Samsung, Sony & Co. Wie teuer muss ein gutes Smartphone sein?

Marco Ammer, Technik-Journalist und Technik-Experte für MDR um 4
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Es ist nicht lange her, dass die ersten Smartphones mit mehreren Linsen für das perfekte Foto auf den Markt kamen. Natürlich hatte die neue Technik ihren Preis. Die Kosten für die Flaggschiffe lagen oft jenseits der 1.000 Euro. Mittlerweile sind zwei oder mehr Linsen Standard und die Preise dafür im gemäßigten Bereich angekommen. Marco Ammer stellt Handy-Modelle vor, die für den Alltag hervorragend geeignet sind und zudem finanziell erschwinglich.

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Marco Ammer stellt alltagstaugliche Handys zu erschwinglichen Preisen vor. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist überhaupt kein Problem, für ein neues Handy so viel Geld auszugeben, wie für einen einwöchigen Urlaub zu zweit. Der Neupreis von den Topmodellen vieler Hersteller liegt in der Regel jenseits von 1.000 Euro. Wenn Samsung im Februar 2023 das Galaxy S23 Ultra der Öffentlichkeit vorstellt, dürfte es mehr als 1.300 Euro kosten. Der Vorgänger im Februar 2022 lag bei Markteinführung bei 1.249 Euro. Dafür können wir viele schöne Dinge kaufen und die Frage ist, taugt nicht auch ein günstigeres Smartphone?

Akkuanzeige an einem Smartphone
Die Akkulaufzeit ist für viele Nutzerinnen und Nutzer ein wichtiges Kriterium beim Smartphonekauf. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Um darauf eine geeignete Antwort zu finden, muss niemand alle Handys vergleichen, das machen schließlich schon diverse andere Experten, unter anderem die Stiftung Warentest. Die Tester beurteilen in ihren Tests verschiedene Kategorien und berechnen daraus ein Gesamturteil. Die Kategorien sind: Grundfunktionen, Kamera, Display, Akku, Handhabung, Stabilität.

Stiftung Warentest bewertet mit "gut"

Für die Smartphones, die Ende Januar in der MDR um 4-Sendung besprochen wurden, kommt die Stiftung bei allen zum Ergebnis "Gut".  Klar, wir wissen aus der Schule, dass es da auch noch Abstufungen gibt (2+, 2, 2-), aber am Ende ist "Gut" eben eine 2. Um zu beurteilen, welches Handy nun das Richtige ist, lohnt sich trotzdem der Blick in die Details. 

Das günstige Samsung Galaxy A33 (ab 278 Euro) und das Sony Xperia 10IV (ab 319 Euro) kommen auf die Gesamtnote 2,3. In der Kategorie "Kamera" schneiden beide etwas schlechter ab als die Topmodelle. Aber vor allem das Sony-Gerät bekommt in drei Kategorien die Note Sehr Gut (Akku, Display und Handhabung). Der Akku des günstigen Sonys wird sogar als besser bewertet als der des Galaxy S22 Ultra.

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Das Samsung Galaxy A33 (links) und das Sony Xperia 10IV (rechts) kamen im Urteil der Stiftung Warentest auf die Gesamtnote 2,3. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Billigere Materialien

Wer sich die Zeit nimmt und die Geräte in einem Geschäft vergleichen möchte, der wird vor allem haptische Unterschiede feststellen. Die Topmodelle fühlen sich hochwertig an. Sie sind schwer und zudem fein verarbeitet. Bei den günstigeren Modellen fällt sofort auf, dass möglicherweise sowohl Display als auch die Rückseite aus Kunststoff sind und nicht aus Glas. Das muss nicht negativ sein, da Kunststoff langlebiger sein kann.

Große Unterschiede bei den Kameras

Was in den Tests bedauerlicherweise deutlich wird, ist, dass die Hersteller die guten Kameras in den teuren Handys verbauen. Wem die Kamera also extrem wichtig ist, wird bei den günstigen Modellen eher nicht fündig.

Foto von Tallinn auf Tablet-PC
Wer gute Fotos mit dem Smartphone machen will, dem empfiehlt Marco Ammer den Kauf gebrauchter Topmodelle. Bildrechte: Colourbox.de

Wem die Kamera extrem wichtig ist, wird bei den günstigen Modellen eher nicht fündig.

Marco Ammer Technikexperte

Dann ist der Trick, sich ein gebrauchtes Topmodell von vor zwei oder drei Jahren zu kaufen. Auf Plattformen wie "asgoodasnew.de", "rebuy.de" oder "refurbed.de" gibt es zum Teil ordentliche Rabatte auf die Geräte. Klar sind die dann gebraucht. Aber sie sind generalüberholt, die Gebrauchsspuren werden deutlich gemacht und auch dort gibt es eine Garantie und ein Umtauschrecht.

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MDR (lk)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 23. Januar 2023 | 17:00 Uhr

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