Psyche und Corona Was gegen Angst und Einsamkeit helfen kann

Seit Monaten tragen wir Masken, seit Monaten sind die Kontakte zu Familienmitgliedern, zu Freunden eingeschränkt – und über dem Alltag schwebt die Angst vor dem Coronavirus. Was tun bei Ängsten, Depressionen und täglichen Belastungen? Experte Dr. Thomas Dietz gibt Tipps für den Corona-Alltag.

Ein Mann im Studio 18 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Angst, Stress und Depressionen

Diese Zeiten, die Zeit um und mit Corona, macht vielen Menschen Angst – und die wird zu einem ständigen Begleiter.

Viele fürchten, an Covid-19 zu erkranken, jemanden anzustecken oder entwickeln Ängste, wie ihr Leben weitergeht. Dabei können Ängste verschiedene Gesichter haben: Depressionen, Schlafstörungen, Suchtverhalten und Panikattacken.

Angst ist ein Grundgefühl, das jeder Mensch kennt. Durch Angst, wird man auf mögliche Gefahren hingewiesen und erhöht die Bereitschaft, auf diese zu reagieren, zum Beispiel durch Flucht oder Kampf.

Doch Ängste können zu Depressionen und anderen psychische Belastungen führen und so die Lebensqualität stark einschränken.

Tipps, um besser durch die Corona-Zeit zu kommen

  • Regelmäßige Tagesstruktur

Auch wenn Sie zu Hause arbeiten, achten Sie auf einen regelmäßigen Tagesablauf. Stehen Sie zur gewohnten Zeit auf, gehen Sie zur normalen Zeit schlafen, essen Sie regelmäßig und strukturieren Sie sich die Zeiten für Arbeit, Familie, Haushalt und Freizeit!

  • Pflegen Sie soziale Kontakte

Telefonieren Sie mit Freunden oder Verwandten oder verabreden Sie sich mit ihnen zum Videochat.

  • Bleiben Sie aktiv

Wenn es Ihre Zeit tagsüber erlaubt, gehen Sie nach draußen, gehen Sie an der frischen Luft spazieren oder treiben Sie Sport – das geht auch alleine. Bewegung hilft nachweislich bei depressiver Stimmung!

  • Auch genießen können

Integrieren Sie angenehme Tätigkeiten in Ihren Alltag, die Ihnen gute Laune machen, Auftrieb geben und positive Erlebnisse schenken. (z.B. Lesen, Musik, Spiele, ein wohltuendes Bad, Yoga, gesunde Ernährung, Meditation, einen guten Film schauen).

  • Schlaf

Sie fühlen sich kraftlos und erschöpft? Möchten sich am liebsten den ganzen Tag ins Bett zurückziehen? Das hört sich nicht gut an. Das kann zu einer Zunahme von depressiven Symptomen führen. Bleiben Sie aktiv und gehen Sie, wenn es geht, zu gewohnten Zeiten ins Bett. 

Hier finden Sie Hilfe

Reichen die Maßnahmen nicht aus, sollten Sie sich Hilfe suchen. Der erste Ansprechpartner ist meistens Ihr Hausarzt, der Sie nach einer körperlichen Abklärung zu einem niedergelassenen Psychiater oder psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten überweist.

Auch eine Selbsthilfegruppe, die meistens auch per Telefon erreichbar sind, kann unterstützen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Angst und Sorgen zu zeigen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Deutschlandweit

  • Wenn Sie in einer belastenden Lebenssituation sind und dringend Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge: Tel.: 0800 / 11 10 111, Tel.: 0800 / 11 10 222, Rund um die Uhr – kostenfrei, www.telefonseelsorge.de; telefonseelsorge@diakonie.de
  • Hilfe bei einer Suchterkrankung bekommen Sie rund um die Uhr bei der Sucht- und Drogenhotline (kostenpflichtig): Telefon: 01806 313031
  • Das Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe bietet Informationen und Hilfe zu Depressionen: 0800 33 44 533 (kostenfrei, Mo, Di, Do: 13 bis 17 Uhr; Mi, Fr: 08:30 bis 12:30 Uhr)
  • Kinder- und Jugendtelefon, Tel. 0800 / 11 10 333, Mo - Sa 14:00 - 20:00 Uhr – kostenfrei, www.nummergegenkummer.de
  • Terminservicestelle der KASSENÄRZTLICHEN Vereinigung (KV) Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen  ist  unter der Rufnummer 116117 erreichbar

Sachsen 

  • Telefon des Vertrauens Dresden, (tgl. 17:00 - 23:00) (0351) 804 16 16
  • Kinder- und Jugend-Notdienst 01219 Dresden, R.-Bergander-Ring 43, Tel. 0351 275 40 04
  • Psychosozialer Krisendienst, Ostra-Allee 9, 01067 Dresden, Telefon: 0351/ 0351 4885341, Montag bis Donnerstag 8.00 –12.00 und 13.00 –17.00 Uhr Freitag 8.00 – 14.00 Uhr
  • Klinikum Dresden, Psychiatrische Klinik, Betreuungsstelle für Suizidgefährdete, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, Tel.: 0351/ 458 31 11/2797, Fax: 0351/ 458 53 16
  • Kriseninterventionszentrum für Angst- und Panikstörungen Leipzig, Tel. 0341 864-1110, -1112, Mo-Fr: 08:00-16:00 Uhr
  • KRISENINTERVENTIONSZENTRUM Chemnitz, Öffnungszeiten rund um die Uhr, Clausstr. 31, 09126 Chemnitz, Tel.: 0371 – 538 538 5
  • Sozialpsychiatrischer Dienst Chemnitz, Am Rathaus 8, 09111 Chemnitz, Tel.: 0371 – 488-5376, -5378, -5379, -5868, -5373, -5370, Mo bis Fr 9-12, Mo und Mi 13:30-16 Uhr, Di und Do 13:30-18 Uhr

Thüringen

  • Sozialpsychiatrischer Dienst, Juri-Gagarin-Ring 150, 99084 Erfurt, Tel. +49 361 655-4248, Fax +49 361 655-4249, (Mo, Di, Do, Fr: 8:30 – 11:30, Di: 13:30 – 17:30 Uhr)
  • Krisenintervention und Notfallseelsorge Ostthüringen e.V., Weidenstraße 8, 07549 Gera, Telefon: 0365 / 32038
  • Sozialpsychiatrischer Dienst Kontakt: Gesundheitsamt Eisenach Sozialpsychiatrischer Dienst Markt 22 99817 Eisenach, Tel. 03691 / 67 04 60 Fax 03691 / 67 04, E-Mail: gesundheit@wartburgkreis.de 
  • Sozialpsychiatrischer Dienst Gera, Gagarinstr. 68, 07545 Gera, Tel. 0365 8383581, (MO, Di, Mi, Do 9 – 17:00 Uhr, Fr 9-15:00 Uhr )
  • Sozialpsychiatrischer Dienst Kontakt: Stadtverwaltung Jena Gesundheitsamt Sozialpsychiatrischer Dienst Löbdergraben,  27 07743 Jena, Tel. 03641 / 49 31 63 Fax 03641 / 49 31 72, (Mo – Fr 10-12 Uhr, Do 14-16 Uhr)
  • Sozialpsychiatrischer Dienst, Stadtverwaltung Suhl, Gesundheitsamt Friedrich-König-Straße 5, 98527 Suhl, Tel. 03681 / 74 28 27/ 2828
  • Sozialpsychiatrischer Dienst Weimar, Gesundheitsamt, Schwanseestraße 17, Haus I, 99423 Weimar, Tel: 03643 762752 (Sekretariat), 03643 762 783, -784, -786, -788, -970 (Mitarbeiter), Mail: SozialpsychiatrischerDienst@stadtweimar.de

Sachsen-Anhalt

  • Sozialpsychiatrischen Dienstes Stadt Magdeburg, Tel. 0391/ 540 6075, Sprechzeiten Mo., Di., Do., Fr. 9:00 - 12:00 Uhr Di. 14.00 - 17:30 Uhr
  • Notfallseelsorge Magdeburg, Freiherr-vom-Stein-Straße 45, 39108 Magdeburg, Tel. 0391 733 12 21
  • Alarmierung des Notfallseelsorge-Teams über die Rettungsleitstelle Magdeburg: 112
  • Kinder- und Jugendnotdienst Magdeburg Gerhard-Hauptmann-Straße 46 a 39108 Magdeburg, Tel. 0391/7310114, FAX: 0391/2589885, E-Mail: info@krisenhilfe-md.de
  • Notfallseelsorge Dessau Georgenstraße 13-15 06842 Dessau Alarmierung des Notfallseelsorge-Teams über die Rettungsleitstelle Dessau: 112


Krisentelefon der Uniklink Tübingen

Das Krisentelefon an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist von Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr unter Tel. 07071 29-62500 erreichbar. Die Telefongespräche sind auf eine Dauer von 20 Minuten beschränkt.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 03. Dezember 2020 | 17:00 Uhr

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