Trockener Kartoffel-Acker  (einzelne Kartoffeln liegen auf trockenem Boden)
Trockener Kartoffel-Acker Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs

MDR | 09.10.2019 „Soja statt Kartoffeln?“: MDR-Doku über die Landwirtschaft im Zeichen der Klimakrise

Trockenheit, Hitze, Starkregen - das Klima bedroht die Ernten und damit die Existenz der Landwirte. „MDR WISSEN“ hat Bauern in Mitteldeutschland vom Frühjahr bis zur Ernte begleitet – zu sehen am Sonntag, 13. Oktober, um 22.00 Uhr im Fernsehen und schon jetzt vorab in der ARD Mediathek.

Trockener Kartoffel-Acker  (einzelne Kartoffeln liegen auf trockenem Boden)
Trockener Kartoffel-Acker Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs

Ausgedorrte Felder, verlorene Ernten, hunderte Millionen Euro Schaden – der Extremsommer 2018 hat besonders in der Landwirtschaft Spuren hinterlassen. Und auch 2019 war ungewöhnlich heiß und trocken. Für die Bauern bedeutet das eine existenzielle Bedrohung. Wie müssen sie sich anpassen, wenn sie weiterhin von der Landwirtschaft leben wollen?

Wissenschaftler in ganz Deutschland suchen nach Methoden, um die Landwirtschaft klimaschonender und robuster aufzustellen. Diese Forschung greifen Bauern wie Heiko Hölzel aus Waldkirchen im Vogtland auf. Als Milchbauer hat er ohnehin schon mit niedrigen Preisen zu kämpfen. Da kann er es sich nicht leisten, dass auf vertrockneten Böden kein Futter wächst oder seine Tiere in der Hitze krank werden. Während Wissenschaftler der Leibniz-Gesellschaft eine Fütterungsmethode erforschen, mit der die Kühe gesünder und klimaschonender werden sollen, experimentiert Heiko Hölzel auf seinen Feldern mit alternativen Anbaumethoden für das Futter seiner Tiere.

Matthias Ulrich von der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg
Matthias Ulrich von der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs

Matthias Ulrich von der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg steht vor ähnlichen Herausforderungen: Er hat im vergangenen Jahr 30 Prozent seiner Ernte verloren. Gegen die extreme Trockenheit kann künstliche Bewässerung nur bedingt helfen, weshalb der Ackerbauer neue Arten und Sorten braucht. Seit 2013 baut Matthias Ulrich Sojabohnen an. Bis jetzt mit guten Erfahrungen. Und auch für Obstbauern sind neue Sorten eine Antwort auf den Klimawandel. Familie Hornemann aus Langenweddingen hat mit Erfolg Aprikosen und Pfirsiche ausprobiert.

Doch die Landwirtschaft agiert heute in einer globalen Ernährungsindustrie. Allein können die Landwirte die Folgen des Klimawandels nicht stemmen – sie sind nicht nur auf die Wissenschaft, sondern auch auf die Verbraucher angewiesen, die die Bemühungen letztlich beim Lebensmittelkauf honorieren müssen.

Die TV-Dokumentation „Soja statt Kartoffeln? - Wie das Klima unsere Landwirtschaft verändert“ ist bereits online auf mdr-wissen.de und in der Mediathek zu sehen.

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2019, 14:30 Uhr