Service Richtig heizen - trotz April-Wetter-Achterbahn

Mal 18 Grad und Sonne, dann Graupelschauer und nachts Temperaturen Richtung Bodenfrost. Wie soll man da seine Wohnung ordentlich heizen? Experten raten jedenfalls dazu, nicht so launisch am Gasheizungsthermostat zu drehen, wie die Wetterlage sich zurzeit gibt.

Eine Hand dreht am Thermostat eines Heizkörpers
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Sachsens Gaskunden verbrauchen im bundesweit Vergleich am meisten: durchschnittlich 23.606 Kilowattstunden im Jahr. In Berlin ist der Verbrauch mehr als ein Drittel geringer und liegt bei nur 14.763 Kilowattstunden jährlich, hat das Vergleichsportal "Check24" festgestellt. Dessen Analysten erklären die Unterschiede mit den deutlich kleineren Wohnungen und Singlehaushalten in Berlin. Die müssten entsprechend weniger beheizt werden als Wohnungen und Häuser im Flächenland Sachsen. Bundesweit verbrauchen Haushalte jährlich im Schnitt 20.338 Kilowattstunden Gas. In den ostdeutschen Bundesländern liegt der Verbrauch 7,2 Prozent höher als im Westen.

Laue Luft - Heizung aus?

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage richten 54 Prozent der Bundesbürger ihr Heizverhalten an den Außentemperaturen aus. Was auf den ersten Blick vernünftig klingt, muss nicht effizient sein, warnt der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG). "Häufiges Hoch- und Runterdrehen der Heizung kann unnötig viel Energie und damit Heizkosten verbrauchen", sagt der DVFG-Technikexperte Markus Lau. Oder anders gesagt: Konstantes Heizen spart Energiekosten besonders bei starken Temperaturschwankungen und Aprilwetter.

Ein maximal aufgedrehtes Thermostat heizt die Wohnung nicht schneller. Es ist ratsam, auch bei den ersten lauen Frühlingstagen die Heizung tagsüber auf niedriger Stufe zu belassen. So erreicht man abends schneller wieder die individuelle Wohlfühltemperatur, wenn die Außentemperaturen stark fallen.

Markus Lau Technikexperte des Deutschen Verbands Flüssiggas

Lüften vor Sonnenuntergang

Regelmäßiges Lüften gilt nicht nur in Corona-Zeiten als Muss. Im Unterschied zum Winter, wo man drei Mal am Tag fünf Minuten Stoßlüften sollte, kann man das im Frühling leicht anpassen: Optimal sind drei bis vier Mal pro Tag, jeweils zehn bis 15 Minuten, rät der Technikexperte. Markus Laus Tipp: "Wer beim Lüften möglichst wenig Raumwärme einbüßen möchte, lüftet am besten nachmittags das letzte Mal und lässt noch einmal warme Frühlingsluft herein. So wird verhindert, dass nach Sonnenuntergang nur noch kältere Luft von draußen hereinströmt - und die Raumtemperatur absenkt."

Noch mehr Tipps zum Energiesparen haben die Verbraucherzentralen hier zusammengefasst.

Quelle: MDR Sachsen/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Sachsenspiegel | 13. April 2021 | 19:00 Uhr

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