Schadstoffe in Nahrungsmitteln 21 Reissorten im Test: "Beunruhigendes Ergebnis"

Wenn Sie Reis essen, gibt es oft auch eine Portion Arsen und Mineralöl dazu - so ein Ergebnis von Ökotest. Dort wurden 21 Reissorten unter die Lupe genommen. Nur bei vier Produkten hatten die Tester gar nichts zu beanstanden.

Eine Schüssel Reis.
Statistisch gesehen isst jeder Deutsche fünf Kilogramm Reis pro Jahr. Bildrechte: Colourbox.de

Je sieben Sorten Parboiled-Langkorn-, Basmati- und Vollkornreis hat Öktotest ins Rennen geschickt. Und das in der Juli-Ausgabe veröffentlichte Testergebnis ist nicht nur unappetitlich, sondern auch beängstigend: In allen Produkten wurde labortechnisch Arsen nachgewiesen. Bei Basmatireis fiel die Belastung mit dem krebserregenden Stoff gering aus, ganz im Gegensatz zu den Vertretern von Natur- und Parboiled-Langkornreis. "Wir haben in allen 21 Produkten Arsen gefunden, krebserregendes Arsen", erklärt Kerstin Scheidecker von Ökotest. "In vielen Produkten nur als ganz kleine Spuren, in manchen aber auch so hoch, dass wir abwerten müssen. Das ist natürlich ein beunruhigendes Ergebnis", so ihr Fazit.

Zwölf Produkte mit zu hoher Arsen-Belastung

Arsen in Reis lässt sich nicht vollständig vermeiden, denn es ist ein natürlicher Bestandteil der Erde, kommt in den Gesteinsschichten vor und gelangt über das Wasser in die Pflanze. Weil Reis auf unter Wasser stehenden Feldern angebaut wird, nimmt er über die Wurzeln besonders viel Arsen auf.

Reisfeld
Das natürlich vorkommende Arsen wird von der Reispflanze über das Wasser aufgenommen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Den Giftstoff, der krebserregend sein kann, entdeckte das von Ökotest beauftragte Labor in sechs Vollkornreis-Marken – und das sogar in stark erhöhter Konzentration. In einigen der Produkte wurden teils zudem Mineralöl, Pestizide oder auch das Schwermetall Cadmium entdeckt.

Insgesamt wurde in zwölf Produkten eine zu hohe Belastung mit Arsen nachgewiesen. Darunter zählt auch der "Bio Langkornreis Natur", der im Drogeriemarkt "dm" erhältlich ist. Erstaunlicherweise stark erhöht ist die Schadstoff-Konzentration laut Öko-Test auch im "Bio Naturreis Spitzen-Langkorn" von "Rewe".

Giftstoffe stecken vor allem in der Schale - und damit im Vollkornreis

Dass Basmatireis meist durch geringe Schadstoffbelastung und gute Qualität überzeugen konnte - im Gegensatz zu Vollkornreis - hat einen logischen Grund: Denn in der Schale des Korns stecken neben Vitaminen und Mineralien auch Giftstoffe wie Pestizide und eben das anorganische Arsen.

Kerstin Scheidecker Ökotest
"Das ist natürlich ein beunruhigendes Ergebnis", so Kerstin Scheidecker von Ökotest. Bildrechte: MDR/Umschau

Kerstin Scheidecker von Ökotest weiß: "Das Arsen reichert sich beim Reis in der Schale an, in den äußeren Schichten des Reiskorns. Das hat zur Folge, das geschälter Reis weniger Arsen enthält als beispielsweise Vollkornreis", erklärt sie. Die vermeintlich natürlichen Produkte weisen damit die meisten Schadstoffe aufzuweisen.

Zwei Produkte fallen mit "ungenügend" durch

Einer der zwei absoluten Testverlierer ist der Fair-Trade-Kandidat "Gepa Bio Basmatireis". Das liegt in diesem Fall auch an der Zusammensetzung. "Da stimmt einfach der Anteil an Fremdreis nicht", begründet Kerstin Scheidecker von Ökotest das niederschmetternde Urteil. Das dürfte bitter für all jene sein, die extra etwas tiefer in die Tasche greifen, um ein fair gehandeltes Produkt zu kaufen. Hier wurden zudem auch Mineralöl-Bestandteile nachgewiesen, eine Belastung mit Pestiziden konnte nicht festgestellt werden. Das Produkt bekam das Prädikat "ungenügend". Auch als "ungenügend" bewertet wurde der "Globus Parboiled Natur-Reis", der eine sehr hohe Belastung mit Arsen und Mineralstoffen aufwies.

Reis im Labor
Im Testlabor wurde in allen Reisproben Arsen nachgewiesen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vier Mal das Prädikat "sehr gut"

In der Kategorie Langkorn-Reis Parboiled wurden zwei Produkte mit "sehr gut" bewertet: das Produkt von "Alnatura" und "Uncle Ben‘s Original-Langkorn-Reis". Unter den Basmati-Vertretern wurde auch zweimal die Bestnote vergeben. Überzeugen konnte hier der "Tilda Pure Original Basmati" - und der "Satori Basmati Reis" vom Discounter "Netto".

Tipp: Zubereitung vermindert Arsengehalt

Untersuchungen belegen, dass man bei der Zubereitung von Reis den Arsengehalt vermindern kann. Arsenverbindungen können beim Waschen und Kochen von Reis in reichlich Wasser teilweise aus dem Reis in das Wasser übergehen. Also, den Reis in reichlich Wasser waschen, garen und dann das überschüssige Kochwasser abgießen. Dann darf Reis ganz unbedenklich ein- bis zweimal die Woche auf den Tisch.

Reis kochen, Umschau
"Den Reis vorher waschen und mit viel Wasser kochen und abschütten", rät Kerstin Scheidecker. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 11. August 2020 | 20:15 Uhr

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