Rabattaktion Black Friday: Was sind die Schnäppchen wert?

Am 25. November ist "Black Friday". Der Handel macht damit Milliardenumsätze. Lohnen sich die wochenlang beworbenen "Rabatt-Tage" auch für Verbraucher?

Wo kann ich am Black Friday sparen?

Das Internetvergleichsportal idealo hat die Preise rund um den Black Friday und das damit verbundene Sparoptential im vergangenen Jahr verglichen. 2021 waren knapp 10.000 Produkte 62% günstiger; im Schnitt jedoch nur 5%.

Die größten Rabatte 2021 (Quelle: idealo)
Produkt Rabatt
TV 11 %
Smartwatches 10%
Notebooks 9%
Staubsauger 7%
Smartphones 1%

Gut zu wissen Laut Idealo waren von knapp 10.000 Produkten 5.600 an einem anderen Tag im November 2021 günstiger als am Black Friday selber.

Verbraucherschützer kritisieren Druck durch Werbung

Der November ist ein wahrer Schnäppchenmonat, jedes Jahr – mit Cyber Monday, Singles Day, Early, Black Friday, usw. Der Handel leistet sich eine regelrechte Konsumschlacht zu diesen Tagen.

Kritik an diesen Aktionstagen kommt von Verbraucherschützern. "Der Handel agiert mit hohem Druck durch die Werbung und mit einer Limitierung der Produkten. Dadurch werden die Konsumentinnen und Konsumenten eher zum Kauf verleitet", sagt Verbraucherschützer Micheal Hummel von der Verbraucherzentrale Leipzig.

Konsumpsychologe: Wir sind anfällig für Rabatte

Psychologisch sind wir einfach anfällig für Rabattaktionen, weiß der Markt- und Konsumpsychologe Prof. Dr. Georg Felser. "Wir mögen es nicht, irgendetwas zu verlieren", erklärt er. Wenn Preise sinken, eröffne das potentielle Sparmöglichkeiten.

Diese Chance nicht zu nutzen, beschere manchen das Gefühl, eine Möglichkeit zu vertun und damit etwas verlieren zu können. "Wenn wir dann glauben, dass wir diesen Verlust, den wir sonst gehabt hätten, dadurch vermeiden können, dass wir das Schnäppchen nehmen, dann finden wir das natürlich umso toller", erklärt der Konsumpsychologe.

Menschen laufen mit Einkaufstüten durch die Innenstadt.
Ist auch wirklich Rabatt drin, wo Rabatt draufsteht? Bildrechte: dpa

Zwei entscheidende Rabatt-Tricks der Händler

Um Kunden und Kundinnen in die Läden zu locken, arbeiten Händler mit verschiedenen Rabatt-Tricks. Zum einen werden Artikel im Preis gesenkt, in der Hoffnung, dass den Verbrauchern und Verbraucherinnen im Umfeld weitere Waren ins Auge springen. "Beispielsweise bei rabattierter Butter. Dadurch kommen Verbraucherinnen und Verbraucher in den Supermarkt und kaufen dann noch viel mehr", sagt Prof. Dr. Erik Maier vom Lehrstuhl für Marketing und Handel Leipzig.

Zum anderen werde auf Impulskäufe gesetzt. Hier stehe das einzelne Produkt im Fokus, dass das Interesse der Käufer und Käuferinnen wecken soll. Hier ist von Impulsrabatten die Rede. "Ich soll also dazu bewegt werden, durch eine möglichst hohe Rabattierung diesen einen Artikel zu kaufen, obwohl ich ihn vielleicht überhaupt nicht nötig habe", so Maier.

Wirklich günstige Angebote erkennen

  • Gezielt nach zuvor ausgewählten Produkt shoppen
  • Schon im Vorfeld Preise für bestimmte Produkte vergleichen
  • Preiswecker bei Vergleichsportalen stellen, um Wunschpreisbenachrichtung zu erhalten
  • Vorsicht bei Onlinezahlung per Vorkasse – Paypal oder Rechnung bevorzugen
  • Impressum bei Online-Händlern prüfen, um etwa nicht auf Fakeshops hereinzufallen

MDR Wirtschaftsredaktion

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 22. November 2022 | 20:15 Uhr

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