Gartenpflege Pflanzen vor Extremwetter schützen

Leere Regentonnen, brauner Rasen, trockene Blumen: Unsere Gärten müssen immer häufiger mit großer Dürre und starker Hitze auskommen. Und wenn es mal regnet, dann oft gleich eimerweise. Pflanzenarzt René Wadas erklärt, wie wir den Garten besser vor Extremwetter schützen können.

Ein Mann gießt in einer Kleingartenanlage seine Pflanzen.
Extreme Hitze oder Platzregen: Unsere Gärten sind immer häufiger Wetterextremen ausgesetzt. Bildrechte: dpa

Pflanzen brauchen mehr Aufmerksamkeit

Gärtner können sich nicht auf das Wetter verlassen, es schlägt Kapriolen. Mal ist es heiß, dann wieder kühl. Extreme Trockenheit, Überschwemmungen oder Hagel – alles ist möglich.

"Unsere Pflanzen brauchen mehr Aufmerksamkeit, um diese Phasen gut zu überstehen. Pflanzen leiden da unter Stress und der macht sie auch anfälliger für Schädlinge und Krankheiten", sagt Garten-Experte René Wadas.

Die Pflanzen im Garten müssen widerstandsfähiger werden, um Wetterextreme besser durchstehen zu können. Vor allem der Boden sollte intakt und gesund sein, weiß der Experte.

Silberweide
Die Silberweide kommt auch mit hohen Temperaturen aus. Bildrechte: imago/Manfred Ruckszio

Weniger mineralische Dünger, mehr Naturdünger – das belebt den Boden und regt die Wurzelbildung an.

René Wadas, Pflanzen-Experte

"Nur Pflanzen mit starken Wurzeln sind auch gesunde Pflanzen", erklärt Wadas. Umso mehr Wurzeln die Pflanze haben, desto mehr Wasser und Nährstoffe – auch aus tieferen Schichten – können sie aufnehmen. Um Verdunstungen im Boden zu minimieren, helfe auch Mulchen.

Mulchen Unter Mulchen versteht man das Bedecken des Bodens mit unverrotteten organischen Materialien, dem sogenannten Mulch.

Jede Pflanze müsse eine ihrer Art entsprechende Zuwendung bekommen, sagt Wadas. Ein gutes Beispiel dafür seien Thuja-Pflanzen (auch bekannt als Lebensbaum), die in vielen Gärten zu finden seien.

Hecke vor Haus
Beliebt und durstig: Der immergrüne Lebensbaum benötigt sehr viel Wasser. Bildrechte: imago images / Shotshop

"Der immergrüne Lebensbaum gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzern in Europa. Diese Sumpfzypressen, man hört es bereits am Namen, benötigen viel Wasser. Das muss bedacht werden, wenn man sich für diese Pflanzen entscheidet", sagt René Wadas.

Wetterbeständige Pflanzen für Garten und Balkon

Das gelte auch für alle anderen Pflanzen. Schon beim Kauf solle man sich mit den Ansprüchen der entsprechenden Wunschpflanze beschäftigen. "Dann wissen wir, wie wir sie bei entsprechenden Witterungsverhältnissen zu schützen haben", so der Pflanzen-Experte. Aufgrund des Klimawandels rät der Profi dazu, unbedingt auf Monokulturen zu verzichten.

dickblättrige Pflanze
Die dickblättrige "Fette Henne". Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Alternativ können Gärtner auf Pflanzen setzen, die mit großer Hitze besser auskommen: Dazu zählen zum Beispiel Pflanzen mit grauen Blättern wie etwa die Silberweide, mit behaarten Blättern wie der Wollziest oder mit dickfleischigen Blättern wie die "Fette Henne". "Diese Pflanzen eignen sich sehr gut als Balkonpflanzen, sie benötigen kaum Wasser und sind dabei auch winterhart und gut für unsere Insektenwelt", sagt Wadas.

Gewächshäuser mit Kalk vor Hitze bewahren

Viele Kleingärtner sind stolz auf ihr eigenes Gemüse, doch auch hier schmälert die Hitze zunehmend den Ertrag. Das Gewächshaus im Garten sollte daher ebenfalls besser vor Hitze geschützt werden. Der Experte empfiehlt: "Mit Kalk können die Scheiben schattiert werden, um Verbrennungen vorzubeugen. Viel Humus im Boden hält das Wasser zudem besser in der Erde und die Pflanzfläche kann mit Kompost oder Mulch abgedeckt werden."

Schädlingsbefall rechtzeitig erkennen

Böden sollten davor geschützt werden, dass durch Starkregen oder Unwetter Nährstoffe ausgewaschen werden. Betroffen sind besonders sandige und versalzende Erden. "Tonteilchen und Humus können beispielsweise die wertvollen Stoffe im Boden halten, auch Gründung holt die tiefer liegenden Nährstoffe wieder an die Oberfläche", so Wadas.

Plastik-Flaschen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Lärm verschreckt Wühlmäuse. Einige Gärtner schwören deshalb auf klappernde Plastikflaschen, die auf Stäbe ins Beet gesteckt werden. Der Wind spielt auf ihnen Musik, die Wühlmäuse gar nicht leiden können.

MDR FERNSEHEN So 17.05.2020 08:30Uhr 00:22 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/schaedlinge/trick-hilfe-plastikflaschen-gegen-wuehlmaeuse-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nicht nur die Hitze und Trockenheit sind im Sommer ein Problem, auch Blattkrankheiten und Schädlinge fühlen sich bei steigenden Temperaturen wohl. Erdflöhe, Blattglanzkäfer, Zikaden an Kräutern und Wühlmäuse sind im Sommer vermehrt anzutreffen.

Pflanzen verändern bei Schädlingsbefall oder Pilzkrankheiten sehr schnell ihr Aussehen. Erkennbar durch Blattfall, Blattverfärbung, Blattverkrüppelung, Wuchsdepressionen. Fraß-Schäden kann man sowieso gut erkennen. Wir Gärtner sollten immer ein waches Auge haben!

René Wadas, Pflanzen-Experte

Zimt hilft gegen Nacktschnecken

Pflanzenarzt René Wadas rät bei einem Schnecken-Problem im Garten den Griff ins Gewürzregal.

Nacktschnecke
Nacktschnecken machen in der Regel einen Bogen um Zimt. Bildrechte: colourbox

"Viele Gärtner sind auf den Zimt gekommen. Schnecken machen einen großen Bogen darum. Nach meiner Erfahrung sollten aber auch altbewährte Maßnahmen angewendet werden, um größtmögliche Erfolge zu erzielen: Holzbretter auslegen, Bierfalle oder Futterstellen zur Ablenkung. Gute Erfahrung haben wir in unserem Garten mit Wurmfarn gemacht."

Unser Experte

René Wadas
Bildrechte: Patrice Kunte

Pflanzenarzt René Wadas

Pflanzenarzt René Wadas

René Wadas ist Deutschlands einziger Pflanzenarzt. Seit 1997 experimentiert der Bestseller-Autor in seiner Pflanzenklinik in Niedersachsen mit biologischen Heilmitteln gegen Schädlingsbefall.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 25. August 2020 | 17:00 Uhr

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