechte: DIHK

Melanie Vogelbach

Melanie Vogelbach

Melanie Vogelbach, Wirtschaftsexpertin beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag

"Die Lieferketten sind weltweit aus dem Takt geraten – das merken die Unternehmen auch im Weihnachtsgeschäft. Wirtschaft und Verbraucher werden noch einige Monate mit den Engpässen umgehen müssen."

Bürgerreporter Stefan Bernschein spricht unter anderem mit Paketzusteller und Gewerkschafter Matthias Politz sowie Christina-Susanne Tirnaksiz, Geschäftsführerin des Autozulieferers LMG aus Hoym. Zuschauerinnen und Zuschauer können sich über Facebook oder per E-Mail unter faktist@mdr.de an der Diskussion beteiligen.