Gartenpflege Frostschäden an Pflanzen erkennen und behandeln

Pflanzenexperte René Wadas
Bildrechte: Patrice Kunde

Frost und Schnee haben in unseren Gärten deutliche Spuren hinterlassen und an vielen Pflanzen für Winterschäden gesorgt. Wie die jetzt bei frühlingshaften Temperaturen und viel Sonne richtig behandelt und erkannt werden können, weiß Pflanzenexperte René Wadas.

Was tun nach Frostschäden?

Zunächst sollten Hobbygärtner eine Bestandsaufnahme im Garten vornehmen. Welche Frost- und Schneeschäden hat der Winter hinterlassen?

braune Blätter am Kirschlorbeer
Braune Blätter am Kirschlorbeer Bildrechte: MDR/Martin Reißmann

Besonders immergrüne Gewächse im Garten haben unter dem starken Dauerfrost den meisten Schaden genommen. Ganz vorne steht der Kirschlorbeer, der bei vielen Leuten als Hecke oder Beet- und Grundstückseinfassung verwendet wird. Er hat durch den Frost gelitten. Viele Blätter sind braun und werden in den nächsten Wochen abfallen. Hier sollte nicht vorzeitig zurückgeschnitten werden. Der Kirschlorbeer kann wieder austreiben. Abwarten und Beobachten ist hier die Devise.

Ebenfalls zu kämpfen mit dem Frost hatte der Portugiesische Kirschlorbeer. Hier wird es ebenfalls viele braune Blätter geben. Ich rate dazu, die Pflanze noch nicht zurückzuschneiden und abzuwarten, wie sie wieder durchtreibt.

Schneebruch

Der Schnee hat durch seine Last in vielen Gärten auch Sträucher und Büsche runterbrechen lassen. Hier empfiehlt sich ein vorsichtiger Rückschnitt. Sind die Schäden größer, kann auch ein stärkerer Schnitt erfolgen.

ein abgeknickter Ast
Bildrechte: MDR/Martin Reißmann

Nach einem starken Rückschnitt erfolgt immer auch ein starker Austrieb. Die Pflanzen werden sich vom Schnee schnell erholen und die Schäden werden sich verwachsen.

Der Winter ist noch nicht überstanden

Es kann noch einmal kalt werden. Empfindliche Pflanzen sollten daher, auch wenn die Sonne lockt und die Temperaturen tagsüber schon deutlich steigen, noch in ihrem Winterschutz bleiben.

Rosen schneiden, wenn die Forsythien blühen

Eine Schwanzmeise
Eine Schwanzmeise (Aegithalos caudatus), auf einem Rosenstrauch. Bildrechte: imago/blickwinkel

Blühende Forsythien sind für viele Menschen der Inbegriff des Frühlings. Die gelben Goldglöckchen sind auch ein perfekter Gradmesser für den Pflanzenschnitt. Rosen können problemlos geschnitten werden, wenn die Forsythien blühen. Durch einen Rückschnitt im Frühjahr blühen viele Rosensorten reichlicher und wachsen kräftiger.

Mehrfach blühende Rosen benötigen einen kräftigeren Rückschnitt, damit sie nach der ersten Blüte noch Kraft für die Nachblüte haben. Bei Rosen gilt ebenfalls, je radikaler der Schnitt erfolgt, desto stärker erfolgt der Austrieb. Dies empfiehlt sich besonders bei kahl gewordenen Rosen.

Wilde Rosen wie "Ramblerrosen" und Vertreter, die nur einmal im Jahr blühen, dürfen nicht geschnitten werden. Dort sollte möglichst nur die Blüte weggeschnitten werden. Diese Rosen blühen an den zweijährigen Trieben, die im Vorjahr gebildet worden sind.

Edelrosen hingegen blühen am einjährigen Holz, also an den frischen Trieben.

Was wir jetzt im Garten schon tun können

Jetzt ist im Garten noch die Zeit, um Pflanzen umzusetzen oder auch Stauden zu teilen. Beerensträucher können ausgelichtet oder zurückgeschnitten werden. Für größere Schnittmaßnahmen ist die Zeit aufgrund des Vogelschutzes aber abgelaufen.

Bäume wie Steinobst, also Kirsche, Pflaume oder Pfirsich dürfen nicht mehr stark geschnitten werden. Bei Kernobst wie Apfel und Birne hingegen darf ein Rückschnitt jetzt noch erfolgen. Gegen Pilzkrankheiten kann jetzt auch schon eine Jauche aus Knoblauch und Zwiebeln angesetzt werden. Mit dem Ausbringen sollten wir aber noch warten bis die ersten Blätter zu sehen sind.

Vogelkasten für Nischen- oder Halbhöhlenbrüter.
Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Tipp Um Schädlingen im Garten vorzubeugen, können jetzt auch Nistkästen für Meisen aufgehängt werden. Diese sollten in zwei bis drei Metern Höhe hängen und nicht zur Wetterseite und zur direkten Sonne zeigen.

Kräuselkrankheit und Rosenrost bekämpfen

Die Kräuselkrankheit bei Pfirsichbäumen kann ebenfalls mit einem biologischen Sud bekämpft werden.

Einfach 200 Gramm Meerrettich in einem Liter Wasser auskochen und mit 20 ml Öl mischen. Damit die Äste besprühen und desinfizieren. Die Sporen der Kräuselkrankheit sitzen auf den Ästen und warten nur darauf, dass sie den Baum befallen können.

Ein Wundermittel gegen Rosenrost, Mehltau und Schädlingsbefall ist "Rosenzauber". Mit etwas Geschick ist die Spritzbrühe schnell selbst zubereitet. Dazu werden 200 Gramm getrockneter Ackerschachtelhalm für 24 Stunden in einem Liter Wasser eingeweicht. Am nächsten Tag wird eine große Knolle Knoblauch mit zwei großen Zwiebeln im Sud ausgekocht und geköchelt. Das Konzentrat dann auf fünf Liter verdünnen und damit regelmäßig, vor allem in der Wachstumsphase, die Rosen einsprühen.

Unser Experte

René Wadas
Bildrechte: Patrice Kunte

Pflanzenarzt René Wadas

Pflanzenarzt René Wadas

René Wadas ist Deutschlands einziger Pflanzenarzt. Seit 1997 experimentiert der Bestseller-Autor in seiner Pflanzenklinik in Niedersachsen mit biologischen Heilmitteln gegen Schädlingsbefall.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 02. März 2021 | 17:00 Uhr

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