Steuern So bleibt mehr von der Rente - finanzielle Belastungen von der Steuer absetzen

Rentner müssen Steuern zahlen. Aber sie haben viele Möglichkeiten, Ausgaben steuerlich geltend zu machen. So können bespielsweise bei Pflege und Schwerbehinderung Pauschalbeträge abgesetzt werden. Silvio Lieber vom Thüringer Steuerberaterverband erklärt in der Servicestunde bei MDR THÜRINGEN - das Radio am Dienstagvormittag, welche Absetzungsmöglichkeiten besonders interessant sind.

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Pflegepauschbetrag, Behindertenpauschbetrag, Arztrechnungen - es gibt viele Ausgaben, die Senioren absetzen können. So müssen sie weniger Steuern zahlen.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 20.04.2021 10:05Uhr 09:53 min

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Immer mehr Rentner müssen Steuern zahlen. Auch solche, die schon länger Rente beziehen und bei denen nur ein geringer Teil ihrer Rente zu versteuern ist. Grund sind die jährlichen Rentenerhöhungen, denn diese sind immer voll steuerpflichtig. Und irgendwann machen die Rentenerhöhungen so viel aus, dass der steuerpflichtige Anteil so hoch wird, dass Einkommensteuern fällig werden. Dann heißt es, alles abzusetzen, was absetzbar ist. Dazu zählen, so wie im vorherigen Leben auch, die Werbungskosten. Aber gerade für Senioren sind die Absetzungsmöglichkeiten für ihre Aufwendungen im Bereich Pflege, Medikamente und andere Krankenkosten besonders interessant. Auch wer eine Behinderung nachweisen kann, kann pauschale Beträge absetzen.

Welche Gesundheitskosten kann ich von der Steuer absetzen?

Gesundheitskosten sind ein weites Feld. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen. So können Medikamente, Arztrechnungen und Zahnersatz von der Steuer abgesetzt werden, wenn sie medizinisch notwendig sind. Genauso können aber auch altersgerechte Umbauten im Bad möglicherweise von der Steuer abgezogen werden. Lassen Sie sich beim Steuerberater oder beim Lohnsteuerhilfeverein dazu beraten. Um die Kosten abzusetzen, müssen Rechnungen aufgehoben und die Kosten einzeln aufgelistet und nachgewiesen werden.

Was ist der Pflegepauschbetrag?

Der Pflegepauschbetrag steht jedem pflegenden Angehörigen oder Nachbarn zu, der eine Person untentgeltlich pflegt. Damit sollen alltägliche Kosten wie die Fahrten zu Hausarztbesuchen oder Einkäufe etwas ausgeglichen werden. Der Pflegepauschbetrag wird seit dem Jahr 2021 bereits ab Pflegestufe2 gewährt, vorher war dies erst ab Pflegestufe 4 der Fall. Pflegende können in ihrer Einkommenssteuererklärung für Pflegestufe 2 600 Euro absetzen, für Stufe 3 1.100 Euro und für die Stufen 4 und 5 sogar 1.800 Euro. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch die Ausgaben tatsächlich waren.

Was ist der Behindertenpauschbetrag?

Der Behindertenpauschbetrag soll für Menschen mit einer Behinderung den erhöhten finanziellen Aufwand ausgleichen, den sie beispielsweise durch benötigte Hilfe und Betreuung, Medikamente oder auch Wäschekosten haben. Je nach Schwere der Behinderungen können zwischen 384 und 2.840 Euro abgesetzt werden. Hilflosen, blinden und taubblinden Menschen, die im Schwerbehindertenausweis ein "H" oder "Bl" eingetragen haben, steht ab 2021 ein Pauschbetrag von 7.400 Euro zu.

Wer einen Grad der Behinderung von mindestens 80 Prozent hat oder 70 Prozent und ein "G" für "gehbehindert" haben, dürfen unvermeidliche Fahrten von der Steuer absetzen. Dazu zählen Fahrten zum Arzt oder zu Behörden, zur Therapie oder Reha. Bis zu 3.000 Kilometer dürfen im Jahr ohne Einzelnachweis abgesetzt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 20. April 2021 | 11:05 Uhr