Gefälschte Internetseiten Falsche Sperrmüll-Entsorger: Polizei warnt vor bundesweit aktiven Betrügern

Wer Sperrmüll loswerden möchte, schaut meist im Internet auf den Seiten der Stadtreinigung nach einem Termin. Aber Vorsicht: Hinter offiziell aussehenden Internetseiten können Betrüger stecken. Wie man das erkennen kann, erklären wir hier.

Internetseiten genau anschauen

Ausgediente Schränke, Stühle und Kommoden werden oft im Keller geparkt. Geht nichts mehr rein, bleibt oft nur auszusortieren, um wieder Platz zu schaffen. Ist der nächste Termin der Stadtreinigung zum Abstellen des ungeliebten Hausrats noch weit hin, wird das Internet wieder nach einer Lösung befragt.

Doch hier tummeln sich viele unseriöse Anbieter, die versprechen, unkompliziert Sperrmüll zu entsorgen. Einige davon vermitteln durch ihre Aufmachung und die abgebildeten Fotos auf ihren Homepages auch den Anschein, man befinde sich auf Seiten von städtischen Angeboten. Mitunter werden sogar Bilder seriöser Unternehmen abgebildet, welche ohne Nachfrage kopiert wurden. Hier hilft aber oft schnell ein Blick ins Impressum weiter. Wer ganz sicher gehen will, sollte direkt nach dem städtischen Versorger suchen und dort anrufen.

Nicht mehr zahlen als vereinbart

Wer mit einem Anbieter einen Preis zur Abholung vereinbart hat, sollte dann auch nicht mehr bezahlen, wenn dann bei der Abholung mehr verlangt wird. Das rät auch die Verbraucherzentrale Hamburg, die auch davor warnt, sich durch die Deklaration von Gegenständen als teureren Sondermüll täuschen zu lassen. Denn auch damit wollen die Betrüger nur eins: Kasse machen.

Was ist kein Sperrmüll? "Kein Sperrmüll sind beispielsweise Gewerbe- und Industrieabfälle, Bauschutt sowie Problemstoffe wie gefüllte Farbeimer oder Lackdosen", erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Seriöse Unternehmen verlangen keine Barzahlung

Auch die Stadtreinigung Leipzig kennt die Masche der Kriminellen, sich möglichst so darzustellen, als seien sie vom kommunalen Anbieter. Geschädigte haben danach davon berichtet. Wer Opfer der Masche geworden ist, dem bleibt nur die Anzeige bei der Polizei. Wichtig: Die Sprecherin der Stadtwerke Leipzig betont, dass Entsorger kein Bargeld annehmen. Lassen Sie sich daher eine Rechnung schreiben. Auch wenn Betrüger mit Nachdruck agieren, um ihre Opfer einzuschüchtern.

Besonders bitter: Seiten von Betrügern oft weit oben

Die Sperrmüll-Abzocker schaffen es oft, sehr weit oben in den Suchanfragen im Internet platziert zu werden. "Weil sie dafür Geld bezahlen", sagt Onlinemarketing-Expertin Romy Gottschalk. "Da gehört kein großes Hexenwerk dazu, keine großartigen Programmierer." Denn hier würden einfach auf bestimmte Suchworte wie "Sperrmüll" und "Entsorger" Anzeigen geschaltet. Klicken die Nutzer drauf, wird der "Einsatz" der Seitenbesitzer günstiger. Oft führt die Spur der Kriminellen ins Ausland und oft nach Istanbul, wie Ermittlungen des LKA Berlin zeigen.

MDR Wirtschaftsredaktion

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 16. August 2022 | 20:15 Uhr

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