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Finanzexperte Tenhagen: Wie bezahlen beim Online-Shopping?

Online-Shopping

Wie bezahle ich sicher mit Paypal & Co.?

von Hermann-Josef Tenhagen

Stand: 16. Juni 2021, 11:38 Uhr

Paypal, Klarna oder doch per Kreditkarte? Bei den vielen Angeboten, wie man online Geld überweist, kann einem schon mal den Überblick verlieren. Unser Experte Herman-Josef Tenhagen weiß, wie Sie im Internet sicher bezahlen können.

Bezahlen im Netz ist in den vergangenen eineinhalb Jahren fast unverzichtbar geworden. Denn viele Einkäufe konnten Sie in Zeiten von Corona nicht einfach im Laden erledigen, andere vielleicht gar nicht. Online bestellen ging aber praktisch immer. Vom Buch, da kennen wir das alle, über den Kühlschrank bis hin zur Lebensmittellieferung.

Kleider shoppen fand auch schon vor der Pandemie häufig online statt. Bildrechte: imago/Westend61

Und weil wir so auch immer häufiger im Netz bezahlen (müssen), wird es für Banken und Technologiefirmen noch attraktiver, neue Bezahlformen anzubieten. Das Wichtigste für viele Kunden dabei: Das Bezahlen im Netz soll bequem und sicher sein. Und tatsächlich ist es das in vielen Fällen auch, aber eben nicht immer. Im Kern gibt es beim Online-Bezahlen zwei Risiken: Der Händler wird zum Problem oder die Daten gehen verloren.

Das Problem mit dem Händler

Das Problem mit dem Händler kennen die meisten Kunden seit Jahrzehnten vom Versandhandel. Und seit Jahrzehnten gibt es dafür besonderen Schutz für Verbraucher. Sie können als Kunde jedes online bestellte Produkt vom Händler ohne Angabe von Gründen zurücksenden.

Sie müssen den Kauf nur widerrufen. Denn Sie konnten es ja nicht ansehen und prüfen. Viele Händler bezahlen sogar die Kosten fürs Zurücksenden, obwohl sie das rechtlich nicht müssten.

Bildrechte: Colourbox.de

Aber was ist mit dem Geld? Hier gilt nach wie vor die wichtigste Grundregel – wenn möglich keine Vorkasse. Lassen Sie sich mit der Ware eine Rechnung zuschicken und zahlen Sie erst dann. So kombinieren Sie kein Risiko beim Bezahlen mit der Gelegenheit, das Produkte anzusehen und zu prüfen. Oder Sie bezahlen per Lastschrift. Dieses Geld können Sie jederzeit zurückholen, wenn der Kauf nicht richtig geklappt hat.

Bei manchen Händlern können Sie nicht per Rechnung oder Lastschrift kaufen. Bei der Frage, wie bezahlt wird, waren Versand - und Onlinehändler immer schon eigen. Weil öfter mal ein Kunde nicht gezahlt hat, konnten manche Kunden nicht auf Rechnung kaufen, sondern mussten vorab bezahlen oder gebührenpflichtig per Nachnahme an der Haustür beim Empfang der Ware.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Verfahren: Paypal, Klarna, Paydirekt etc. Der Vorteil für Kunden und Händler: Die Dienstleister bei den neuen Verfahren übernehmen in beide Richtungen eine Art Garantie.

Große Händler bieten meist mehrere Bezahlmethoden an. Bildrechte: dpa

Sie sorgen dafür, dass der Kunde sein Produkt und der Händler sein Geld bekommt. Und beschleunigen so den Online-Einkauf auch noch, weil der Händler jetzt das Produkt schon abschicken kann, obwohl das Geld des Kunden noch nicht da ist. Bezahlen müssen die neue Dienstleistung im ersten Schritt die Händler, sie übernehmen die Kosten für die Bezahlverfahren und zahlen dafür meist eine Art Provision.

Natürlich werden sie versuchen, über die Preise mindestens einen Teil dieser Kosten an die Kunden weiterzugeben. Größere Händler bieten meist mehrere Bezahlverfahren an. Es gibt eine Art Konkurrenz auf der Internetseite, welches Bezahlverfahren oben steht. Der Anbieter macht nämlich das meiste Geschäft und streicht so die meiste Provision ein.

Die neuen Bezahlmodelle haben noch einen zweiten wichtigen Vorteil. Wenn Sie viel im Netz einkaufen, mussten sie früher beim Bezahlvorgang immer wieder ihre Konto- oder Kreditkartennummer angeben, womöglich sogar mit Sicherheitsnummer.

Viele Händler hatten ihre Daten. Das Risiko für einen Missbrauch stieg. Nutzen Sie eines der modernen Verfahren, erfahren die Händler Ihre Bank- und Kreditkartendaten nicht mehr, sie können dort auch nicht mehr verloren gehen.

Das Problem mit den Daten

Online Bezahlen heißt fast immer: sensible Daten eingeben. Bildrechte: imago images / Westend61

Nach einer aktuelle Umfrage der BITKOM sehen zwei Drittel der Kunden ein Risiko im mangelhaften Datenschutz. Tatsächlich sind die verschlüsselten Transaktionen durch die Online-Bezahldienstleister insofern sicherer, dass keine Bankdaten direkt an die Händler übermittelt werden. Die bekanntesten Dienste sind wohl PayPal und Klarna.

PayPal - Nutzer müssen ein Konto anlegen, inklusive Kontaktdaten und Bankdaten. Zudem hat der Nutzer die Möglichkeit, manuell Geld auf das Paypal-Konto einzuzahlen. Wie bei einer Prepaid Karte. Wer über Paypal einkauft, wird vom jeweiligen Online-Shop auf die Seite von Paypal weitergeleitet, um den Kauf zu bestätigen. Der Online-Händler bekommt zu keinem Zeitpunkt die Kontodaten des Kunden zu sehen. Nachteil: Es gibt keine zusätzliche Absicherung durch ein TAN-System von PayPal selbst.

Klarna - Wer mit der Klarna-Sofortüberweisung zahlt, wird vom Online-Händler auf eine Seite weitergeleitet, wo Kunden über eine sichere Verbindung direkt auf ihr Online-Banking zugreifen. Für die Zahlung müssen sich Kunden mit ihrem Bankpasswort anmelden und die Zahlung per TAN legitimieren. Wichtig zu wissen: Die einzugebenden Bankdaten übermittelt der Kunde an Klarna und nicht an die eigene Bank. Der Nutzer gibt die Kontodaten also an einen weiteren Dienstleister weiter.

Da diese Anbieter sehr groß sind, gibt es auch besonders viele Phishing-Versuche. Werden über diesen Weg Daten abgegriffen, kann es natürlich zu Betrug kommen. Geben Sie eine Einzugsermächtigung an einen Online-Händler direkt ein, gibt es dieses Risiko aber natürlich auch.

Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, für den sind die beste Wahl: der Kauf auf Rechnung oder mit Gutscheinkarten. Das geht dann ganz ohne Bankdaten.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 15. Juni 2021 | 17:00 Uhr

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