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EnergiepreiseWie Sie die Kosten niedrig halten

von Hermann-Josef Tenhagen

Stand: 09. November 2021, 10:09 Uhr

Wir müssen uns diesen Winter warm anziehen. Denn nicht nur die Kälte könnte unsere Energierechnungen in die Höhe treiben, sondern auch die aktuellen Preise für Strom, Gas und Öl. Trotzdem kein Grund zum Verzweifeln, wenn Sie die richtigen Stellschrauben kennen. Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen erklärt, worauf es ankommt.

In diesem Winter drohen vielen Haushalten deutlich höhere Energiekosten. Und zu Recht fragen sich die Menschen nicht nur in Mitteldeutschland, was sie dagegen tun können. Denn die Einkommen wachsen im Augenblick nicht so schnell wie die Kosten für Energie.

In einem normalen Haushalt fallen vor allem drei Arten von direkten Energiekosten an:

  • Kosten für den Strom im Haushalt
  • Kosten für die Heizung im Haushalt
  • und die Energiekosten des Autos.

Die Kosten steigen aktuell für viele Menschen bei allen drei Kostenblöcken, aber unterschiedlich schnell. Und es gibt auch unterschiedlichen Kostendynamiken.

Stromkosten senken

Fangen wir mit dem Strom an. Die Stromkosten müssten aktuell gar nicht steigen. In wenigen Monaten können sie sogar sinken, einmal weil die EEG-Umlage ohnehin deutlich sinkt. Zum zweiten, weil die neue Ampel-Bundesregierung weitere Pläne zur Senkung der EEG-Umlage umsetzen will.
Doch das ist Zukunftsmusik, doch auch in der Gegenwart können Sie was tun.

Strategie A: Stromsparen
Das funktioniert immer. Im ersten Schritt prüfen Sie erstmal, wie viel Strom Ihr Haushalt eigentlich braucht und ob das vergleichsweise viel ist. Im zweiten Schritt identifizieren sie die Stromfresser im Haushalt. Und im dritten Schritt folgt die Diät für die Stromfresser. Nebenher gesagt, auch das Klima dankt es Ihnen.

Strategie B: Preise vergleichen
Sie prüfen die Preise bei Ihrem Anbieter und vergleichen mit der Konkurrenz. Da ist häufig noch eine ordentliche Einsparung drin, finanziell und übrigens auch ökologisch. Es geht um hunderte Euro. Und wenn Ihr Anbieter die Preise erhöht, haben sie zudem ein Sonderkündigungsrecht und können zu einem günstigeren Unternehmen gehen.

Kosten fürs Heizen senken

Die kostet im Winter immer mehr als im Sommer, werden Sie sagen, richtig. Aber hinzu kommt, dass in diesem Winter die Preise für die meisten Formen von Heizenergie deutlich gestiegen sind. Am deutlichsten beim Heizöl: Der Preis für ein 159 Liter Fass Rohöl (ein Barrel) ist am Weltmarkt von rekordniedrigen 20 Dollar 2020 auf schon öfter da gewesene 80 Dollar gestiegen ist. Der Heizölpreis hat sich deshalb vielerorts verdoppelt. Wer jetzt seinen 3.000 Liter Tank voll machen muss, hat allen Anlass zum Jammern. Wer hingegen im vergangenen Jahr richtig voll getankt hat, hat finanziell alles richtig gemacht. Vor dem Jahreswechsel war das Rohöl noch billig und die CO2 Abgabe gab es auch noch nicht.  Tatsächlich war das Heizöl so billig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.

Strategie A: Heizenergie sparen
Die richtige Temperatur im richtigen Zimmer, Stoßlüften statt Fenster auf kipp, moderne Thermostate. Auch hier gilt wieder: erst vergleichen, zum Beispiel mit den Online-Tools der staatlichen geförderten Organisation CO2online, dann kostenlose Energieberatung einholen und schließlich Energiefresser auf Diät setzen.  Einige hundert Euro sind so oft drin.  

Darüber hinaus stehen Hausbesitzern auch längerfristige Möglichkeiten zur Verfügung, indem sie fürs Energiesparen modernisieren. Diese Möglichkeit haben Mieter nicht. Bis zu 45 Prozent Förderung und kostengünstige Kredite gibt es für den Austausch einer alten Ölheizung gegen ein modernes ökologisches Heizsystem.

Strategie B: Augen auf beim Einkauf
Einkaufen im vergangenen Jahr wäre besser gewesen, der Tipp entspricht aber dem Spruch, hätte, hätte Fahrradkette.

Wenn Sie jetzt auftanken müssen, ist etwas anderes wichtig: Zeit. Vergleichen Sie die Preise der Anbieter, das geht gut mit Portalen wie Esyoil oder Heizoel24. Die Preisunterschiede liegen schnell bei 10 Cent pro Liter, das ergibt 300 Euro Ersparnis für eine Tankfüllung. Damit Sie den günstigsten Preis vereinbaren können sollte die Lieferung nicht schon übermorgen notwendig sein.
Wenn Sie eine schnelle Lieferung brauchen, dann werden Sie genauso Opfer der aktuellen Zockerei auf dem Energiemarkt wie manche Gashändler, die auf niedrigere Preise gesetzt haben und jetzt Mondpreise zahlen müssen, weil Sie nicht rechtzeitig bestellt haben.

Mieter können normalerweise nicht selbst einkaufen. Sie rechnen die Heizkosten einmal im Jahr bei den Nebenkosten ab. Und weil es dafür einen vertraglichen Rahmen gibt, kommen die Preissteigerungen bei Mietern meist erst deutlich später an, also erst im Sommer 2022 mit der Nebenkostenabrechnung. Legen Sie dafür als Mieterin bitte Geld zurück! Wer Wohngeld bezieht, hat dafür seit Anfang dieses Jahres schon einen monatlichen Bonus bekommen. Dieses Geld gehört, wenn irgend möglich, in Ihre Rücklage.

Praktisch keine erhöhten Heizkosten haben hunderttausende Haushalte, die seit einiger Zeit mit einer Wärmepumpe heizen. Die Energie kommt nach der Anfangsinvestitionen quasi kostenlos aus dem Erdreich oder der Luft. Nur um die Stromrechnung für die Pumpe muss man sich noch kümmern.

Kosten für den "Kraftstoff" beim Auto

Damit wären wir beim dritten Bereich, den Energiekosten des Autos. Vorweg gesagt, wohl dem, der schon ein E-Auto hat. Alle andern müssen an der Zapfsäule aktuell deutlich mehr zahlen.

Bildrechte: imago/wolterfoto

Strategie B: Augen auf bei der Tankstelle
Der Unterschied zwischen der preiswertesten und teuersten Tankstelle macht in Städten zu jeder Tageszeit 10 Cent pro Liter aus. Und der Unterschied zwischen morgens, wenn alle noch schnell tanken müssen, um zur Arbeit zu kommen und abends, wenn man auf dem Weg zum Kino tankt, beträgt noch mal 10 Cent. Vom Tanken an der Autobahn, wo der Sprit dann zwei Euro kostet, ganz zu schweigen. Das ist aus finanziellen Gründen schlicht verboten für den sparsamen Haushalt. Mit einer Tank-App können Sie diese Einsparungen möglich machen ohne große Umwege. Denn eine gute App zeigt heute auch die günstigste Tankstelle entlang des Weges.

Langfristig - und das gilt für jeden Autofahrer und jede Autofahrerin, führt die Kombination aus weniger Kilometer und einem spritsparenden (E-)Auto zum Ziel.  

Unser Experte

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 09. November 2021 | 17:00 Uhr