Pannenhilfe Mitgliedschaft im Automobilclub: Vergleichen und Geld sparen

Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip
Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip Bildrechte: Finanztip

Wenn das Auto streikt, ist schnelle Hilfe nötig. Mit einem unkomplizierten Service werben die Automobilclubs. Pannenhilfe bieten aber auch die Autoversicherer in Form von Kfz-Schutzbriefen. Was günstiger ist und worauf man achten sollte, weiß Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen.

Die Nebenkosten des Autos

Ein Auto will gekauft, gewartet, gehätschelt und versichert werden. Und das alles kostet Geld. Wenn es ums Hätscheln geht, ist eine der Kostenpunkte der Automobilclub.

Der soll dafür sorgen, dass wir automobil bleiben, auch wenn das konkrete Auto stehen bleibt. Und die Mitgliedschaft in Deutschlands größtem Verein, dem ADAC mit über 21 Millionen Mitgliedern, kostet dafür im Jahr im Standard für Europa 94 Euro. Soll der Schutz auch nur im Inland gelten, kostet das Ganze deutlich abgespeckt immer noch 54 Euro.

Autopanne - Ein Mann steht neben seinem Wagen auf dem Standstreifen einer Autobahn.
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Im Verein ist die Person Mitglied, versichert ist also der Fahrer oder die Fahrerin, egal mit welchem Auto sie gerade unterwegs sind. Bezahlt wird das Wieder-Flott-Machen des Autos, die Unfallhilfe, eine rechtliche Erstberatung und im Ausland im Zweifel auch ein Zuschuss zum Hotel, wenn man liegen geblieben ist.

Müssen Sie wirklich 84 Euro ausgeben?

Müssen Sie nicht. Erstens braucht man die Leistung des ADAC vielleicht gar nicht. Weil Sie zum Beispiel ein neues Auto gekauft haben – mit drei Jahren Mobilitätsgarantie vom Hersteller. Dann kümmert sich der Hersteller darum, dass das Auto wieder flottgemacht wird. Wenn das nicht geht, zahlt er auch das Hotel und die Mietwagen. Oft genug greift er dabei sogar auf Mitarbeiter des ADAC als Dienstleister zurück.

Zweitens gibt es auch andere Automobilclubs, die ähnliche Leistungen wie der ADAC bieten. Am preiswertesten ist die Bruderhilfe Automobilclub (BAVC). Der kostet statt 84 Euro nur 49 Euro und bietet ziemlich das Gleiche, wie der ADAC.

Beim konkreten Pannenschutz zahlt er sogar mehr als der ADAC, der hier eine Obergrenze von 300 Euro eingezogen hat, während die Bruderhilfe, wie einige andere Automobilclubs, bei von ihnen organisierter Hilfe die Kosten unbegrenzt übernimmt.

AVD, VCD und andere Angebote

Schließlich lohnt auch die Frage, ob nicht ein Schutzbrief des Autoversicherers für Ihren Bedarf völlig ausreicht. Der sorgt auch dafür, dass auf Kosten des Autoversicherers die Karre wieder flott gemacht wird. Außerdem übernimmt ein Schutzbrief die Abschleppgebühren, das Hotelzimmer, im Zweifel das Mietauto und ein Stück Rechtsschutz.

Solche Schutzbriefe bucht man zur Kfz-Versicherung hinzu. Sie kosten häufig zwischen 10 und 30 Euro im Jahr, sind also viel billiger.

Allerdings gilt der Schutz nur für das konkrete versicherte Auto, also nicht wenn ich als Fahrerin ausnahmsweise mit dem Auto von Mama oder mit dem Mietwagen unterwegs bin.

Hilfe aus der Taxizentrale

Rotes Warndreieck vor Auto
Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Nicht vergessen sollte man die beige Konkurrenz der Gelben Engel. Wenn das Auto wegen eines Batterieproblems stehen geblieben ist, nach Statistiken des ADAC knapp die Hälfte aller Autopannen, kann man auch bei der örtlichen Taxizentrale anrufen und um Starthilfe bitten. Viele Taxizentralen bieten das an. Die Starthilfe vom Taxifahrer kostet etwa 25 Euro.

Das ist nicht der Preisschlager, aber das Taxi ist jedenfalls in Städten oft zehn Minuten nach der Pannenmeldung vor Ort. Und auf den Pannendienst – egal ob vom Automobilclub oder vom Versicherer kann man an einem kalten Wintermorgen auch schon mal 90 Minuten warten. Auch andere Autos haben dann nämlich ein Startproblem.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 09. März 2021 | 17:00 Uhr

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