MDR | 24.01.2023 Kunst aus dem Todeslager: MDR-Dokumentation erstmals bei ARTE

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus wird erstmals die MDR-Dokumentation „Kunst aus dem Todeslager“ ausgestrahlt – schon jetzt in der ARTE-Mediathek und am Sonntag, 29. Januar 2023 um 16.45 Uhr im ARTE-TV. Der MDR zeigt den Film am 11. April zum Tag der Befreiung des KZ Buchenwald.

Autor des Films "Kunst aus dem Todeslager" Manfred Van Eijk (re.) und Kameramann Chris Blokhuis (li.) während der Dreharbeiten in der Gedenkstätte Auschwitz
Die Filmemacher Manfred Van Eijk (re.) und Chris Blokhuis bei den Dreharbeiten in der Gedenkstätte Auschwitz Bildrechte: MDR/Chris Blokhuis

Die Vernichtungslager der Nazis waren Orte unfassbarer Grausamkeit. Doch selbst hier entstand Kunst in all ihren Formen – im Auftrag der SS, aber auch heimlich unter Lebensgefahr wurde gezeichnet, arbeiteten Bildhauer, wurden Konzerte aufgeführt und Theater gespielt. Für manche KZ-Häftlinge war Kunst eine Überlebensstrategie, eine Möglichkeit, sich wieder wie ein Mensch zu fühlen.

Die Dokumentation „Kunst aus dem Todeslager“ begibt sich auf die Suche nach den Kunstwerken und ihren Schöpfern. Filmemacher Manfred Van Eijk stößt dabei auf großes Leid, aber auch auf nicht zu brechenden Überlebenswillen und unschätzbare Zeugnisse für die grausame Realität der Lager.

Im österreichischen Mauthausen fertigten Insassen Skizzen der Tatorte an, an denen Mitgefangene angeblich beim Fluchtversuch umgekommen waren. Im KZ Buchenwald mussten die Häftlinge bei eisiger Kälte ein Lagerlied einstudieren, bis es in den Ohren ihrer Peiniger perfekt klang.

Neben der erzwungenen Kunst gab es aber auch illegale Zeichnungen, die der Außenwelt Einblick in das tatsächliche Lagerleben geben konnten. So gelang es dem Tschechen Bedřich Fritta, Hunderte Zeichnungen über das Elend in Theresienstadt anzufertigen und aus dem Lager zu schmuggeln.

Die Kunst, ob erzwungen oder im Geheimen, war für die Häftlinge überlebenswichtig. Sie schützte sie nicht nur vor wesentlich härterer Arbeit, die schöpferische Tätigkeit war zudem eine der wenigen Möglichkeiten aus der alltäglichen Hölle zu entfliehen.

Die Dokumentation ist schon jetzt in der ARTE-Mediathek abrufbar.

„Kunst aus dem Todeslager“ ist eine Koproduktion der niederländischen Produktionsfirma Sarphati Media Producties mit dem ORF, dem tschechischen Fernsehen Česká televize und dem MDR in Zusammenarbeit mit ARTE.

MDR-Produktionen bei ARTE

Als Mitglied des deutsch-französischen Gemeinschaftsprogramms ARTE steuert der MDR regelmäßig Produktionen zum ARTE-Programmangebot bei. Dazu gehören Reportagen, Dokumentationen und fiktionale Produktionen mit besonderem Schwerpunkt auf Themen aus Mitteldeutschland und Osteuropa.