Sauberer Wohnen Was Saugroboter können und auf was Sie beim Kauf achten sollten

Wie gut ist eigentlich die neue Generation der Saugroboter? Einige Modelle sollen sogar schon saugen und gleichzeitig feucht wischen können. Unser Technikexperte Marco Ammer weiß, wie selbstständig und intelligent die Saugroboter wirklich sind.

Saugroboter mit Hund
Bildrechte: imago images / Panthermedia

Achtung, freifahrende Roboter

Noch sieht es nicht so aus. Aber bald beginnt das Schmuddelwetter. Und der Matsch von Draußen wird bald auch in unsere Wohnung kommen. Zum Glück gibt’s aber Helfer, die Sie bei der Beseitigung des Drecks unterstützen – nämlich kleine Haushaltsroboter.

Die können mittlerweile saugen und wischen. Und Sie haben wieder mehr Zeit für wichtige Dinge. Trotzdem, und so ehrlich müssen wir auch sein: Ein Haushaltsroboter wird das Putzen nicht komplett ersetzen. 

Mein Sauger, der kann Ecken

Saugroboter Kobold von der Deutschen Firma Vorwerk
Bildrechte: imago images/MiS

Als die ersten Saugroboter auf den Markt kamen, hatten fast alle eine große Schwachstelle und das waren die Ecken der Wohnung. Da sind die Robis mit ihren Bürsten nie hingekommen. Die Folge: Wollmäuse fühlten sich besonders in den Ecken der Wohnung wohl.

Die Hersteller haben diese Schwachstelle aber längst erkannt. Daher sehen fast alle neuen Modelle wie ein D aus. Bei manchen Saugrobotern stehen die Bürsten etwas über das Gehäuse hinaus, wodurch sie noch besser in den Ecken saugen können.

Wie kommt der nun von A nach B?

Auch wenn es Roboter sind, unterscheiden sie sich in der Navigation beim Saubermachen vermutlich kaum von uns Menschen.

Couch
Bildrechte: IMAGO

So gibt es Roboter, die nach dem Chaosprinzip durch die Wohnung fahren und so wahrscheinlich – wenn man ihnen genug Zeit gibt – alle Stellen erreichen. Stoßen sie auf ein Hindernis, drehen sie um und fahren in die nächste Richtung davon. Und dann gibt es Roboter, die mit Hilfe von Lasern und Fotoaufnahmen den Grundriss der Wohnung kennen, verschiedene Räume unterscheiden können und ganz gezielt vorgehen. Sie lassen sich über eine App steuern. Darüber können Sie zum Beispiel einstellen, welches Zimmer als nächstes gesaugt werden soll. Oder ob die ganze Wohnung erledigt werden muss.

Und wieso muss ich trotzdem noch was selber machen?

Auch wenn die Hersteller schon einige Schwachstellen ausgemerzt haben, eine große gibt es immer noch: Kanten und Treppen. Die Roboter verzweifeln, wenn sie eine Stufe vor sich sehen. Bis zu zwei, vielleicht auch drei, Zentimeter Höhenunterschied können einige Modelle sogar hinbekommen. Aber alles was darüber hinausgeht, ist unmöglich für sie zu überwinden. Zwar würden sie erkennen, wenn ein Abgrund kommt und daher nicht hinunterstürzen, aber sie können eben nicht klettern.

Staubknäule, im Sammelbehälter eines Staubsaugers
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Wer sogar mehrere Etagen hat, sollte sich am besten gleich mehrere Sauger zulegen. Und die Treppe dazwischen muss sowieso per Hand gesaugt werden.

Außerdem macht der Sauger sich nicht von alleine sauber. Das heißt, der Behälter muss geleert werden, die Bürsten oder Walzen müssen gereinigt werden.

Lohnt sich ein Modell mit Absaugstation? Etwas teurere Modelle bringen mittlerweile eine so genannte Absaugstation mit. So muss der Fangkorb des Roboters nicht alle zwei Sauggänge geleert werden, sondern der Fangkorb der Absaugstation nur aller zehn Mal. Aber ganz kommen Sie trotzdem nicht drumherum. 

Und, was kostet das?

Es ist wie bei fast allem, was es zu kaufen gibt. Nach oben gibt es kaum Grenzen. Es gibt vergleichsweise günstige Sauger für 200 Euro. Allerdings ist es auch gar kein Problem, mehr als 1000 Euro zu bezahlen. In dem Fall bekommt man dann aber tatsächlich auch einen Sauger, der mehr kann. Zum Beispiel hat er dann eine Absaugstation, eine intelligenter Routenplanung für die Wohnung, er hat hochwertigere Bürsten oder Walzen, die besser mit den verschiedenen Böden zurecht kommen.

Tipp Vor dem Kauf eines Saugroboters sollten Sie sich kurz überlegen, wie viel Arbeit der Roboter alleine machen soll und dann entscheiden, in welchem Preissegment Sie sich bedienen wollen. Denn wie gesagt, nach oben gibt es kaum Grenzen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 14. September 2020 | 17:00 Uhr

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