Bankenkrise Sberbank in Europa zahlungsunfähig: Was bedeutet das für Sparer?

Die Sanktionen gegen Russland betreffen auch das dortige Bankensystem. Anleger in Deutschland sind verunsichert, ob ihre Gelder bei Tochterunternehmen in Europa sicher sind. Wir klären auf.

Ein Mann geht in eine Filiale der Sberbank
Die Sberbank Europe mit Sitz in Wien ist eine 100-prozentige Tochter der Sberbank Moskau. Bildrechte: imago images/Alex Halada

Europäische Tochter der russischen Sberbank geschlossen

Die weitreichenden Sanktionen gegen Russland haben auch Auswirkungen auf das Bankensystem – jetzt auch in Deutschland. Der europäische nTochter der russischen Sberbank wurde die Geschäftstätigkeit untersagt. Rund 35.000 Anlegerinnen und Anleger aus Deutschland sind betroffen, viele darunter aus Mitteldeutschland.

Was wird jetzt aus dem Geld? Was können Betroffene tun? Genau diese Frage nach der Sicherheit von Tages- und Festgeldern bei europäischen Töchtern russischer Banken wird sich in Zukunft wohl noch häufiger stellen. Denn nicht nur die Sberbank (Sitz in Wien) ist betroffen. Auch die VTB Direktbank mit Sitz in Frankfurt am Main, die FIBR (Amsterdam Trade) oder die East West Direkt sind ebenfalls Töchter russischer Banken, bei denen deutsche Anlegerinnen und Anleger Konten besitzen.

Mehr als eine Milliarde Euro Einlagen von deutschen Kundinnen und Kunden betroffen

Die EZB (Europäische Zentralbank) hat die zahlungsunfähige Sberbank Europe AG bereits von den österreichischen Behörden schließen lassen. Der Grund: Anleger hatten der Sberbank Europe AG in großem Ausmaß ihre Gelder abgezogen. Die Liquiditätslage der Sberbank hatte sich dadurch derart verschlechtert, dass die EZB keine realistische Chance sieht, die Liquidität kurzfristig wiederherzustellen. 913 Millionen der etwas mehr als eine Milliarde Euro Einlagen von deutschen Kundinnen und Kunden sind nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) allerdings durch die "Einlagensicherung Austria" (ESA) gesichert.

Wie viel ist versichert – und wie kommt man an das Geld?

"In der Europäischen Union sind Einlagen von Privatanlegern über nationale Einlagerungs- und Anlegerentschädigungsgesetze abgesichert, das greift natürlich auch in Österreich. Bei Tages-und Festgeldkonten sind die Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Kunde und Bank geschützt, Ausnahmefällen auch bis 500.000 Euro", erklärt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Abwicklung für deutsche Kunden übernehme innerhalb von in der Regel sieben Arbeitstagen die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). Da es sich hier um einen grenzüberschreitenden Fall handelt, könne es auch ein paar Tage länger dauern. "In der Regel setzt sich die EdB mit den Kunden selbstständig in Verbindung. Was man jetzt tun kann: Die Verträge bereithalten, vielleicht die hinterlegten Kontaktdaten überprüfen, damit man auch erreicht werden kann", erläutert Andrea Heyer das Prozedere.

Informationsangebot für Betroffene Über die Hotline der EdB +49 (0)30 59 00 11 96-0  können sich Betroffene auch informieren und beraten lassen.

Tipps der Verbraucherschützer

MDR-Wirtschaftsredaktion

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 2 | 02. März 2022 | 14:00 Uhr

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