Verbraucherschutz Sicher vor Betrug? So schützt Ebay seine Nutzer

Das Online-Auktionsportal Ebay ist eines der erfolgreichsten weltweit. Jeder hat wohl schon mal mitgesteigert und mitgefiebert. Doch was ist, wenn die Ware nicht ankommt, man auf einen Betrug reingefallen ist? Das beschäftigt MDR-AKTUELL-Nutzer Sven Jeremiasch aus Leipzig. Er will wissen, was Ebay unternimmt, um Betrug zu verhindern.

Die App von eBay Kleinanzeigen auf einem Smartphone
Wie sicher ist man auf Ebay vor Betrug? Bildrechte: IMAGO / Kirchner-Media

MDR-AKTUELL-Nutzer Sven Jeremiasch hat neulich einen, wie er sagt, recht teuren Artikel auf Ebay ersteigert, aber die Sache hatte einen Haken: "Weil weder persönliche Übergabe noch Paypal-Käuferschutz möglich waren, war ich relativ vorsichtig." Nach einigen Recherchen war er sicher, dass es sich um Betrug handeln musste, und nahm Kontakt zu Ebay auf. "Ich hatte jedoch nicht den Eindruck, dass Ebay die notwendigen Schritte eingeleitet hat, zum Beispiel eine Sperrung vom Verkäufer-Account", erzählt er, "das fand ich doch sehr befremdlich und enttäuschend." Seitdem fragt er sich, was Ebay gegen möglichen Betrug unternimmt und was speziell in seinem Fall getan wurde.

Sicherheitsmaßnahmen auf Ebay

Das US-amerikanische Unternehmen Ebay betreibt einen der größten Online-Marktplätze. Ebay selbst tritt dabei als Vermittler zwischen Verkäufer und Kunde auf. Ob und wie Ebay im Fall von Herrn Jeremiasch tätig geworden ist, konnte eine MDR AKTUELL-Anfrage nicht herausfinden. Schriftlich teilte die Firma mit, die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich den Fall angesehen und sich mit dem Käufer in Verbindung gesetzt. Aus datenschutzrechtlichen Gründen könne man keine konkreteren Informationen weitergeben.

Weiter heißt es: "Ebay arbeitet ständig daran, den Online-Marktplatz so sicher wie möglich zu gestalten. So setzen wir unter anderem Software ein, um Betrugsversuche so früh wie möglich zu identifizieren. Ebay arbeitet eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Dieses System ermöglicht uns eine schnelle Reaktion in jedem Einzelfall und vermittelt sowohl auf Käufer- als auch auf der Verkäuferseite einen Schutz vor Missbrauch. Liegen hinreichende Sicherheitsbedenken vor, werden unter anderem Käufe abgebrochen, Angebote frühzeitig gelöscht und auch Ebay-Konten gesperrt".

Das sagen Verbraucherschützer 

Die Verbraucherschutzzentrale Sachsen mahnt: Als Kunde sollte man genau wissen, wer der Vertragspartner ist. Bei gewerblichen Angeboten hat der Kunde Gewährleistungs- sowie Widerrufsrecht. Wird aber von privat zu privat verkauft, gibt es das nicht. Das heißt, der Käufer kauft die Katze im Sack. Das gilt auch bei Ebay-Kleinanzeigen.

Was sollte ein Käufer grundsätzlich beachten? "Wer auf Nummer sichergehen möchte", sagt Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen, "sollte niemals vorab Geld für angebliche Gebühren, Versicherungen oder Überführungskosten überweisen." Auch Schecks solle man als Zahlungsmittel lieber nicht akzeptieren und sogar Paypal ist nicht ganz ohne: "Sofern dem Nutzer nur die Option 'Geld an Freunde und Familie senden' angeboten wird, sollte er stutzig werden. Das Geld ist im Betrugsfall weg. Die sichersten Zahlungsmethoden sind die Erteilung eines SEPA-Lastschriftmandats oder per Kreditkarte." Insbesondere sollte man als Kunde skeptisch sein, wenn sehr hochwertige Produkte innerhalb sehr kurzer Zeit versteigert werden sollen.

Bei Betrug Strafanzeige stellen

Offenbar hat Herr Jeremiasch richtig gehandelt, als er skeptisch wurde und mehr über den Verkäufer in Erfahrung bringen wollte. Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen sagt: "Das Grundprinzip der Abzocker ist eigentlich klar und heißt: keine Ware gegen Geld, oder aber: Sende mir deine Ware, Geld bekommst du aber nicht dafür. Insofern wird vielschichtig vorgegaukelt, dass sich das Vertragsversprechen bereits in der Phase der Erfüllung befindet. Und hier sollte der Kunde ansetzen und sich nicht – das ist das oberste Gebot – unter Druck setzen lassen. Es ist wie bei allen anderen Geschäften auch.

Wer Opfer von Betrug geworden ist, der sollte eine Strafanzeige stellen. Das könne auch per Internet geschehen über die Seite der Polizei unter der Rubrik Online-Wache, so die Verbraucherzentrale. Und auch das jeweilige Online-Portal sollte über den Vorgang informiert werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. April 2021 | 06:23 Uhr

Mehr aus dem Bereich Digitales

Weitere Ratgeber-Themen

Umschau - Urlaub - Auslandsreisen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK