MDR | 08.10.2020 DOK Leipzig 2020: MDR stiftet zwei Preise und veranstaltet MDR-Tag

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) bekennt sich zum Dokumentarfilm und engagiert sich auch in diesem Jahr in großem Maße als exklusiver Medienpartner im Rahmen des 63. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm.

Dok Leipzig 2020
Dok Leipzig 2020 Bildrechte: DOK Leipzig

Unter anderem stiftet der MDR zwei Preise, veranstaltet einen MDR-Tag und sendet unter seinem diesjährigen publizistischen Leitgedanken „Miteinander leben“ sechs Dokumentarfilme. Darüber hinaus können sich die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine Animationsfilmnacht im MDR am 31. Oktober freuen.

Der MDR unterstützt auch in diesem Jahr den Dokumentarfilm als besondere Filmgattung und stiftet sowohl die mit 10.000 Euro dotierte „Goldene Taube“ in der Kategorie „Internationaler Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm“, als auch den mit 3.000 Euro dotierten MDR-Preis „Bester Osteuropäischer Film“. Die Preise werden am Sonntag, 1. November, vergeben.

MDR-Tag am 28. Oktober

Im Rahmen von DOK Leipzig wird der MDR am Mittwoch, 28. Oktober, einen MDR-Tag veranstalten:

Am MDR-Tag findet auf Einladung des MDR bereits zum 5. Mal die „ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen“ statt. An den digitalen Werkstattgesprächen nehmen Produzentinnen und Produzenten dokumentarischer Formate aus ganz Deutschland gemeinsam mit Programmverantwortlichen aus den ARD-Landesrundfunkanstalten teil. Schwerpunktthemen in diesem Jahr sind die ARD Mediathek und wie Nutzerinnen und Nutzer dokumentarische Formate im Digitalen rezipieren, der Kinderkanal von ARD und ZDF und welche dokumentarischen Produktionen er für Kinder bietet sowie der Status Quo des „Zukunftsfilms“ in der ARD.

Zudem findet im Rahmen des MDR-Tages der ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb statt: Mit 69 eingereichten Projekten verzeichnet der Wettbewerb in seiner 9. Auflage eine neue Rekordbeteiligung. Aus den Einsendungen hat die Jury – bestehend aus programmverantwortlichen Vertretern der beteiligten Landesrundfunkanstalten unter Leitung des ARD-Chefredakteurs Rainald Becker – fünf Projekte für das Finale nominiert. Die Produzentinnen und Produzenten werden am 28. Oktober ihre Konzepte präsentieren. Neu ab diesem Jahr ist, dass die Jury noch am selben Abend in Leipzig entscheiden und verkünden wird, wer den ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb gewinnt und sich über einen Sendeplatz im Ersten freuen darf.

Um 20.00 Uhr lädt der MDR Freunde des Dokfilms zu einem „Special Screening“ in die Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs (Eintritt ist frei): Zu sehen sein wird der Dokumentarfilm „Collective“ (Rumänien, Luxemburg 2019) von Alexander Nanau: 2015 bricht im Bukarester Klub „Colectiv“ ein Brand aus. 27 Menschen sterben, 180 werden verletzt. Doch für die Überlebenden der Katastrophe werden die Krankenhäuser zur Todesfalle, denn viele sterben an Wunden, die nicht als lebensbedrohlich gelten. Ein Arzt wendet sich an die Presse. Die Recherchen decken einen der größten Skandale im Gesundheitswesen Rumäniens auf…

Filme mit MDR-Beteiligung im DOK-Wettbewerb

Auch der MDR selbst ist mit Koproduktionen im DOK-Wettbewerb vertreten: Im „Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm“ feiert folgende rbb/MDR-Koproduktion ihre Weltpremiere:

„Grenzland“ von Andreas Voigt; Deutschland, Polen 2020

Bewegungen und Geschichten im Grenzland zwischen Polen und Deutschland – Andreas Voigt knüpft thematisch an seine Arbeit „Grenzland – Eine Reise“ von 1992 an. Das aufgeladene Wort „Heimat“ treibt sein (Un-)Wesen in den Köpfen und Herzen der Leute.

Zu sehen ist „Grenzland“:

am 29. Oktober, 20.30 Uhr, CineStar 2

am 30. Oktober, 20.00 Uhr, Hauptbahnhof Leipzig, Osthalle

am 31. Oktober, 17.15 Uhr, Schauburg, Leipzig sowie

ab 30. Oktober für 14 Tage unter www.dok-leipzig.de.

Auch im Wettbewerb um den Publikumspreis kurzer Dokumentar- und Animationsfilm „Der Goldene Schnitt“ ist eine MDR-Koproduktion mit einer Weltpremiere vertreten:

„Hotel Astoria“ von Alina Cyranek und Falk Schuster;

Das Hotel Astoria wurde 1915 in Leipzig eröffnet und bis 1996/97 u.a. von der Interhotel-Kette betrieben.
Hotel Astoria Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Deutschland 2020 Leipzig, 1980er Jahre: Das Hotel Astoria ist ein magischer, nahezu heiliger Ort. Hier treffen sich Geschäftsleute, Prostituierte, die Elite der SED und von Zeit zu Zeit auch das ganz normale Volk. Doch Hummer, Lachs und Kaviar stehen nicht immer auf den Speisekarten, denn die Mangelwirtschaft macht auch nicht vor einem Luxushotel halt. Und die Stasi? Die hat alles fest im Blick. Geschichten aus dem sozialistischen Alltag eines Luxushotels. Der animierte Dokumentarfilm lässt einen sagenumwobenen Ort wieder aufleben...

„Hotel Astoria“ läuft im Rahmen von Kurzfilmprogrammen:

am 28. Oktober, 11.30 Uhr, Passage Kinos Leipzig, Wintergarten

am 28. Oktober, 18.15 Uhr, Schaubühne Lindenfels

am 30. Oktober, 20.30 Uhr, Passage Kinos Leipzig, Astoria

am 31. Oktober, 15.00 Uhr, Passage Kinos Leipzig, Astoria

am 01. November, 20.00 Uhr, Schauburg, Leipzig sowie

ab 29. Oktober für 14 Tage unter www.dok-leipzig.de

„Miteinander leben“: DOKwoche im MDR

Der MDR nimmt das Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilm zum Anlass und sendet vom 25. bis zum 29. Oktober unter seinem diesjährigen publizistischen Leitgedanken „Miteinander leben“ sechs Dokumentarfilme. Los geht es am Sonntag, 25. Oktober, um 22.50 Uhr mit der TV-Premiere „Bürger. Macht. Mehr direkte Demokratie?“. Der Film erzählt die Geschichte von Menschen, die sich im bundesweiten Pilotprojekt „Bürgerrat Demokratie“ engagieren. Es sind die Bürgerinnen und Bürger selbst, die durch den Film führen und ein Stimmungsbild zur Lage der Nation zeichnen.

Weiter Filme in der MDR-DOKwoche

Nacht von Sonntag, 25. Oktober, zu Montag, 26. Oktober, 00.15 Uhr (TV-Premiere) „The Euphoria of Being – Vom Glück, zu leben“ von Réka Szabó

Éva Fahidi war 20 Jahre alt, als sie ganz alleine aus Auschwitz Birkenau nach Ungarn zurückkehrte. 49 Mitglieder ihrer Familie wurden ermordet. Im Alter von 90 Jahren wird Éva gebeten, an einer Tanztheateraufführung über ihr Leben teilzunehmen… 

Montag, 26. Oktober, 23.10 Uhr (TV-Premiere) „Dessau – Warten auf die Welt“ von Ralph Etter und Rouven Rech

Dessau, im Krieg weitgehend zerstört und seit der Wende von Abwanderung geprägt, ist demographisch eine der ältesten Städte Europas. Wie ist es, in Dessau zu leben und aufzuwachsen? Der Film begleitet junge Dessauer über einen Zeitraum von zwei Jahren, um Antworten auf genau diese Frage zu finden.

Nacht von Dienstag, 27., zu Mittwoch, 28. Oktober, 00.20 Uhr (TV-Premiere) „Wenn wir erst tanzen“ von Dirk Lienig, Dirk Heth und Olaf Winkler

Hoyerswerda schrumpft, viele gehen weg. Einer aber kommt zurück und initiiert das Projekt „Eine Stadt tanzt“. Die Proben zu „Le Sacre du Printemps“ begleiten das Nachdenken über Opfer, die wir heute bringen. Biografien mit Brüchen werden zu eindrucksvollen Tanzszenen. 

Nacht von Dienstag, 28., zu Mittwoch, 29. Oktober, 00.10 Uhr „Neben den Gleisen“ von Dieter Schumann

Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Mitten auf dem Bahnhofsvorplatz steht ein Kiosk. Er dient auch als Stammkneipe für Schichtarbeiter, Arbeitslose, Taxifahrer und Rentner. Ende 2015 kommen am Bahnhof Tausende Flüchtlinge an, die ins nahe gelegene Erstaufnahmelager wollen. Die Stammgäste fangen an, über Politik zu diskutieren und ihre eigene Situation zu reflektieren…

Nacht von Mittwoch, 29., zu Donnerstag, 30. Oktober, 00.00 Uhr (TV-Premiere) „Hier und dort“ von Bettina Renner

Alle drei Monate müssen Haris und seine Mutter ihren Aufenthaltsstatus verlängern lassen, seit die Mutter vor 23 Jahren nach Deutschland geflohen ist. Je stärker der Frust über die unsichere Situation zunimmt, desto eher besinnt Haris sich auf seine bosnisch-montenegrinischen Wurzeln…

Die Filme stehen vorab – ab Freitag, 23. Oktober – in der ARD Mediathek zur Ansicht bereit.

„Animationsfilmnacht im MDR“

Im Anschluss an die MDR-DOKwoche lädt das MDR-Fernsehen seine Zuschauerinnen und Zuschauer am Sonnabend, 31. Oktober, ab 23.20 Uhr zur „Animationsfilmnacht im MDR“. Die Filme im Einzelnen:

 23.20 Uhr: „Brand“

23.25 Uhr: „Katzentage – Neko No Hi“

23.35 Uhr: „1989 – Lieder unserer Heimat“

00.05 Uhr: „Notizen aus dem Unterbewusstsein“

00.10 Uhr: „Peanuts“

00.15 Uhr: „Fantasmia“

00.20 Uhr: „Hallo Papa“

00.25 Uhr: „M52“

00.35 Uhr: „Glimmen“

00.55 Uhr: „Ast mit Last“

01.00 Uhr: „Das Haus“

01.05 Uhr: „Leipzig von oben“

DOK Leipzig im MDR KULTUR-Filmmagazin

MDR KULTUR begleitet DOK Leipzig in Hörfunk, Fernsehen und im Netz unter anderem …

… mit dem MDR KULTUR – Filmmagazin am Donnerstag, 29. Oktober, um 23.40 Uhr im MDR-Fernsehen. 20 Minuten dreht sich alles um die Dokfilmwoche.

… mit einem Festivalticker unter www.mdr-kultur.de. Mit aktuellen Meldungen vom Festivalgeschehen, interessanten Entdeckungen und Beobachtungen der Festival-Reporter, Gesprächen mit Filmemachern sowie Empfehlungen der MDR KULTUR-Filmkritiker ist hier jeder nah dran am Internationalen Filmfest.

Zudem berichtet MDR KULTUR im Radio und im Netz für die gesamte ARD vom Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm.