Einkaufen, Tanken und Co. Weniger Geld ausgeben durch Spar-Apps?

Die Preise steigen in vielen Lebensbereichen. Wo kann man also weniger ausgeben? Hier sollen Spar-Apps helfen. Doch dafür gibt man auch viele Daten preis, warnen Verbraucherschützer. Worauf sollte man also achten?

Portemonnaie und Geldscheine über einer Einkaufskiste mit Lebensmitteln
Verbraucherschützer warnen: Jede mögliche Ersparnis erkauft sich der Konsument bei Spar-Apps letztlich auch durch die Preisgabe von Daten. Bildrechte: dpa

Preisvergleiche, Rabatt-Coupons, Gutscheine

Spar-Apps bieten Preisvergleiche, Rabatt-Coupons, Gutscheine, Treuepunkte: In Zeiten der immer weiter ansteigenden Inflation fragen sich viele Verbraucher und Verbraucherinnen, ob sich der Aufwand lohnt, die Angebote zu studieren, um das Haushaltsbudget dadurch zu entlasten. 18,7 Prozent betrug allein die Teuerungsrate bei Lebenmitteln – für den Zeitraum September 2021 zu September 2022.

Verbraucherschützer warnen vor Impulskäufen

Verbraucherschützer kritisieren einige Spar-Angebote als Marketingstrategie. Hier ginge es weniger darum, den Geldbeutel von Verbrauchern zu entlasten. Julia Gerhards von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt hier vor Impulskäufen, bei denen man mehr im Korb hat, als man eigentlich braucht: "Zum Beispiel das bekannte '3 für 2 Angebot'. Wenn ich tatsächlich dreimal das Produkt brauche, dann ist es gut. Wenn ich nun aber drei kaufe, weil ich denke, das ist jetzt günstig, begebe ich mich in eine Falle.“ 

Daten als Preis für Rabatte

Jede mögliche Ersparnis erkauft sich der Konsument letztlich auch durch die Preisgabe von Daten. Die meisten Spar-Apps verlangen eine Registrierung, damit man diese dann nutzen kann. Die Unternehmen haben im Anschluss die Möglichkeit, Nutzerprofile ihrer Kunden zu erstellen.

Es wird gespeichert, was die Kunden einkaufen. So sind Rückschlüsse möglich, welche Produkte bevorzugt werden und welche Interessen bestehen. Selbst nicht nachgefragte Artikel sind für die Ketten wichtige Informationen. So kann das konstante Ignorieren von Schweinefleisch Auskunft über eine Religionszugehörigkeit oder den eigenen Gesundheitszustand geben. Wer etwa plötzlich Sparangebote zu Tampons oder Damenbinden ignoriert, könnte vielleicht schwanger sein. Die Supermärkte können nun über die App vermehrt Babyprodukte anpreisen und so zum Konsum animieren.

Apps nicht auf Kontakte zugreifen lassen

Was genau die Anbieter (noch) mit ihren gewonnenen Informationen machen, bleibt für die Nutzer oftmals unklar. "Ob man diesen Tausch 'Daten gegen Rabatt' eingehen möchte, muss am Ende jeder letztlich für sich entscheiden. Zudem sollte man darauf achten, dass die Spar-Apps bei der Verwendung nicht mehr Daten sammeln, als dies unbedingt notwendig ist. Wenn die App etwa auf die Kontakte zugreifen möchte, ist das eigentlich überflüssig. Hier sollte man – soweit möglich – die Berechtigung entweder erst gar nicht erteilen oder aber nachträglich entziehen", erklärt Christine Steffen, Juristin von der Verbraucherzentrale NRW.

Vorsicht Überprüfen Sie regelmäßig die Datenschutzeinwilligungen und -einstellungen, denn nach Updates können sich diese verändert haben. Damit kann man auch das Risiko minimieren, durch personalisierte Werbung zu mehr Konsum, bzw. zu Impulskäufen, verleitet zu werden.

Einkaufszettel per App schreiben

Bei einigen Spar-Apps hat man die Möglichkeit, vor dem Einkauf eine Einkaufsliste zu erstellen. Dies hilft, das eigene Kaufverhalten zu steuern. "In einer älteren Studie der GfK, mit dem Titel 'Store Effects', wurde festgestellt, dass 70% der Kaufentscheidungen erst vor Ort im Supermarkt fallen. Deshalb ist es ganz gut, sich vor dem Einkauf Gedanken darüber zu machen, was man braucht. Denn wenn Verbraucher so einen Zettel schreiben, setzen sie sich mit ihrem Konsum auseinander und dann kann sich das auf den Geldbeutel auswirken", rät Daniela Krehl, aus dem Referat für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bayern.

Haushaltsbuch-App kann Sparmöglichkeiten aufzeigen

Apps mit Haushaltstagebuch-Funktion schätzen Verbraucherschützer durchaus als empfehlenswert ein. Die Schuldnerberatung der Caritas Leipzig weist Klienten auch auf solche Angebote hin. In der Regel kommt bei den Beratungen jedoch die handschriftliche Variante zum Einsatz. "Ein handschriftliches Haushaltsbuch kann im Rahmen der Schuldnerberatung am Beratungstisch besser gemeinsam ausgewertet und besprochen werden. Man könnte sich natürlich auch gemeinsam vor einen Bildschirm setzen, auf dem die Spar-App geöffnet ist. Dafür müsste der Berater aber die Zugangsdaten erhalten und der Klient mit am Schreibtisch des Beraters sitzen", sagt Fachbereichsleiter Marcus Zschornack. Aber ob analog oder digital: Wer die Ausgaben und Einnahmen regelmäßig dokumentiert, kann selber leicht Rückschlüsse zu steigenden Ausgaben und veränderten Kaufgewohnheiten ziehen.

Eine kleine Auswahl an Spar-Apps

1) Sparen beim Einkauf

Smartphone und Kopfhörer auf einer Wiese 5 min
Bildrechte: IMAGO / Shotshop
5 min

Alexander Schubert stellt uns dieses Mal zwei Apps vor. Mit der einen wird man unterwegs immer mit interssanten Informationen versorgt und die andere begleitet uns auf Wander-Touren.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Fr 01.07.2022 10:27Uhr 04:33 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-technikfuchs-nuetzliche-ausflug-apps-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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MDR Wirtschaftsredaktion (cbr) | Erstmals veröffentlicht am 23.10.2022

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 17. Januar 2023 | 20:15 Uhr

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