Rund ums Heimkino Was Beamer können und kosten

Marco Ammer, Technik-Journalist und Technik-Experte für MDR um 4
Bildrechte: Marco Ammer

Das Kino fürs Wohnzimmer – das wollen Beamer uns verschaffen. Aber das Angebot ist riesig, wie auch die Preisspanne. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, weiß Technik-Experte Marco Ammer.

Beim Kauf eines Beamers gibt es einige Aspekte zu beachten: die Lichtstärke, den Kontrast, die Farbgenauigkeit, die Lautstärke und viele mehr. Schlussendlich hängen fast alle diese Faktoren an einem einzigen Bauteil: dem Leuchtmittel. Es lohnt sich daher, sich damit kurz auseinander zu setzen.

DLP, LCD, LED: Das sollten Sie wissen

Bisher wurde in Beamern vor allem die DLP- und die LCD-Technik verwendet, um die Bilder zu erzeugen. Mittlerweile gibt es auch LED-Beamer. Aber die Entwicklung ist noch vergleichsweise jung. Bisher sind LED-Beamer daher noch recht Lichtschwach. Grundsätzlich unterscheiden sich die verschiedenen Techniken darin, wie sie aus dem Lichtstrahl, der in dem Leuchtmittel entsteht ein farbiges Bild erstellen.

DLP

DLP steht für "Digital Light Processing". Kernstücke dieser Technik sind eine digitale Farbpalette und eine bewegliche Mikrospiegel-Einheit, die das Licht reflektiert. Zunächst wird das farblose Licht durch die Farbpalette geschickt. Diese dreht sich und erzeugt so die gewünschten Farben.

Ein Beamer
Bildrechte: dpa

Anschließend trifft das Licht auf die Mikrospiegel-Einheit. Eine solche besteht in der Regel aus der Auflösung entsprechend vielen Spiegeln. Das heißt, wenn die Auflösung des Bildes 1920 x 1080 Pixel beträgt, sind ebenso viele Spiegel in der Einheit verbaut. Da die Spiegel innerhalb einer Sekunde bis zu 5.000 Mal ihre Position verändern können, ist es möglich ein sehr kontrastreiches Bild zu erzeugen.

Genau das ist auch eine der Stärken dieser Technik. Eine der Schwächen entsteht, durch die rotierende Farbpalette. Bei sehr schnellen Farbwechseln kann es dadurch nämlich zu dem so genannten Regenbogen-Effekt kommen. Das heißt, es kann so erscheinen, als würden die Farben etwas verlaufen.

LCD

Bei "Liquid Crystal Display" Beamern werden die Lichtstrahlen bereits in den Farben Rot, Grün und Blau losgeschickt. Sie durchlaufen verschiedene Spiegelsysteme und werden dann in einem Prisma wieder gebündelt. Von dem Prisma aus, wird das Bild dann durch die Linse auf die Leinwand projiziert.

Heimkino mit Beamer und Leinwand
Ein Traum für Filmfans: ein großes Heimkino. Bildrechte: imago/Arcaid Images

Ein LCD-Beamer kann Helligkeitsstufen viel differenzierter Wiedergeben, als DLP-Beamer. Außerdem wird es hier nicht zum dem Problem des Regenbogeneffekts kommen. Allerdings ist die Reaktionszeit bei LCD-Beamern bisweilen eine Schwachstelle. Gerade bei schnellen Bewegungen kann eine Art "Nachziehen" wahrgenommen werden.

LED

Bei LED-Beamern ist die Lichtquelle keine Lampe, sondern Dioden. Die Technik zur Bilderzeugung erfolgt dann ähnlich, wie bei den DLP-Geräten. Ein großer Vorteil der LED-Beamer ist, dass sie nicht so warm werden. Das heißt, die Geräte können sehr kompakt sein und benötigen keinen großen Lüfter. Dementsprechend sind sie auch vergleichsweise leise.

Hinweis für alle Beamertypen Hersteller geben häufig eine Betriebsdauer im Energiesparmodus an. Dann verlängert sich die Laufzeit nämlich. Im "Vollpower"-Modus kann die Zeit dann gut und gerne mal halb so lang sein.

Welche ist die beste Technik?

Das ist – wie immer – nicht so einfach zu beantworten und hängt auch von der Verwendung ab. Klar ist jedoch, dass die LCD- und DLP-Geräte im Anschaffungspreis zunächst kostengünstiger sind als LED-Beamer. In den Folgekosten, dreht sich dieses Verhältnis jedoch um. LED-Leuchten müssen in der Regel schließlich nicht ausgetauscht werden.

DLP-Beamer eignen sich wegen des hohen Kontrastes und der satten Schwarzwerte sehr gut für Standbilder und langsame Bewegtbilder. LCD-Geräte sind hingegen farbtreuer und kommen mit Bewegungen besser zurecht. Bei LED-Beamern wird noch die Lichtstärke als Schwachpunkt ausgemacht. Hier dürfte noch viel Entwicklungspotential liegen.

Die Auflösung beeinflusst den Preis

Einen guten Full-HD-Beamer bekommen Sie ab 500 Euro. UHD-Beamer, die natives Full-HD zu einer 4K-Auflösung hochskalieren (3.840 x 2.160 Pixel), gibt es ab rund 1.000 Euro. Höherwertige UHD-Beamer erreichen hingegen "echtes 4K", sie haben eine native Auflösung von meist 2.716 x 1.528 Pixel. Für Modelle mit sehr guter Bildqualität können aber schon 3.000 Euro und mehr anfallen.

Die Leinwand

Soll der Beamer optimale Bilder liefern, muss noch eine zusätzliche Leinwand aufgehängt oder aufgestellt werden. Rund 200 Euro aufwärts kosten gute motorbetriebene Leinwände, bei denen sich die Falten vom Aufrollen schnell aushängen. Alternativ kann man auch einen Rahmen aus dem Baumarkt selbst mit einer Leinwand bespannen. Passende Leinwandtücher gibt es im Internet schon ab 50 Euro pro laufenden Meter.

Die Wand als Leinwand? Mit einer Raufasertapete verabschieden Sie sich von 4K. Aber selbst glatt verputzt ist das übliche Wandweiß gelbstichig und für farblich korrekte Bilder ungeeignet.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 12. April 2021 | 17:00 Uhr

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