MDR | 04.06.2021 MDR-Polizeiruf 110 „Der Verurteilte“ mit zwei Preisen beim Deutschen FernsehKrimi-Festival ausgezeichnet

Als bester Darsteller wird Sascha Geršak geehrt – ein Sonderpreis geht ebenfalls an das Filmensemble vor und hinter der Kamera für „Beste Krimi-Momente“. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden in diesem Jahr aus 44 Fernsehkrimis, die von zwölf Sendern eingereicht wurden, ausgewählt.

Wegner (Sascha Geršak) gibt vor, sich nicht erinnern zu können. Brasch (Claudia Michelsen) bricht die Aktion ab.
Wegner (Sascha Geršak) gibt vor, sich nicht erinnern zu können. Brasch (Claudia Michelsen) bricht die Aktion ab. Bildrechte: MDR/filmpool fiction/Stefan Erhard

„Wir freuen uns sehr, dass dieser Polizeiruf 110 aus Magdeburg gleich zweimal vom Deutschen FernsehKrimi-Festival gewürdigt wird. Unsere starke Ermittlerin Brasch gibt in Magdeburg die Vorlage für großartige Schauspielmomente und psychologische Spannung. Ich danke dem gesamten Schauspiel-Ensemble, und dem Drehbuchautor Jan Braren, der Regisseurin Brigitte M. Bertele, der Kamerafrau Jana Lämmerer und dem Team der Filmpool Fiction. Die doppelte Auszeichnung für den Polizeiruf aus Magdeburg gibt weiter Anlass die Reihe in ihrem 50-jährigen Bestehen zu feiern.“, so Johanna Kraus, Redaktionsleiterin Fernsehfilm und zuständige Redakteurin des Krimis.

Wegner (Sascha Geršak) gibt zu die Scheune gemietet zu haben, will aber nicht kooperieren.Seine Frau (Laura Tonke) verfolgt das Gespräch.
Wegner (Sascha Geršak) gibt zu die Scheune gemietet zu haben, will aber nicht kooperieren.Seine Frau (Laura Tonke) verfolgt das Gespräch. Bildrechte: MDR/filmpool fiction/Stefan Erhard

Mit dem Preis für den „Besten Darsteller“ wird Sascha Geršak für seine herausragende schauspielerische Leistung als Markus Wegner in „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“ geehrt. Oft brauche es nicht viele Worte, „oft reichen Blicke und Gesten um die Zerrissenheit einer Figur zu zeigen, die nicht weiß, ob sie lieber prügeln oder kuscheln will. Die Rolle des sadistischen Gelegenheitsarbeiters gibt der Preisträger in virtuoser vermeintlicher ´Einfachheit´, plausibel und realistisch, ohne die ambivalente Figur jemals zu verraten“, so die Jury, zu der neben den Schauspielerinnen Gisa Flake und Eva Meckbach, der Investigativreporter Yassin Musharbash und das Drehbuchautoren-Duo Stefan Hafner und Thomas Weingartner gehörten. 

Die Wettbewerbsjury zeichnet auch das gesamte Ensemble von „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“, stellvertretend Regisseurin Brigitte Maria Bertele, mit dem Sonderpreis für „Beste Krimi-Momente“ aus. Konkret werden zwei herausragende Verhörszenen hervorgehoben, die „Gewalt in aller Rohheit und gleichzeitig mit psychologischer Feinheit“ offenlegen, so dass sie nicht mehr aus dem Kopf gingen, „nicht, weil sie Gewalt verherrlichen, sondern weil sie Gewalt als Mittel der Machtausübung in vielen Facetten freilegen, die uns allen nicht fremd sein dürften“, so die Jury in ihrer Begründung. 

Lemp (Felix Vörtler) vernimmt Annegret Wegner (Laura Tonke); Brasch (Claudia Michelsen) verfolgt die Befragung durch ein Fenster.
Lemp (Felix Vörtler) vernimmt Annegret Wegner (Laura Tonke); Brasch (Claudia Michelsen) verfolgt die Befragung durch ein Fenster. Bildrechte: MDR/filmpool fiction/Stefan Erhard

Im Polizeiruf 110 „Der Verurteilte“ geht es um die Behauptungen eines hauptverdächtigen Mannes (Sascha Geršak), der höchst unglaubwürdig aber gewalttätig scheint. Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) nähert sich dem Verdächtigen wie unter einem psycho-sozialen Mikroskop und stellt die entscheidende Frage, welche Rolle dessen Ehefrau spielt. Der Polizeiruf ist noch bis zum 27. Juni in der ARD Mediathek abrufbar.

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival fand in diesem Jahr vom 2.-4. Juni zum 17. Mal in Wiesbaden und pandemiebedingt auch online statt. Es entstand aus der Idee heraus, dem Fernsehkrimi eine Plattform zu geben, die seinem Erfolg und Gesellschaftsbezug gerecht wird.