Finanzen im Griff In drei Schritten: Geld einsparen trotz knapper Kasse

Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip
Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip Bildrechte: Finanztip

Die meisten Menschen denken beim Wort "Sparen" sofort an Verzicht und Verlust. Dabei kann es durchaus Freude machen, wenn wir bei einem Finanzcheck überflüssige Ausgaben entlarven und dadurch wieder flüssiger werden. Bei Gelddingen handeln wir viel stärker aus dem Bauch heraus als mit dem Verstand. Deshalb sollte jeder regelmäßig Kassensturz machen, um sich selbst auf die Schliche zu kommen. Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen erklärt, wie genau das geht.

Ein älterer Mann hält eine Spardose.
Geld einsparen kann Sorgen verringern und sogar Freude machen – mit diesen Tipps vom Finanzexperten. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Wenn am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist, ist guter Rat oft teuer und scheinbar nicht bezahlbar. Aber eigentlich gibt es für viele Menschen eine einfache Strategie, aus der Misere herauszukommen.

Diese drei Schritte helfen wirklich Schritt 1: Alle nicht existenziell notwendigen Ausgaben streichen.

Schritt 2: Die laufenden Einnahmen aus dem Job erhöhen und mit staatlichen Hilfen aufstocken.

Schritt 3: Alle regelmäßigen Verträge auf Einsparpotentiale überprüfen und generell jedes Mal, wenn ein Schritt gelungen ist, sich für die erfolgreiche Arbeit belohnen.

Der Weg zu soliden Finanzen ist ein Langstreckenlauf. Aber wenn Sie sich regelmäßig belohnen, hat das den Vorteil, dass Sie länger durchhalten – auch wenn es sich nur um eine Kleinigkeit handelt.

Schritt 1: Nicht-existenzielle Ausgaben streichen

"Handyvertrag kündigen" - Eintrag in einem Terminkalender
Wenn Ihnen das Wasser bis zum Hals steht, sollten Sie nicht existenzielle Verträge kündigen, beispielsweise den teuren Handyvertrag. Bildrechte: IMAGO / Steinach

Heute haben viele von uns eine Reihe von Verträgen, die wir online abgeschlossen haben und die wir mit einem Kündigungsbutton oft relativ schnell kündigen können. Wenn Sie richtig tief in der Tinte sitzen, tun Sie das bei allen nicht existenziell notwendigen Verträgen. Nehmen Sie sich Ihre Kontoauszüge der vergangenen drei Monate vor und streichen Sie alles, was nicht existenziell nötig ist. Und wenn Sie weniger Auto gefahren sind, schreiben Sie an Ihren Autoversicherer: Bei weniger Kilometern können Sie einen Teil der Versicherungsprämie zurück bekommen.

Ihre Miete müssen Sie zahlen, aber Verträge mit Streamingdiensten und Fitnessstudios, auch teure Handyverträge, können Sie oft zeitnah kündigen. Sparpläne und Vereinsmitgliedschaften können ruhen. Altersvorsorgeverträge können beitragsfrei gestellt werden. Erreichen Sie jetzt das Monatsende mit Ihren Einnahmen?

Schritt 2: Einnahmen erhöhen

Sprechen Sie mit ihrem Arbeitgeber über Lohnerhöhungen in Zeiten hoher Inflation. Sind die Spielräume klein, gibt es eine Reihe von anderen Wegen, mit denen Ihr Arbeitgeber das Nettoeinkommen ohne hohe Nebenkosten und Verpflichtungen erhöhen kann. Vielleicht bringt auch die Regierung noch vor dem Jahresende die 3.000 Euro Regel des Kanzlers an den Start. So viel kann Ihr Arbeitgeber Ihnen dann außer der Reihe steuer- und sozialabgabenfrei zahlen.

Eine Frau hält ein Bündel Geld.
Arbeitende Senioren bekommen im Dezember 300 Euro Energiegeld. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Auch von staatlicher Seite gibt es Hilfen. Die 300 Euro Energiegeld im September sollten schon angekommen sein. Als arbeitende Rentnerin bzw. Rentner bekommen Sie im Dezember noch einmal 300 Euro von der Rentenkasse. Haben Sie schon Wohngeld beantragt? Wenn nicht, wird es jetzt höchste Zeit. Im Schnitt zahlen die Behörden den 700.000 Haushalten mit Wohngeld rund 200 Euro im Monat. Doch die Hälfte der Berechtigten stellt keinen Antrag. Ist der Antrag draußen, kochen Sie einmal schön mit Freunden, ist die Bewilligung da, gönnen Sie sich ein gemeinsames Abendessen mit der Familie.

Bringt Sie eine hohe Nachzahlung ins Schlingern? Dafür hat der Staat in Zeiten von Corona zusätzliche Möglichkeiten zur Unterstützung eingeführt, schrieb die taz kürzlich. Sprechen Sie mit dem Amt oder dem zuständigen Jobcenter! Die Hilfe gibt es aber nur im Monat, in dem Sie die Rechnung zahlen müssen.

Schritt 3: Jeden einzelnen Vertrag prüfen

Ein Mann blättert in einem Aktenordner mit Unterlagen, der auf einem Tisch liegt.
Nehmen Sie sich jede Woche einen Vertrag vor. Bildrechte: IMAGO / photothek

Jetzt kommen wir zum etwas entspannteren Teil. Holen Sie den Ordner mit allen Verträgen aus dem Regal. Bis Weihnachten nehmen Sie sich jede Woche einen Vertrag vor. Gelingt es Ihnen, etwas einzusparen, gönnen Sie sich eine Kleinigkeit. Feiern sie jeden einzelnen Erfolg, ob preiswertere Kfz-Versicherung, günstigere Hausratversicherung, Ratenkredit jetzt ohne Restschuldversicherung oder das neu eingerichtete kostenlose Tagesgeldkonto, nachdem Sie ihr Konto aus den roten Zahlen geführt haben. Ein Prozent Zinsen gibt es inzwischen wieder für Ihre eiserne Reserve.

Mein Startpunkt ist die Kfz-Versicherung: Machen Sie alles richtig beim Versicherungsschutz, spart das hunderte Euro an Prämie! Suchen Sie sich dann den richtigen Versicherer, kann das noch einmal 44 Prozent von dem dann noch zu zahlenden Betrag sparen. Kurz gefasst: Für ganz viele von Ihnen sind hier hunderte Euro an Ersparnis drin – jetzt!

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 25. Oktober 2022 | 17:00 Uhr

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