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Service | 24.01.2021Vernetzte Überwachungskameras - Worauf muss man achten?

Stand: 25. Januar 2022, 05:00 Uhr

WLAN-Kameras für die Wohnung, Outdoor-Überwachungskameras und Türklingel-Kameras sind einfach zu installieren. Doch was technisch leicht geht, ist nicht immer rechtens. Die Hersteller ziehen sich meist auf die Position zurück, dass der Kunde für die gesetzeskonforme Nutzung selbst verantwortlich ist. Daneben sind Verbraucher verunsichert - spioniert meine Kamera mein Privatleben aus? Wo landen die Bilddaten? Moderator Matthias Haase spricht mit Experten über vernetzte Überwachungskameras.

Welche Überwachungskameras gibt es?

Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Überwachungskameras. Eine Türklingel-Kamera filmt den Klingelnden und übernimmt damit die Aufgabe des klassischen Spions in der Wohnungstür. Eine WLAN-Kamera für die Wohnung kann helfen, schlafende Babys, hilfsbedürftige Angehörige oder den allein zu Hause geblieben Hund im Blick zu behalten. Überwachungskameras sollen für Sicherheit rund ums Haus oder im Garten sorgen. Vor allem die Zahl der Überwachungskameras rund ums Haus steigt in Thüringen stetig.

Was ist eine IP-Kamera?

Die moderne Version der Überwachungskameras ist eine Kamera, die Zugang zum Internet hat und eine eigene IP-Adresse besitzt. Während die Bilder der Überwachungskamera klassisch auf einem Stick landen, werden die Bilder aus der IP-Kamera direkt in eine Cloud gesendet. Dort bleiben sie, bis sie gelöscht werden.

Den Hund von unterwegs per Kamera zu beobachten, ist manchmal ganz nützlich. Aber bitte nicht über ein ungesichertes W-LAN-Netz. Bildrechte: imago images / agefotostock

Der Vorteil einer IP-Kamera: Zerstören Einbrecher eine normale Kamera, sind meist auch die Bilder zerstört. Bei der IP-Kamera sind die Bilder dann schon in der Cloud. Sie liegen dort recht sicher. Der Nachteil: Grundsätzlich gibt es für Hacker immer die Möglichkeit, Geräte zu kapern und somit in die Cloud oder über eine IP-Kamera direkt in die Wohnung zu schauen. Für Sicherheit sorgt das regelmäßige Ändern der Passwörter. Vor allem wenn die neue Technik installiert wird, müssen die voreingestellten Passwörter unbedingt geändert werden, da die Geräte immer mit dem gleichen Passwort ausgeliefert werden. Und das müssen Kriminelle dann nicht einmal knacken. Außerdem sollten Sie nicht über ein ungesichertes WLAN auf das heimischen Netzwerk zugreifen.

Sind Überwachungskameras erlaubt?

Kameras dürfen nicht einfach so überall installiert werden. Es ist nur erlaubt, auf dem privaten Grundstück zu filmen. Wird eine Kamera beispielsweise auf die Einfahrt mit dem parkenden Auto gerichtet, dürfen weder Teile des Nachbargrundstücks, noch Gehweg oder Straße im Bild sein. So urteilte beispielsweise das Landgericht Frankenthal in einem Nachbarschaftsstreit: "Bei einer Überwachungskamera an der eigenen Hauswand muss der Blick auf das Grundstück der Nachbarn ausgeschlossen sein. Schon die Möglichkeit, die Kamera auch auf die Nachbarn zu richten, löst einen Überwachungs-Druck aus, den die Nachbarn nicht hinnehmen müssen. Eine solche Anlage verletzt deren Persönlichkeitsrecht. Die Kläger können verlangen, dass die Überwachungskamera entfernt und auch künftig keine neue installiert wird."

Wer die Kamera in der eigenen Wohnung 24 Stunden laufen lässt, muss Handwerker, Gäste und größere Kinder darüber informieren. Sie müssen der Aufzeichnung zustimmen.

Infos zum ExpertenAndrijan Möcker von der Computerzeitschrift c't kennt sich bestens mit Überwachungskameras aus.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 25. Januar 2022 | 11:05 Uhr