Brände und Explosionen Sind Hoverboards brandgefährlich?

Mit einem Hoverboard zu fahren, macht Kindern und Erwachsenen Spaß. Der Spaß hört allerdings auf, wenn das Gerät explodiert und in Brand gerät. Das kommt gar nicht mal so selten vor. Wie können sich Verbraucher schützen?

Hoverboards sind Rollbretter mit zwei elektrisch angetriebenen Rädern, die über die Verlagerung des Körpergewichts gesteuert werden. Sie sind in vielen Kinderzimmern zu finden, aber auch bei Erwachsenen beliebt. Doch beim Laden kommt es immer wieder zu Bränden und Explosionen.

Gefährliche Überladung

Ausgebranntes Hoverboard
Ohne Überladeschutz können Akkus heiß werden und explodieren Bildrechte: imago/ZUMA Press

Grund dafür ist in der Regel der Akku, der nach einer bestimmten Einsatzzeit leer ist und dann mit einem Ladegerät an der Steckdose wieder geladen werden muss. Nutzerinnen und Nutzer gehen oft davon aus, dass der Ladevorgang automatisch gestoppt ist, sobald der Akku wieder voll ist, doch das ist offenbar nicht bei allen Geräten der Fall. Werden volle Lithium-Ionen-Akkus aber weiter der Stromzufuhr ausgesetzt, werden sie sehr heiß – bis zu 300 Grad – und explodieren. Weil in Hoverboards in der Regel zahlreiche Lithium-Ionen-Zellen verbaut sind, kann eine Überladung zu entsprechend stärkeren Explosionen führen.  

Vor dem Kauf informieren

Wie kann man sich aber davor schützen, ein Board ohne Überladungsschutz zu kaufen? Florian Hockel, Laborbereichsleiter beim TÜV Süd in München, empfiehlt, vor dem Kauf über die Produktbeschreibung oder die Bedienungsanleitung herauszufinden, ob im Gerät oder im Akku selbst eine entsprechende Schutzschaltung integriert ist. Gibt es keine Hinweise darauf, rät er vom Kauf ab. Hinweise auf bedenkliche Produkte bietet außerdem das europäische Produktwarnsystem EU RAPEX. Über dessen allgemein zugängliche Datenbank lässt sich herausfinden, ob ein Gerät irgendwo in Europa bereits als gefährlich gemeldet wurde.

Was Orientierung bietet

Obwohl Brände nicht nur bei No-Name-Produkten aufgetreten sind, sondern auch bei Geräten aus dem Fachmarkt, sollten Hockel zufolge Hoverboards trotzdem lieber vom Fachhändler gekauft werden als im Internet, von Privat oder von chinesischen Verkaufsportalen wie "Alibaba". Eine weitere Orientierung bieten Prüfzeichen wie etwa "GS". Ein höherer Preis garantiert dem TÜV-Experten zufolge zwar nicht mehr Sicherheit, kann aber durchaus ein Hinweis auf eine höhere Qualität sein.

Richtig laden

Ein Hoverboard wird an der Steckdose geladen
Bildrechte: imago/M.Zettler

Lithium-Ionen-Akkus sind in vielen Geräten verbaut, neben Hoverboards auch in anderen E-Fahrzeugen, aber auch in Smartphones oder Tabletts. Damit Nutzerinnen und Nutzer das Risiko des Ladevorgangs reduzieren können, rät Florian Hockel, die Geräte nicht über Nacht, nicht in der prallen Sonne, nicht im Keller, nicht auf brennbaren Unterlagen und immer nur mit den mitgelieferten Ladegeräten zu laden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 19. Mai 2020 | 20:15 Uhr

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