Steigende Energiepreise Solarenergie als Alternative zu Öl und Gas

Die Energiepreise steigen und steigen, nicht zuletzt wegen des Russland-Ukraine-Kriegs. Wie werden wir in Zukunft unsere Wohnungen heizen? Energieexperte Timo Leukefeld spricht im Interview mit MDR um 4 über Solar-Alternativen zum Heizen mit Öl, Gas oder Holzpellets.

Wie werden wir in Zukunft unsere Wohnungen heizen? Das Thema ist nicht zuletzt wegen des Russland-Ukraine-Krieges aktueller denn je. Energieexperte Timo Leukefeld aus Freiberg spricht bei MDR um 4 über steigende Preise von Öl und Gas, darüber, ob es Sinn ergibt, jetzt noch Heizöl zu bestellen und nennt Alternativen zu den gängigen Heizmethoden.

Herr Leukefeld, ist es eine gute Idee, jetzt Heizöl zu kaufen?

Timo Leukefeld: Ich würde meinen Tank zur Hälfte füllen, um über den Sommer zu kommen. In der Hoffnung, dass sich die Situation in der Ukraine wieder etwas beruhigt und die Preise zum Herbst wieder etwas sinken.

Auf welche Preise bei fossilen Brennstoffen werden wir uns denn einstellen müssen? Was ist Ihre Prognose?

Leukefeld: Das ist abhängig von den Entwicklungen der Krise. Wenn sich die Situation verschärft, dann kann sich der Ölpreis schnell verdoppeln. Oder, wenn sich der Krieg ausweitet, könnte es dazu kommen, dass wir gar kein Öl bekommen. Aber der Preis kann auch wieder sinken, wenn sich die Lage entspannt. Ich rate daher, klug zu investieren, um künftig weniger abhängig zu sein.

Welche Alternativen zum Heizöl und Gas sehen Sie?

Timo Leukefeld
Bildrechte: Leukefeld/Foto: Stefan Mays

Leukefeld: Wer mit Öl oder Gas heizt, kann zum Beispiel auf eine Holzpelletheizung oder Wärmepumpe umsteigen. Das ist aber ein großer Aufwand und teuer, weil die komplette Anlage ausgetauscht werden muss. Man sollte daher eher überlegen: Wie könnte man den Energieverbrauch mit Sonnenenergie oder Sonnenstrom reduzieren. Wir setzen voll auf die Sonne. Wer ein eigenes Haus mit einem Dach nach Süden hat, kann so effektiv die Hauptheizung von der Arbeit reduzieren.

Jetzt gibt es auch den sogenannten Mieterstrom – Solaranlagen auf den Dächern von Mietshäusern. Werden solche Anlagen bald auf jedem Dach sein?

Leukefeld: Die Solarstromanlagen werden auf jeden Fall massiv zunehmen. Mit einer Solaranlage auf dem Dach kann man für 8 Cent pro Kilowattstunde Strom erzeugen. Verglichen mit den 36 Cent, die der Strom pro Kilowattstunde gerade kostet, ist es also attraktiv, viele Dächer nach Süden mit Solarstromanlagen auszustatten.

Sind unsere drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überhaupt geeignet, um so viel Solarstrom zu produzieren?

Leukefeld: Die Globalstrahlung ist natürlich etwas geringer als zum Beispiel in Süddeutschland, aber die Voraussetzungen sind auch in Mitteldeutschland sehr gut. Sie können mit hohen Erträge von Februar bis Ende November rechnen.

Wo kann ein normaler Haushalt Energie oder Strom sparen?

Leukefeld: Die politische Vorgabe ist ja eigentlich, auf Strom umzustellen etwa im Bereich der E-Mobilität. Der Verbrauch in Deutschland wird also massiv steigen. Aber für den Haushalt gibt es kleine Tipps: Schließen Sie zum Beispiel den Geschirrspüler ans warme Wasser an, damit er das Wasser viel weniger aufheizen muss. Damit lassen sich rund 80 Prozent Strom sparen, die der Heizstab verbrauchen würde. Gleiches gilt für die Waschmaschine.

Infos zum Experten Timo Leukefeld ist Experte für energetisches Wohnen in der Zukunft und kennt die Wege in die Energieautarkie. Er ist außerdem als Redner tätig und als Energiebotschafter der Bundesregierung.

MDR (nvm)

Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 21. März 2022 | 17:00 Uhr

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