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Service | 11.01.2022Vom Stromanbieter gekündigt - was tun?

Stand: 11. Januar 2022, 05:00 Uhr

Manche sind insolvent, andere kündigen einfach so ihre Stromlieferverträge mit Privatkunden. Was Stromkunden dann tun können, klärt die Servicestunde mit Claudia Krefts von der Verbraucherzentrale Thüringen.

Zwar bleibt die Küche nicht kalt, wenn der Stromvertrag (plötzlich) endet - denn der Grundversorger übernimmt weiterhin die Belieferung mit Strom. Allerdings kostet das reichlich. Was Kunden jetzt tun sollten, klärt Claudia Krefts von der Verbraucherzentrale Thüringen. Bei ihr und ihren Kollegen rufen traurige und wütende Kunden an, die nicht wissen, wie es mit den gekündigten Verträgen nun für sie weitergeht. 10.000 Haushalte, so schätzt Krefts, sind in Thüringen aktuell betroffen.

Was passiert, wenn der Stromanbieter pleite geht?

Die Kunden der betroffenen Anbieter stehen jetzt zwar nicht ohne Strom da - das regelt das Gesetz. Aber sie verlieren ihren günstigen Tarif und kommen stattdessen in die sogenannte Ersatzversorgung, die meist deutlich teurer ist. Teilweise müssen Kundinnen und Kunden zudem um ihre bereits geleisteten Vorauszahlungen bangen. Zusätzlich nehmen manche Stromanbieter aktuell keine neuen Kunden auf.

Das rät die Verbraucherzentrale

  • Verbraucher können den ursprünglichen Versorger schriftlich auffordern, den Vertrag zu erfüllen (in dem Schreiben kann man Mehrkosten als Schadensersatz androhen).
  • Auf die Suche nach einem neuen Anbieter machen. Wer nicht mehr von seinem bisherigen Versorger Strom bekommt, landet in der Ersatzversorgung der Grundversorger. Sie läuft maximal drei Monate und soll sicherstellen, dass die Energieversorgung nahtlos weiterläuft. Verbraucher sollten allerdings nicht in dem Tarif bleiben, er ist teuer.
  • Deshalb Vergleichsportale nutzen, aber auch darauf achten, dass hier u.U. nicht alle Anbieter berücksichtigt werden.
  • andere regionale Anbieter mit vergleichen
  • beim Vergleich nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Bewertung achten!

Auch wenn der Preis günstig ist: Nicht das billigste Unternehmen ist auch das beste. Kundenbewertungen zeigen oft, wer "wahnsinnig schlecht" ist und viele Beschwerden bekommt. Von diesen Anbietern sollten Sie sich fernhalten!

Claudia Krefts von der Verbraucherzentrale Thüringen

Erfurter Stadtwerke planen neuen Tarif ab März 2022

Die Stadtwerke müssen nun "gestrandete" Kunden aufnehmen - viel mehr, als sie eigentlich eingeplant hatten. Deshalb müssen sie Energie zukaufen und auch das hat Auswirkungen. So ist bei den Erfurter Stadtwerken ein neuer Tarif in Planung. Ab März 2022 soll er für alle Kunden und Kundinnen gelten, die in die Ersatz- oder Grundversorgung fallen oder einen neuen Vertrag abschließen. Bisher mussten die Erfurter Stadtwerke 3.000 neue Haushalte in die Ersatzversorgung aufnehmen.

Wie hoch der neue Tarif sein wird, steht noch nicht fest. "Da ist derart Dynamik in den Preisen gerade, dass wir das noch nicht sagen können", sagt Karel Schweng, Geschäftsführer der Erfurter Stadtwerke. "In den letzten Wochen hat sich der Preis für Strom pro Woche um 10 Cent pro Kilowattstunde verteuert. Wir wollen noch beobachten, wie sich das entwickelt und ob da die Volatilität noch rausgeht."

Die Preise sind so stark explodiert, wie ich das noch nie erlebt habe - und ich arbeite seit 30 Jahren in der Energie.

Karel Schweng, Geschäftsführer der Erfurter Stadtwerke

Tipp: Schlichtungsstelle Energie

Wenn das Anschreiben an den bisherigen Anbieter ohne Erfolg bleibt, Kunden Probleme beim Wechsel haben oder nicht wissen, wie sie gestiegene Preise stemmen sollen, gibt es noch die Möglichkeit, sich an die Schlichtungsstelle Energie zu wenden, so Claudia Krefts von der Verbraucherzentrale Thüringen. Diese Stelle ist für Verbraucher kostenlos.

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Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 11. Januar 2022 | 11:10 Uhr