Gesunde Raumluft Was Luftreiniger können – und was nicht

Nicht erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie wissen wir, dass frische Luft für uns wichtig ist. Um die Luft in Räumen so sauber wie möglich zu halten, gibt es auch technische Hilfsmittel. Viele davon werden gerade stark nachgefragt – wegen der Corona-Pandemie, aber auch wegen der nahenden Allergie-Saison. Was Luftfilter oder Luftwäscher wirklich bringen, das erklärt Technik-Experte Marco Ammer.

Welches Gerät kann was?

Wir können uns ihr nicht entziehen: der Luft. Leider schwankt sie aber in ihrer Qualität, in der sie um uns herum auftritt. Das große Problem: Schlechte Luft ist für uns nicht sichtbar, kann aber krank machen. Für Abhilfe sollen unter anderem technische Hilfsmittel für zu Hause sorgen. Sogenannte Luftfilter oder Luftwäscher.

Frau leidet an Atemproblemen
Schlechte Luft kann auf Dauer krank machen. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Zugegeben, die Begriffe sind schnell irreführend und erscheinen auf den ersten Eindruck ähnlich. Denn welchen Unterschied gibt es schon zwischen "reinigen" und "waschen"? Dennoch gibt es natürlich Unterschiede zwischen den Geräten und die Bezeichnung sagt bereits, welches Gerät welche Funktion priorisiert.

Was Luftfilter können

Luftreiniger filtern die Raumluft und entziehen ihr so zum Beispiel Staub, Pollen oder auch Kochgerüche. Sie funktionieren mit verschiedenen Filterarten. Zum Beispiel Kohlefiltern oder so genannten "High-Efficiency Particulate Air/Arrestance"-Filter, kurz HEPA-Filter.

Kohlefilter sind weithin bekannt aus Dunstabzugshauben, die keinen Ausgang nach draußen haben. Damit ist ein Teil des Wirkungsbereichs bereits beschrieben. Sie helfen zum Beispiel gegen Kochgerüche.

HEPA-Filter gehen noch weiter und wälzen gewissermaßen die Raumluft um. Dabei können sie Partikel filtern, die (je nach Effizienz und Qualität des Geräts) nur Bruchteile von Mikrometern groß sind.

Zwei Frauen entspannen auf einem Sofa
Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Beachten Sie Luftreiniger gibt es in unterschiedlichen Größen und Preisklassen. Vor einer Anschaffung sollte unbedingt die Raumgröße und -höhe berücksichtigt werden. Denn je nach Raumvolumen wird die Größe des Gerätes entschieden.

Einige Tests haben laut Verbraucherzentrale ergeben, dass HEPA-Filter auch Aerosole aus der Luft filtern können. Damit könnten die Geräte auch die Verbreitung des Coronavirus verlangsamen. Die Filter können allerdings niemals das einzige Mittel im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus zum Beispiel in Klassenräumen sein. Regelmäßiges Lüften wird dadurch nicht ersetzt!

Was Luftwäscher können

Luftwäscher waschen die Luft. Anders als die Reiniger, wälzen sie die Luft allerdings nicht durch Filter, sondern durch eine Art Wasserbad. Man kann sich das vorstellen, wie einen Regenschauer. Gerade Allergiker kennen das nur zu gut.

Die Pollenbelastung wird stetig größer, je länger es draußen trocken ist und bleibt. Nachdem es geregnet hat, sind die Pollen dann aus der Luft gespült und das Atmen fällt wieder leichter.

Auch für die Luftwäscher gilt, sie ersetzen unter keinen Umständen regelmäßiges Lüften.

UVC-Reiniger

Seit einigen Monaten wird auch immer wieder über UVC-Reiniger im Kampf gegen das Coronavirus gesprochen. Sie können mit Hilfe von UV-Licht Gegenstände und Oberflächen innerhalb weniger Sekunden reinigen. Dabei wird die Luft allerdings nicht von Feinstaub oder Gerüchen befreit.

Ob diese Technik großflächig zur Reinigung von Räumen, Fahrstühlen oder Gegenständen eingesetzt werden kann, wird zurzeit von verschiedenen Unternehmen erarbeitet.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 08. März 2021 | 17:00 Uhr

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