MDR | 27.10.2021 6. ARD-Programmwerkstatt – Stärkung des Dokumentarischen

Bei der 6. ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen treten am 27. Oktober wieder Vertreterinnen und Vertreter der ARD sowie Produzentinnen und Produzenten dokumentarischer Formate in einen Austausch – nur wenige Tage nach der Verkündung der ARD-Programmreform.

Programmwerkstatt 2020 - Banner
Bildrechte: MDR

Bereits zum 6. Mal findet in Leipzig die „ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen“ statt. Erstmals wieder im direkten Austausch geht es diesmal vor allem um die Stärkung des Dokumentarischen im Rahmen der ARD-Programmreform. Produzentinnen und Produzenten aus ganz Deutschland diskutieren auf dem Forum gemeinsam mit ARD-Verantwortlichen über die anstehenden Herausforderungen und Aufgaben sowie die wachsende Bedeutung der ARD Mediathek, gesellschaftlich relevante Themenschwerpunkte und den neuen kreativen Spielraum. Das Eröffnungspanel widmet sich der Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit dokumentarischer Produktionen.

Prof. Dr. Karola Wille - MDR-Intendantin
Prof. Dr. Karola Wille - MDR-Intendantin Bildrechte: MDR/Kirsten Nijhof

ARD-Filmintendantin Karola Wille (MDR) hebt in ihrer Begrüßungsrede hervor, wie wichtig dieser Prozess ist: „Mit unserem digitalen Umbau wollen wir auch unser Profil schärfen. Dokumentationen mit journalistischer Exzellenz haben dabei einen großen Stellenwert und werden deshalb in der ARD-Mediathek und im Ersten ausgebaut. Gerade dokumentarische Produktionen stehen für Authentizität, das Ausleuchten unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit und Tiefenschärfe.“

Im Digitalen würden sich neue Möglichkeiten eröffnen, um die Vielfalt unserer Gesellschaft noch besser abbilden zu können. „Gemeinsam mit den Produzentinnen und Produzenten wollen wir diese Möglichkeiten entdecken und kreativ gestalten.“, so Wille weiter.

ARD-Chefredakteur Oliver Köhr betont: „Durch die Programmreform stärkt die ARD gezielt die Informationskompetenz und die Relevanz. Das Dokumentarische ist dabei ein maßgeblicher Bestandteil dieser Reform, so sollen unter anderem einmal im Monat investigative Dokumentationen in der ARD Mediathek angeboten werden. Die ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen kommt da gerade zum richtigen Zeitpunkt.“

Die Neuausrichtung sowie das Reformpaket stoßen bei den Produzentinnen und Produzenten sowie den Verbänden auf positives Echo. „Damit verbunden ist eine Stärkung des Dokumentarischen im linearen wie im non-linearen Ausspielweg. Wir erhoffen uns dadurch nicht nur eine bessere Sichtbarkeit dokumentarischer Inhalte, sondern auch eine Stärkung unserer vielfältigen und unabhängigen Produktionslandschaft“, so die beiden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm e.V., Susanne Binninger und David Bernet. Und weiter: „Die Programmwerkstatt ist für uns ein Labor, in dem Senderverantwortliche sowie Produzentinnen und Produzenten gemeinsam darüber nachdenken, wie der digitale Wandel gestaltet werden kann. Wir sehen hier echte Chancen für Innovationen, denn gerade in den Mediatheken können kreative dokumentarische Produktionen erprobt werden, die über die bekannten Formatierungen hinausgehen.“

Auch Dagmar Biller, Vorstandsvorsitz Sektion DOKU bei der Produzentenallianz, zeigt sich optimistisch: „Die diesjährige Programmwerkstatt der ARD in Leipzig hat die Weichenstellung für die Zukunft im Visier. Eine Herausforderung für alle Beteiligten, denn die ARD sowie Produzentinnen und Produzenten wollen gemeinsam dokumentarische Produktionen realisieren, die auch künftig möglichst viele Menschen erreichen. Die umfassende Reform für Das Erste und die ARD Mediathek ist eine Chance, neue Wege zu gehen. Während die Produzentinnen und Produzenten gefordert sind, die Programmreform mit Leben zu füllen, muss es der ARD gelingen, in Zeiten ständigen Budgetdrucks Mittel so zu bündeln, dass eine echte Konkurrenz zu Streaminganbietern möglich wird.“

Die ARD-Programmwerkstatt
Die „ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen“ findet wie immer parallel zur DOK Leipzig, dem ältesten Dokumentarfilmfestival der Welt, statt.

Schwerpunktthemen in diesem Jahr sind serielles dokumentarisches Erzählen, die Bedeutung des
Wissens(chafts)journalismus in der ARD, Diversität und das Erreichen junger Zielgruppen durch FUNK und die Jungen Angebote. An den Werkstattgesprächen nehmen Produzentinnen und Produzenten dokumentarischer Formate aus ganz Deutschland gemeinsam mit Programmverantwortlichen aus den ARD-Landesrundfunkanstalten teil. Die seit 2016 jährlich stattfindenden Werkstätten sollen Austausch und Diskussion auf Augenhöhe bieten und werden daher gemeinsam mit zuständigen ARD-Redakteurinnen und -redakteuren sowie Vertreterinnen und Vertretern der Produzentenverbände AG DOK und der Sektion Dokumentation der Produzentenallianz vorbereitet und moderiert.

Das vollständige Programm der ARD-Programmwerkstatt ist unter mdr.de/programmwerkstatt zu finden.