Gartenlaube mit prächtigem Bewuchs.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR | 06.09.2019 Auslaufmodell Kleingarten – Wenn Freizeitluxus Wohnraum kostet

Die Stadtplaner stehen vor der großen Herausforderung bezahlbaren Wohnraum für junge Familien zu schaffen und gleichzeitig ausreichend Grünflächen in den Städten zu erhalten.
Sind Kleingartenanlagen erhaltenswert, weil sie für ein besseres Stadtklima sorgen? Ist bezahlbares Bauland für Familien zukunftsrelevanter als alte Kleingartenanlagen?

Gartenlaube mit prächtigem Bewuchs.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diese und andere Fragen diskutieren die Moderatoren Andreas Menzel und Lars Sänger am Montag, 9. September 2019 bei „Fakt ist! Aus Erfurt“ um 22.05 Uhr im MDR-Fernsehen mit betroffenen Kleingärtnern und verantwortlichen Stadtplanern.

„Der Kleingartenirrsinn muss ein Ende haben, damit soziale und familiengerechte Städte entstehen können“, verlangt der Berliner Projektentwickler Arne Piepgras. Für ihn ist das Kleingartenkonzept aus der Zeit gefallen. In deutschen Städten blockierten Kleingärten riesige Areale, auf denen Hundertausende Wohnungen entstehen könnten. Das sei schon eine echte Gerechtigkeitsfrage. Widerspruch kommt von der Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Professor Gerlinde Krause von der Fachhochschule Erfurt: „Kleingärten sind für die Stadtbevölkerung, gerade für junge Familien, nach wie vor sehr wichtig.“ Außerdem führt sie deren Funktion zur Verbesserung des Stadtklimas an. Zahlreiche Untersuchungen belegten, dass dieses Grün besonders gut zur Vielfalt in Flora und Fauna, zur Belüftung und Abkühlung in den Städten beitrage. So beobachtet die Wissenschaftlerin mit Sorge, wie zunehmend auch in den Städten Mitteldeutschlands Kleingartenanlagen in Toplagen der Innenstädte Begehrlichkeiten bei Bauwilligen wecken.

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2019, 14:49 Uhr