Symbolbild: Bankkarten und Münzen
Wer unzufrieden mit der eigenen Bank ist, sollte über einen Kontowechsel nachdenken. Bildrechte: IMAGO / foto2press

Finanzen Konto wechseln: Worauf Verbraucher achten sollten

19. Juli 2024, 16:51 Uhr

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Kontowechsel vorteilhaft sein kann. Dazu gehören zum Beispiel die Unzufriedenheit mit der bisherigen Bank beziehungsweise deren Serviceangebot oder aber, dass es auf das neue Konto bessere Zinsen gibt. Wir klären, worauf Verbraucher bei einem Kontowechsel achten sollten und welche Hilfe sie bekommen können.

Lästige Kontoführungsgebühren, Abhebungsgebühren oder höhere Zinsen: Es kann sich durchaus lohnen, das Konto zu wechseln. Dabei spielen nicht nur finanzielle Gründe eine Rolle. "Zum Beispiel, wenn es nicht genug Geldautomaten zum Bargeld abheben in der Nähe gibt, das Online-Banking nicht intuitiv ist (Anm. d. Red.: sich nicht leicht bedienen lässt) oder Kunden schlechte Erfahrungen mit dem Kundendienst gemacht haben", sagt Josefine Lietzau von Finanztip.

Vor dem Wechsel Leistungen vergleichen

Zunächst sollte geklärt werden, wofür das Konto genutzt werden soll und welche Anforderungen man hat. Will ich Geld anlegen oder benötige ich es für den alltäglichen Zahlungsverkehr? Brauche ich eine Kreditkarte? Reicht es mir, wenn ich alles online regeln kann oder möchte ich lieber in eine Filiale gehen?

Wenn diese Fragen beantwortet sind, hilft es bei der Entscheidung, die Angebote verschiedener Banken miteinander zu vergleichen. Mögliche Vergleichspunkte können dabei sein:

  • Gibt es Kontoführungsgebühren und wie hoch fallen sie aus?
  • Bekomme ich eine Kreditkarte, Debitkarte oder eine kostenlose Girocard dazu?
  • Gibt es Zinsen? Wie hoch fallen diese aus und für welchen Zeitraum gelten sie?
  • Wie viele Bankautomaten gibt es, an denen ich (kostenlos) Geld abheben kann?

Bei Zinsen auf Laufzeiten achten

Bei Tagesgeldkonten sollte bei den Zinsen immer darauf geachtet werden, für welchen Zeitraum diese vorgesehen sind. Einige Banken beschränken nämlich zunächst attraktiv wirkende Zinssätze auf eine relativ kurze Laufzeit, zum Beispiel 3,75 Prozent für sechs Monate. Anschließend kann es durchaus deutlich niedrigere Zinsen geben. Denn: "Tagesgeld ist eine Geldanlage, ohne feste Laufzeit mit variabler Verzinsung. Das heißt, dass die Bank den Zinssatz jederzeit erhöhen oder senken darf", erläutert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf ihrer Webseite.

Dann muss man sich die Frage stellen, ob man mit diesem Angebot zufrieden ist oder nach sechs Monaten wieder wechselt. Das kann zwar für Aufwand sorgen, aber nicht für Kosten. "Beim reinen Wechsel eines Tagesgeldkontos gibt es keine Kostenfallen. Verbraucher sollten allerdings darauf achten, dass sie zu einem guten Anbieter wechseln. Finanztip hat dazu zum Beispiel Sicherheitskriterien festgelegt", erklärt Josefine Lietzau auf MDR-Anfrage.

Wer gerne eine Geldanlage mit fester Verzinsung haben möchte, für den empfiehlt sich ein Festgeldkonto. Bei diesem gibt es eine feste Laufzeit mit einem unveränderlichen Zinssatz. Aber Achtung: In dieser Zeit kann nicht auf das Geld zugegriffen werden. "Lässt das Kreditinstitut dies ausnahmsweise zu, kann sich das zinsschädlich auswirken, oder das Institut verlangt eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung. Dadurch mindert sich der Ertrag der Anlage", informiert die BaFin.

Mögliche Hilfe beim Kontowechsel

Wer sein Konto wechseln möchte, kann sich entscheiden, ob er sich um alles selbst kümmern will oder sich Hilfe holt. Letzteres kann gerade beim Girokonto sehr praktisch sein. "Viele Banken bieten einen digitalen Kontowechselservice an. Über den hilft die neue Bank, die Daten zu Lastschriften und Daueraufträgen auf das neue Konto zu übertragen. Zudem werden Zahlungspartner informiert. So geht der Wechsel schneller und einfacher. Die Banken müssen auch eine Kontowechselhilfe anbieten, über die Daten zwischen den Banken ausgetauscht werden", erläutert Josefine Lietzau.

Kontowechselservice oder doch Kontowechselhilfe – Wo liegt hier der Unterschied? "Einige Banken bieten – neben der gesetzlich vorgeschriebenen Kontowechselhilfe – auch einen freiwilligen Service, mit dem sie den Kunden unterstützen", schreibt die Verbraucherzentrale.

Die Verbraucherzentrale Hamburg schreibt dazu auf ihrer Webseite: "Kosten für die Kontowechselhilfe darf Ihr Kreditinstitut nur erheben, wenn das vorher so mit Ihnen vereinbart wurde. Bestimmte Leistungen müssen aber auf jeden Fall entgeltfrei bleiben, wie zum Beispiel die Übermittelung der Daten und Daueraufträge an Ihre neue Bank."

Zum Wechsel des Girokontos gibt Josefine Lietzau zudem noch einen Tipp: "Nachdem Verbraucher ihr Konto gewechselt haben, sollten sie beide Konten noch zwei bis drei Monate parallel führen. So sehen sie besser, ob auch alle wichtigen Zahlungen über das neue Konto laufen." Weiter weist sie daraufhin, dass mögliche Schulden bei der bisherigen Bank vor dem Wechsel noch getilgt werden müssten.

MDR (jvo)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 08. Juni 2024 | 12:49 Uhr

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