Black Friday Lohnt sich Online-Shopping jetzt wirklich?

Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip
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Wer im Netz einkauft, sollte einiges beachten. Was taugen die aggressiv beworbenen Schnäppchen-Angebote? Wie kann man Preise und Ausstattung vergleichen? Wie erkenne ich unseriöse Angebote? Wo drohen Zusatzkosten, wenn die Ware aus dem Ausland kommt? Antworten gibt unser Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen bei MDR um 4.

Erfolgreich shoppen und trotzdem sparen

Es ist sinnvoll, in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke früh zu kaufen. Denn angekündigte Lieferengpässe machen das eine oder andere Geschenk vielleicht unmöglich. Wenn Sie früh anfangen, können sie rechtzeitig umsatteln. Und in der Cyberwoche, am Black Friday und Cyber Monday, können Ihnen schon günstige Angebote über den Weg laufen.

Gute Planung

Voraussetzung für den günstigen Einkauf ist vernünftige Planung. Stellen Sie also im ersten Schritt zusammen, was Sie eigentlich (als Geschenk) kaufen wollen. Bücher, Kopfhörer Smartphones, Hosen, Röcke, Sneakers oder eine Spielekonsole? Prüfen Sie dann auf einem guten Preisportal wie Idealo oder billiger.de, was die Produkte günstigstenfalls im vergangenen Jahr gekostet haben. Die Portale haben Preiswecker-Funktionen, mit denen Sie den Preis auch ein Jahr rückwärts vergleichen können. Damit können Sie sehen, wann ein günstiger Preis wirklich günstig ist.

Sonderangebote

Ein Paket wird überreicht.
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Alle großen Online-Shops machen Sonderangebote. Amazon, Otto, Media Markt, Saturn, Zalando, Cyberport oder notebooksbilliger.de. Stichproben des Vergleichsportals Idealo zum Black Friday zeigen: Fast drei Viertel der Produkte waren zuletzt günstiger, im Schnitt um vier Prozent (2021). Besonders groß war die Ersparnis bei Spielkonsolen, Fernsehern, Kopfhörern aber auch Staubsaugern. Die gab es einige Prozent günstiger als in den Wochen zuvor. Wenn die Händler angebliche Schnäppchen aber mit bis zu 70 Prozent Rabatt bewerben, beziehen sie sich oft auf den unrealistischen UVP-Preis.

Jetzt sind Sie auf die Verführungsstrategien der Händler bestens vorbereitet: Ein Blitzangebot für ein Apple Smartphone, 100 Euro preiswerter. Sie widerstehen, denn Sie wollten gar kein teures Smartphone verschenken. Der Siemens-Staubsauger zum halben Preis - die Preisdatenbank zeigt, der hat vor Weihnachten 2020 sogar 50 Euro weniger gekostet. Muss man nicht machen.

Es soll doch ein teures Smartphone sein, aber das geplante Modell gibt es nicht? Dafür bietet die Konkurrenz, die nicht schläft, ein hervorragendes Handy 100 Euro preiswerter an.

Sonderangebote gibt es auch im stationären Handel, in viele Fachgeschäften. Manche geben einfach 10 oder 15 Prozent auf alles. Das kann sich lohnen. Schauen Sie ruhig bei Ihrem Lieblingshändler vorbei. Aber achten Sie, wie beim Online-Einkauf, auf Ihre Umtauschmöglichkeiten. Online können Sie zwei Wochen lang ohne Angaben von Gründen widerrufen, vor Weihnachten sogar oft bis Ende Januar. Im stationären Handel müssen sie das extra vereinbaren, aber 30 Tage Rückgaberecht sind oft drin.

Seriöse Händler

Auch im Online-Handel gibt es unseriöse Verkäufer, die vom Black Friday profitieren wollen. Meiden Sie unbekannte Shops. Und wählen Sie im Zweifel eine Zahlung per Paypal, Kreditkarte oder Lastschrift. Damit haben Sie als Kunde besseren Schutz und können das Geld zurückholen, wenn die Ware nicht kommt, die Qualität nicht stimmt oder sich der Online-Händler als Betrüger herausstellt.

Lieferzeiten

Behalten Sie beim Kauf Lieferzeiten im Auge. Im Online-Shop kann es Ihnen passieren, dass das Produkt zwar beworben wird aber nicht vorrätig ist. Gerade bei Lieferengpässen und vor Weihnachten kann die Lieferzeit absurd lang sein. Wäre doch zu schade, wenn das Geschenk nicht rechtzeitig unterm Weihnachtsbaum liegt.

Achten Sie gerade im Onlinehandel auch auf die Versandkosten. Gute Preissuchmaschinen erlauben den Preisvergleich inklusive Versandkosten und geben auch die vermeintlichen Lieferzeiten an. Zehn Euro zu viel, weil man´s nicht gesehen hat, wären doch schade. Für eine Retoure muss der Online-Händler nicht nur den Kaufpreis erstatten, sondern auch die Versandkosten. Den Rückversand muss allerdings der Käufer bezahlen. Viele Online-Marktplätze wie Media Markt, Zalando, Douglas und zum Teil auch Amazon übernehmen freiwillig die Kosten des Rückversands für ihre Kunden.

Auch wenn manche Shops mit bis zu 70 Prozent Nachlass werben, lohnt sich am Black Friday nicht jeder Kauf. Insbesondere den Kauf von Winterkleidung oder Ski-Ausrüstung sollten Sie besser etwas aufschieben, falls möglich. Deutlich günstiger wird die Saisonware eher nach dem Weihnachtsgeschäft.

Selbstkontrolle

Die Lust auf Schnäppchen liegt uns im Blut. das Angebot ist umfassend und überreichlich. Sehr oft kaufen wir daher Dinge, die wir eigentlich nicht brauchen oder die wir nicht beabsichtigt haben. Gerade Black Friday oder Cyberwochen sprechen diese Lust an und sorgen wegen ihrer Kurzfristigkeit für Einkaufsdruck. Aber viele Angebote sind nicht endgültig und kommen wieder.

Quelle: MDR um 4

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 23. November 2021 | 17:00 Uhr

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