Servicestunde | 31.05.2021 Borreliose - das sollten Sie über Zeckenstiche wissen

Zecken saugen nicht nur Blut. Sie übertragen auch Krankheiten. Bekommen Menschen Borreliose, leiden sie unter den verschiedensten Symptomen. Manche davon bleiben für sehr lange Zeit. Was kann man dann tun? In der Servicestunde von MDR THÜRINGEN am Montag ab 11 Uhr beantworten zwei Expertinnen Hörerfragen dazu. Rufen Sie an! Tel: 0800 218 1616

Zecken lieben Menschen. Haben sie einen erwischt, suchen sie ein gemütliches Plätzchen, an dem sie die Haut anritzen und Blut saugen können. Unangenehm, aber eigentlich kein Problem. Wären da nicht die Krankheiten, die Zecken übertragen können.

FSME und Borreliose - der Unterschied

In Deutschland sind das die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) sowie Borreliose. FSME ist eine Erkrankung, die durch Viren verursacht wird und meist grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen hervorruft. Viele Betroffene entwickeln gar keine Symptome. Allerdings können sich auch Hirnhaut und Rückenmark entzünden. Für Betroffene kann die Krankheit daher lebensbedrohlich werden. Weite Teile Thüringens gehören inzwischen zum FSME-Risikogebiet. Eine Impfung schützt vor der Erkrankung.

Häufiger als an FSME erkranken Menschen an Borreliose. Borrelien sind Bakterien, die im Mitteldarm der Zecke leben. Während die Zecke Blut saugt, können die Bakterien ins Blut des Opfers gelangen. Dort verursachen sie meist erst nach Tagen oder Wochen, manchmal Monaten oder Jahren, Probleme.

Blutsaugende Zecke 21 min
Bildrechte: Imago/blickwinkel

Das können zu Beginn grippeähnliche Symptome sein. Später treten bei einigen Gestochenen Gelenkbeschwerden oder Nervenschmerzen auf. Die gute Nachricht: Es dauert, bis die Borrelien ins Blut gelangen. Wird die Zecke innerhalb von 24 Stunden entfernt, gibt es keine Probleme.

Wanderröte nach Zeckenstich

Der Zeckenbiss ist genau genommen ein Stich. Die Zecke ritzt die Haut an, schafft sich mit ihrem Saugrüssel eine winzige Kuhle, in der Blut und Lymphe zusammenfließen. Gemütlich saugt sie dann über Stunden oder Tage das Gemisch auf. Ob dabei Borrelien oder Viren ins Blut der Gestochenen gelangen, lässt sich nicht sofort sehen. Deshalb sollte die Einstichstelle gut beobachtet werden.

Bild von der Wanderröte nach einem Zeckenbiss
Eine typische Wanderröte. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Am Anfang sieht es aus wie ein Mückenstich. Wurden Borrelien übertragen, entwickelt sich meist eine sogenannte Wanderröte. Um die Einstichstelle wird aus einem kleinen roten Fleck ein immer größerer roter Ring. Die Röte wandert also nach außen. In der Mitte nimmt die Haut wieder ihre ursprüngliche Farbe an. Es kann bis zu einem Monat dauern, bis die Wanderröte zu sehen ist.

Wie gefährlich ist Borreliose?

Eine Borreliose lässt sich besonders im frühen Stadium gut mit Antibiotika behandeln. Wichtig ist deshalb, beim Verdacht beziehungsweise wenn nach einem Zeckenstich eine Wanderröte auftritt, einen Arzt aufzusuchen. Mit der Zeit können die Borrelien verschiedene Organe befallen. Dann schmerzen Gelenke, Herz und Hirn können Schaden nehmen, manchmal sind Gesichtsnerven gelähmt. Die Borreliose ist auch in diesem Stadium noch behandelbar. Allerdings bleiben manchmal auch dauerhaft Schäden.

Zeckenscreening 3 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 06.05.2021 19:00Uhr 02:41 min

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Vor Zecken schützen

Wer sich vor Zecken schützt, schützt sich auch vor FSME und Borreliose. Kleidung mit langen, enganliegenden Ärmeln und Beinen verhindert, dass Zecken einfach an die Haut gelangen. Wer durch Unterholz oder hohes Gras stapft, zieht am besten die Socken über die Hosen.

Auch zeckenabweisende Mittel schrecken die Tiere ab. Trotzdem sind Zeckenstiche nicht komplett zu verhindern. Deshalb heißt es: Gut den gesamten Körper anschauen, Achseln, Kniekehlen sowie die Zonen unter der Brust nicht vergessen. Hat eine Zecke gestochen, kann sie einfach mit einer Pinzette, einer Zeckenzange oder Zeckenkarte herausgezogen werden.

Infos zu den Experten Karola Jessing leitet die Selbsthilfegruppe Borreliose-Betroffener in Erfurt. Dort finden Erkrankte Rat und Unterstützung, die teilweise längerfristig unter den Folgen der Erkrankung leiden.
Dr. med. Dörte Wolf betreut in Ihrer Borreliose-Praxis in Erfurt zahlreiche Patienten und kennt die Vielfalt der Beschwerden und Beeinträchtigungen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/anz

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 31. Mai 2021 | 11:05 Uhr

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