Chatprotokoll Die Corona-Sprechstunde vom 16. April 2020 zum Nachlesen

Im Chat haben Dr. Christian Busch, Pneumologe am Krankenhaus Martha-Maria Halle und Professor Dr. med. Klaus Krüger, Experte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V., Ihre Fragen beantwortet. Hier zum Nachlesen.

  • moderator: 20:45 Uhr beginnt der Chat. Sie können aber bereits Ihre Fragen hier stellen.
  • moderator: So funktioniert es: Ihre Frage erscheint erst mit der Antwort des Experten zusammen im Chat.
  • moderator: Ich begrüße heute als Experten in der Chatrunde:
  • moderator: Professor Dr. med. Klaus Krüger, Experte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
  • moderator: Dr. Christian Busch Fachbereiche Pneumologie und Innere Medizin am Krankenhaus Martha-Maria Halle
  • moderator: In einer Viertelstunde - also 20:45 Uhr - geht es los.
  • moderator: Ich begrüße die Experten!
  • moderator: Und natürlich alle Chatter.
  • moderator: Wir sind gespannt auf Ihre Fragen.
  • Suse: Guten Abend in die Runde. Ich bin 47 Jahre alt und habe seit vielen Jahren monoklonale Gammopathie u. S. Gehöre ich damit zur Risikogruppe? Wie soll ich mich Verhalten?
  • Klaus Krueger: Eine monoklonale Gammopathie u.S. ist zunächst einmal ein Laborbefund, der vor allem von Zeit zu Zeit kontrolliert werden muß. Unmittelbare klinische Folgen ergeben sich daraus nicht, insofern ist auch Ihr generelles Infektionsrisiko allein aufgrund dieses Befundes nicht erhöht.
  • moderator: Es geht los. Ich wünsche allen eine spannende Coronasprechstunde!
  • manja: Kann das Coronavirus Schmerzen in entzündlichen Gelenken verstärken?
  • Klaus Krueger: Jede virale Infektion (also nicht nur Corona, aber dieses auch) kann Gelenkschmerzen als Begleitbefund haben, diese können dann sogar noch ein paar Wochen länger anhalten als der eigentliche Infekt. Meistens wirken Entzündungshemmer wie z.B. Diclofenac gegen diese Schmerzen sehr gut.
  • Nine: Guten Abend, wie schnell reduziert sich das Coronainfektionsrisiko wenn man mit dem Rauchen aufhört? Was kann man zur Stärkung der Lunge sonst machen?
  • Christian Busch: Guten Abend, hört man mit dem Rauchen auf hat das positive Effekte auf verschiedene Organsysteme natürlich auch auf die Lunge. Möglicherweise reduziert sich das Risiko einen schweren Verlauf zu erleiden. Genaue Zahlen gibt es diesbezüglich aber nicht. Lungensport, Bewegung allgemein und gesunde Ernährung tragen sicher zur Stärkung auch der Lunge bei.
  • marcel71: Was halten Sie von den in der Politik so erwarteten Antikörpertests?
  • Klaus Krueger: Die Bedeutung dieser Tests und vor allem auch ihre Zuverlässigkeit ist im Moment noch nicht ganz abzusehen, weil es noch keine Erfahrungen damit gibt. So weiß man z.B. nicht, ob sie auch bei anderen Infektionen positiv ausfallen können (sog. Kreuzreaktion). Wir stehen da also noch am Anfang.
  • marcel71: Für wie effektiv halten Sie den Einsatz von Mundschutzmasken?
  • Klaus Krueger: Mundschutzmasken ist zunächst mal ein allgemeiner Begriff, hinter dem sich ganz unterschiedliche Qualität verbirgt. Masken von vertrauenswürdigen Herstellern (z.B. in Apotheken erhältlich) schützen natürlich nicht hundertprozentig, sind aber viel besser als wenn man gar nichts macht. Solange Sie sich nicht in einer Hochrisikoumgebung befinden (Klinik, Kranker in der Familie) sind sie unbedingt zu befürworten, zumal sie einen auch daran hindern, mit den Händen ins Gesicht zu fassen.
  • Tina: Wie ist es mit PBC? Das ist eine Autoimmunkrankheit. Ist man ohne schweren Verlauf auch Risikopatient?
  • Christian Busch: Prinzipiell ja, das hängt sicher auch davon ab ob eine immunsuppressive Therapie verabreicht wird, ob andere begleitende autoimmunologische Erkrankungen vorliegen und in welchem Stadium der Erkrankung Sie sich befinden.
  • Gabi: Mein Mann hat starken Heuschnupfen. Sollte er momentan auf Nasenspray und Inhalation mit Kortison lieber verzichten?
  • Christian Busch: Nein hier sollte die Behandlung unbedingt fortgeführt werden.
  • Hertha K: Guten Abend, ich habe Dermatomyositis, Asthma, Nebenniereninsuffizienz, Niereninsuffizienz ( voriges Jahr akutes Nierenversagen), mehrere Perikarditen mit Ergüssen hinter mir. Bedeutet es jetzt für mich bis ein Impfstoff zur Verfügung steht am besten immer Zuhause zu bleiben? Der Gedanke wirkt auf mich sehr beängstigend. Danke für Ihre Antwort.
  • Klaus Krueger: Leider gehören Sie mit dieser Konstellation tatsächlich zu einer Hochrisikogruppe und müssen sich deshalb so gut es nur geht schützen. Ob Sie bereit sind für etwas mehr Lebensqualität etwas mehr Risiko einzugehen (z.B. Besuch von Verwandten), können Sie nur selbst entscheiden. Aber wenn Sie sich dafür entscheiden, sollten Sie hochwertige Masken (nicht einfach nur Mundschutz) benutzen - lassen Sie sich online oder in der Apotheke bzw. von Ihrem Arzt diesbezüglich beraten. Alles Gute!
  • daniela: Guten Abend, bei meinem Vater ist vor ca 3 Monaten Rheuma diagnostiziert worden. Sein Hausarzt sagte ihm, dass er aufgrund dieser Krankheit zur Risikogruppe gehört. Ist dem so?
  • Klaus Krueger: Rheuma ist ein sehr allgemeiner Begriff und sagt noch nichts über die genaue Erkrankung. Wenn es eine rheumatoide Arthritis ist, so bedeutet das nur eine geringfügige Risikoerhöhung, wenn die Krankheit gut behandelt und wenig aktiv ist.
  • Health: Hallo, ich bin 24, Erzieherin und Asthmatikerin. Ich arbeite in einer Kita mit 140 Kindergartenkindern. Dementsprechend begegne ich täglich auch sehr vielen Eltern. Wie soll ich mich mit diesen Umständen, wenn Kitas wieder geöffnet werden, verhalten? Enger Körperkontakt ist bei Kleinkindern definitiv nicht zu vermeiden und nach so einer langen Zeit ist der Gesprächsbedarf bei Eltern sehr hoch.
  • Christian Busch: Der Umstand den Sie beschreiben, 140 Kinder, wird in der nächsten Zeit ja nicht eintreten. Um das Infektionsrisiko zu minimieren könnte im Rahmen eines Hygienekonzepts festgelegt werden, daß sowohl Eltern als auch Erzieher Schutzmasken tragen sollten, des Weiteren ist es wichtig auf gute Hygiene bei den Kindern zu achten und festzulegen, daß symptomatische Kinder, die bsw. Fieber oder Husten haben, zu Hause bleiben. Dann kann auch das Risiko für Sie, sich zu infizieren, reduziert werden.
  • Klaus Krueger: Es kommt darauf an, wie aktiv Ihre Erkrankung ist. Bei hoher Aktivität ist das Risiko viel höher als wenn Sie Medikamente nehmen, die diese Aktivität bremsen. Nach Ihrer Schilderung scheint die Aktivität allerdings eher gering, und da wäre auch das Infektionsrisiko nur geringfügig erhöht (ähnlich auch bei Asthma). Die Risiken der rheumatischen Basistherapie sind im übrigen viel geringer als gelegentlich angenommen wird.
  • cora: Ich habe Neurodermitis. Zähle ich damit zur Risikogruppe?
  • Klaus Krueger: Nein - die Neurodermitis erhöht das Infektionsrisiko nicht.
  • Sarah: Hallo. Ich habe Spondylarthritis psoriatica und Kollagenose, zu dem noch allergisches Asthma, bin 36 Jahre. Habe keine Basis - Medikation, also nur bei Bedarf. Bin ich stärker gefährdet, habe letztens gelesen, dass Rheumapatienten mit Medikation eher belastet sind?? Oder reicht Rheuma alleine schon?? Vielen Dank und viele Grüße
  • Klaus Krueger: Es kommt darauf an, wie aktiv Ihre Erkrankung ist. Bei hoher Aktivität ist das Risiko viel höher als wenn Sie Medikamente nehmen, die diese Aktivität bremsen. Nach Ihrer Schilderung scheint die Aktivität allerdings eher gering, und da wäre auch das Infektionsrisiko nur geringfügig erhöht (ähnlich auch bei Asthma). Die Risiken der rheumatischen Basistherapie sind im übrigen viel geringer als gelegentlich angenommen wird.
  • moderator: Ich begrüße alle, die neu dazugestoßen sind.
  • moderator: Wir sind gespannt auf die weiteren Fragen.
  • günter: Gibt es Erkentnisse, wie sich die Menschen am häufigsten mit dem Coronavirus angesteckt haben? Kann man davon ausgehen, dass es eher Bekannte sind, die durch die Enge des Kontakts als Überträger funktioniert haben?
  • Klaus Krueger: Da kann man nur allgemein sagen, die Ansteckung wird umso wahrscheinlicher, je geringer der Abstand ist den Sie zu anderen Menschen halten. Außerdem erhöht sich das Risiko natürlich auch wenn man die empfohlenen hygienischen Schutzmaßnahmen nicht beachtet.
  • cora: Viele bemerken nicht, dass sie am Coronavirus erkrankt waren. Wie gefährlich ist das für Raucher? Oder ist es nicht gefährlicher als vorher, weil die Krankheit so schwach verlief?
  • Christian Busch: Raucher haben ja das Risiko chronische Lungenerkrankungen wie chronische Bronchitis oder COPD zu entwickeln. Liegt eine solche Erkrankung vor erhöht sich wiederum das Risiko einen schwereren Verlauf einer Coronainfektion zu erleiden. Diejenigen die trotz Rauchens einer Coronainfektion überstanden und keinen schweren Verlauf entwickelt haben, können sich sicher glücklich schätzen. Trotzdem mit dem Rauchen aufzuhören ist dennoch nicht verkehrt.
  • Kuna: Mehrere Wellen zu erwarten. Zur Risikogruppe zählend die Frage, wie es mit uns weitergehen wird. Monate und länger nur zuhause sein?
  • Matthias B.: Hallo, ich hatte direkten Kontakt mit einer Person, die 3 Tage später positiv getestet wurde. Vom Gesundheitsamt bin ich nicht kontaktiert worden. Habe ich ein Anrecht, mich testen zu lassen?
  • Klaus Krueger: Ja, in dieser Situation sollten Sie sich testen lassen, und das wird mit Sicherheit auch durchgeführt, wenn Sie diese Situation schildern.
  • rheumapatient: Guten Tag, ich leide an einer undifferenzierten Kollagenose (ohne Immunsupressiva, Leukozyten leicht vermindert).Besteht dadurch ein erhöhtes Risiko? Herzlichen Dank.
  • Klaus Krueger: Das hängt von der Aktivität der Erkrankung ab, wenn die Diagnose nur auf Laborwerten beruht und keine Klinik vorhanden ist, wäre allerhöchstens von einer minimalen Risikoerhöhung auszugehen.
  • Daniel: Guten Abend. Gibt es schon aktuelle Erkenntnisse, ob man nach überstandener Corona-Infektion eine Immunität entwickelt?
  • Christian Busch: Es scheint so zu sein, daß diejenigen die eine Covid- 19 durchgemacht haben durch Ausbildung spezifischer Antikörper Immun sind. Es liegen aber die ersten Berichte aus Südkorea vor, die über mögliche Reinfektionen bei Menschen berichten die Covid-19 bereits hatten. Möglicherweise handelt es sich hier nicht um neue Infektionen sondern um ein eventuelles Wiederaufflammen der ersten Erkrankung. Aktuell geht man davon aus daß nach durchgemachter Erkrankung Immunität besteht.
  • Katrin: Guten Abend. Ich habe Spondylarthritis psoriatica und spritze als Basismedikament Cosentyx. Gehöre ich damit zur Risikogruppe oder bin ich nicht mehr gefährdet als andere Menschen? Ich bin gut eingestellt und gesundheitlich relativ stabil.
  • Klaus Krueger: Sicherlich ist Ihr Risiko für Infektionen generell (also nicht speziell für Corona) etwas höher als bei völlig gesunden Menschen, die kein Medikament einnehmen. Wenn die Krankheit gut kontrolliert ist, dann kann man aber von einer nur sehr geringen Risikoerhöhung ausgehen, das gleiche gilt für die Einnahme von Cosentyx. Weglassen sollte man diese Therapie aus Angst vor Ansteckung auf keinen Fall - wenn Sie einen Schub Ihrer Erkrankung bekommen, ist das die ungünstigste Konstellation.
  • Wolle: Gibt es einen Trick, damit die Brille durch eine Maske nicht beschlägt?
  • Christian Busch: Einen Trick habe ich nicht auf Lager ich selbst versuche die Maske unterhalb des Nasenstegs der Brille an den Nasenrücken fest anzumodellieren. Zum Einen sitz sie dadurch dicht und zum Anderen wird die Brille nicht in Mitleidenschaft gezogen
  • Anuschka: Ich habe nächste Woche einen Termin zur Magenspiegelung, soolte ich den wahrnehmen? Ich gehöre zur Hochrisikogruppe.
  • Klaus Krueger: Es ist kein Grund zu erkennen, warum Sie die Magenspiegelung nicht wahrnehmen sollten, wenn es dafür eine wichtige Indikation gibt. Wenn es nur eine Routineuntersuchung (Verlaufskontrolle o.ä.) ist, kann man sie aber auch noch verschieben, aus dem ganz allgemeinen Grund, daß in der Arztpraxis das Ansteckungsrisiko vielleicht etwas höher ist (das gilt allerdings eher für die Hausarztpraxis als für die des Gastroenterologen).
  • Carmen: Ist eine Sarkoidose eine Vorerkrankung?
  • Klaus Krueger: Die chronische Sarkoidose (nicht die akute Form, die klingt meist nach wenigen Monaten wieder ab) ist eine Systemerkrankung, die auch ein leicht erhöhtes Infektionsrisiko mit sich bringt.
  • Seidenschnabel: Darf ich mir meine zweite Gürtelrose Impfung geben lassen?
  • Klaus Krueger: Die Gürtelrose-Impfung beinhaltet kein erhöhtes Risiko für Ansteckung, insofern würde ich sie geben lassen, wenn Sie die erste einigermaßen gut vertragen haben.
  • Hochbeet : Ich bin Rheuma Patientin und arbeite im Kindergarten. Muss ich besonders vorsichtig sein.
  • Klaus Krueger: Rheumapatientin ist ein sehr allgemeiner Begriff, es kommt auf Ihre genau vorliegende Erkrankung und auch ein wenig auf die eingenommenen Medikamente an. Wenn Sie immunsuppressiva einnehmen ist Ihr Infektionsrisiko und damit auch Ihr Ansteckungsrisiko etwas erhöht, ob das am Arbeitsplatz ein Problem darstellt, muß Ihr Rheumatologe gemeinsam mit dem Betriebsarzt beurteilen.
  • frank: Auf der Insel Riems sind Experimente mit Frettchen durchgeführt worden. Tiere, die sich in mehr als einem Meter entfernten Käfig befanden, haben eine Immunantwort auf Corona entwickelt, ohne sich zu infizieren. Kann es sein, dass inaktive Viren, die wir mit der Luft in uns aufnehmen, zu einer Immunisierung ohne Infektion führen könnten?
  • Christian Busch: Eine Immunantwort ohne Infektion ist kaum vorstellbar. Möglicherweise meinen Sie daß die Tiere nicht erkrankt sind. Wir nehmen ja viele Erreger über die Atemluft auf, die unser Immunsystem bekämpft ohne, daß wir etwas von einer Infektion bemerken. Da man aktuell davon ausgeht, daß nach einer Coronainfektion Immunität besteht, wird es wahrscheinlich auch Menschen geben die ohne zu bemerken, daß eine Coronainfektion bestand, immun geworden sind.
  • Linda: Ich hatte Anfang des Jahres einen Infekt, bei dem Geschmack und Geruch weg waren. Mir ging es körperlich sehr schlecht- trockener Husten,allerdings kein Fieber. Kann es sein, dass ich da schon eine Coronainfektion hatte?
  • Klaus Krueger: Das ist eigentlich die typische Symptomatik der nicht so schweren Corona-Infektion, allerdings können auch andere virale Infektionen eine ähnliche Symptomatik hervorrufen. Ich würde mich an Ihrer Stelle testen lassen.
  • Anuschka: Warum gibt es in Deutschland keine Maskenpflicht?
  • moderator: Das ist eine Frage an die Politik. Wie Maßnahmen beschlossen und umgesetzt werden, können Sie hier nachlesen: https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/kontaktbeschraenkung-kontaktsperre-bundesland-foederalismus-100.html
  • Elli : Guten Abend, ich bin 57Jahre und habe seit 2Jahren eine Mediane Recurens Parese rechts. (nach einer OP aufgetreten) Gehöre ich nun verstärkt zu den Risikopatienten? Gruß Elli
  • Klaus Krueger: Nein.
  • moderator: Liebe Chatter es sind viele Fragen aufgelaufen.
  • moderator: Die jeweilige Frage erscheint dann erst mit der Antwort zusammen im Chat.
  • G.S.: Guten Abend! Mich interessiert nur eine Frage: Warum sieht man in Statistiken nur Zahlen (Erkrankte usw.), jedoch nie ein Verhältnis zwischen Bevölkerung und Erkrankten in %?
  • Klaus Krueger: Es gibt durchaus Statistiken (auch vom Robert Koch-Institut) die die Anzahl der Fälle mit der Einwohnerzahl korrelieren.
  • Janko: Hallo, meine Frage: Kann die Blutgruppe ein Faktor für einen schweren Verlauf darstellen?
  • Klaus Krueger: Nein
  • F-chen: Hallo, ich bin 37, weiblich. Ich habe eine Lungen-Sarkoidose (muss nicht behandelt werden, war ein Zufallsbefund, soll ja oft von alleine wieder ausheilen) und leichtes allergisches Asthma (Frühblüher/ Hausstaub/ Katze). Bisher meide ich sehr viele Kontakte (einkaufen, spazieren), aber irgendwann muss ich ja sicher wieder ins Büro. Wie gefährdet bin ich damit bzgl. eines schweren Verlaufs? Mache mir Sorgen.
  • Klaus Krueger: Wenn überhaupt dann besteht ein sehr gering erhöhtes Risiko. Ich würde streng darauf achten, die hygienischen Vorschriften einzuhalten, das müßte reichen.
  • moderator: Liebe Chatter, bitte keine Adress- oder Emaildaten angeben. Die Fragen werden ausschließlich hier im Chat beantwortet.
  • Inga: Hatte früher leichte Asthma. Habe dann Foster genommen. Seid ich pneumokokken Impfung gemacht habe ,keine Asthma, keine Lungen Entzündung mehr...bin ich trozdem gefährdet?..Danke
  • Klaus Krueger: Da ist eigentlich keine Risikoerhöhung zu erkennen.
  • Zystein : Hallo, mein Sohn (19) hat eine Mitralklappeninzuffizienz und ein AV Block Grad 1. Gehört er damit zu Risikogruppe?
  • Klaus Krueger: Wenn sonst nichts vorliegt, ist daraus keine Risikoerhöhung zu erkennen.
  • Oma-Thunder: Meine Frage: Ich bin 52 Jahre alt, ich habe vor 11Jahren ein Chondromtumor gehabt, wurde entfernt, gehöre ich zur Risikogruppe. Ich bin Kundenbetreuer bei der Bahn und bin voll arbeiten.
  • Klaus Krueger: Das spricht nicht für ein erhöhtes Risiko.
  • Meryem: Hallo guten Abend, ich habe seit 2004 eine Sarkoidose der Lunge. Nehme seit mehreren Jahren kein Cortison mehr. Bin ich dadurch besonders gefährdet
  • Christian Busch: Eigentlich nicht, die Sarkoidoseerkrankung bewirkt keine Verschlechterung des Immunsystems. Allerdings gibt es Verläufe die sehr ausgeprägte zwischengewebliche Lungenveränderungen hervorrufen. Diese Pat. können ein höheres Risiko für einen schwereren Covid-19 Verlauf haben. Ich gehe davon aus, daß sie momentan nicht besonders gefährdet sind, es sei denn, Sie haben durch die Sarkoidose einen Lungenfibrose entwickelt.
  • Jutta: Jutta Ich habe eine Frage an den Rheumatologen gesandt.
  • moderator: Das Interesse ist sehr groß. Die Experten beantworten so viele Fragen wie möglich.
  • F-chen: Vielen Dank an die Experten!!
  • Joerg08349: Unsere Tochter 11 Jahre hat Morbus Crohn und nimmt Azathioprin und Humira. Jetzt bald die Schule wieder losgehen. Wie kann sie sich schützen, vor Allem in den überfüllten Schulbussen. Soll sie zu Hause bleiben? Gibt es Erfahrung mit Patienten mit Immundepressiva und Corona?
  • Klaus Krueger: Die gute Krankheitskontrolle ist für Ihre Tochter das Wichtigste, die unkontrollierte Erkrankung würde nicht nur ihre Lebensqualität massiv reduzieren, sondern beinhaltet auch ein viel größeres Infektionsrisiko als die Medikamente. Außerdem ist in Anbetracht ihres Alters - wenn sie sich denn wirklich anstecken würde - nur eine geringe Symptomatik zu erwarten. Insofern würde ich meinen, daß der Nachteil, wenn man sie aus dem normalen Lebensablauf herausnimmt, zu groß ist.
  • GuNa: In der Sendung wurde gesagt, dass das waschen bei 60 Grad und waschmittel nicht reicht, sondern besser bei 90. Aber das Händewaschen 20 sec soll doch reichen!?
  • moderator: Beim Händewaschen ist auch das Einreiben der Seife an schwer zugänglichen Stellen wichtig. Das lässt sich schwerlich mit einem Waschmaschinenvorgang mit textilen Fasern vergleichen.
  • Wolfgang36: Was sollte "Superfood" in der Sendung?? Wieso spricht niemand über antivirale Hausmittel/Naturmittel?? Bei aller Unsicherheit: positive Wirkungen in Prophylaxe+Therapie sind doch vor allem betreffs Nachhaltigkeit unbedingt beachtenswert!! Und das praktisch ohne Nebenwirkungen!!
  • moderator: Ich gebe den Tipp an die Redaktion weiter.
  • frank: UVC-Licht. Wir empfindlich ist Corona gegen UVC-Licht? Könnte man damit Räume ausleuchten, wenn sich gerade keine Personen darin aufhalten? Könnte man nicht Atemfilter bauen, die mit UVC-Licht die Atemluft sterilisieren?
  • Christian Busch: Ich denke wichtiger sind Händehygiene und Kontaktreduktion. Bei UV Licht muss man sicher in erste Linie darauf achten keine Augenschäden zu erleiden. In China mehren sich Berichte über Menschen die mit Augenschäden nach UV Anwendung in die Kliniken kommen. Somit ist hierbei absolute Vorsicht geboten.
  • moderator: Der Chat neigt sich dem Ende zu. Noch fünf Minuten ...
  • Christa T.: Ich spritze 1x pro Woche Mtx, da bei mir schon vor Jahren eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert wurde. Gehöre ich damit auch zu den Risikogruppen? Ich arbeite im sozialen Bereich. Mich würde aber auch noch interessieren, ob es schon irgendwelche Aussagen gibt, ob sich eine Grippeschutzimpfung und eine Pneumokokkenimpfung in irgendeiner Weise schützend auswirkt, sprich ob es schon Untersuchungen /Zahlen gibt, ob dann ggf. eine Corona-Virusinfektion milder verläuft?
  • Klaus Krueger: Mtx ist, wie man heute weiß, kaum mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden, gute Krankheitskontrolle ist ein wichtiger Schutz gegen Infektion. Grippeschutz und Pneumokokkenimpfung sind unbedingt zu empfehlen, weil sie das Risiko von Mischinfektionen verringern. Ob sie einen milderen Corona-Verlauf bewirken, ist umstritten.
  • moderator: Tipp: Der Chat ist wenige Minuten nach Schluss bereits auf MDR.de zum Nachlesen vorhanden.
  • frank: Kranke Menschen entwickeln häufig einen spezifischen Geruch, dass man man seiner Nase die Erkrankung wahrnehmen kann. Gibt es bei Corona-Infektionen einen solchen spezifischen Geruch?
  • Klaus Krueger: Es ist nichts dergleichen bekannt.
  • Helge: Meine Tochter hat Rheuma;sie ist Ärztin (Psychosomatik) und muss arbeiten. Sie ist z. Z. aufgrund Corona immunsupprimiert. Cortisonabsetzung etc. Ich mache mir große Sorgen um ihre Gesundheit. Wie sehen Sie als Rheumatologie diese Vorgehensweise?
  • Klaus Krueger: Ihre angaben sind nicht ganz klar. Wurde die Medikamente Ihrer Tochter abgesetzt? Das wäre ein schwerer Fehler, denn man weiß daß die unbehandelte bzw. schlecht behandelte erkrankung ein viiel höheres Risiko hat als die Medikamente.
  • moderator: Die Experten beantworten noch je zwei, drei Fragen.
  • moderator: Es lohnt sich, die Antworten auf andere Fragen durchzustöbern. Vielleicht ist die eine oder andere Frage damit auch beantwortet.
  • Ibex: Guten Abend, da der Chat immer so schnell wieder runter springt, kann ich nicht sehen, ob diese Frage schon gestellt wurde. Deshalb frage ich nun: ich habe rheumatoide Arthritis und Morbus Crohn. Ich bekomme regelmäßige Remicade-Infusionen, bin also unter Immunsupressiva. Mein letzter Infusionstermin wurde abgesagt, weil ich dadurch gefährdet wäre. Bin ich das nicht sowieso immer? Ändert es etwas, wenn die regelmäßige Behandlung ausgesetzt wird?
  • Klaus Krueger: Natürlich hat man mit immunsuppressiva ein etwas höheres Risiko als ohne. Das Risko der schlecht kontrollierten Grunderkrankung ist allerdings viel höher. Insofern sollten man Versuche mit Pausieren oder Verlängern der Intervalle nur machen, wenn Sie ganz stabil in Remission sind, sonst kann es gefährlich werden.
  • Heidi: Vielen Dank für die interessanten Fragen und Antworten!
  • corona: Eine Frage zur Herdenimmunität. Gibt es irgendeine Viruserkrankung, bei der Herdenimmunität _ohne_ Vakzinierung erreicht wurde?
  • Christian Busch: Ein Beispiel für solch einen Erreger den Sie meinen wäre RSV (Respiratory Synzytial Virus) Dies ist ein sehr häufiger Erreger von Atemwegsinfektionen im Kindesalter aber auch im Erwachsenenalter.
  • Andreasall: habe rheumatoide Arthritis und werde mit Metex und Quencil behandelt, habe ich ein erhöhtes Risiko?
  • Klaus Krueger: Bei guter Krankheitskontrolle nicht.
  • Gerd: Besteht bei einer chronischen Darmentzündung ein erhöhtes Risiko
  • Klaus Krueger: Nur wenn die Krankheit hochaktiv ist.
  • Sissi: Habe ich mit Hashimoto und Heuschnupfen ein erhöhtes Risiko?
  • Klaus Krueger: Nein
  • moderator: Ich bedanke mich bei den Experten, die einen Berg an Fragen gestellt bekommen haben und eifrig getippt haben.
  • moderator: Und ich bedanke mich natürlich bei allen Chattern für das große Interesse.
  • Wintermama: Hallo, ich hatte vor 20 Jahren nach einem Kaiserschnitt eine Lungenembolie aufgrund einer unbemerkten Thrombose in der Schwangerschaft. Zähle Ich damit als Risikopatientin?
  • Christian Busch: Nein. Die LE war wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem Kaiserschnitt. Falls Sie keinen Lungenhochdruck entwickelt haben und sich gesund fühlen haben Sie kein höheres Risiko.
  • moderator: Das Chatprotokoll zum Nachlesen steht gleich auf MDR.de zur Verfügung.
  • susi: Hallo hab einen systemischen Lupus. Nehme als Medikamente Azathioprin. Quensyl., Prednisolon und Valsartan. Zähle ich zur Risikogruppe.?
  • Klaus Krueger: Das Risiko ist durch die Grunderkrankung und die Medikamente etwas erhöht - wenn die Krankheitsaktivität durch die Therapie gut kontrolliert ist, stellt das aber einen wichtigen Schutzfaktor dar - auf keinen Fall absetzen!
  • moderator: Dann wünsche ich allen noch einen schönen Abend.
  • moderator: Bleiben Sie gesund!
  • rheumapatient: Vielen Dank für die schnelle Antwort. Stellt allergisches Asthma ein erhöhtes Risiko dar? Sollte man auf Cortison (Junik) besser verzichten?
  • Klaus Krueger: Nein, wenn Asthma durch den Spray gut kontrolliert ist, dann ist das wichtiger als die minimale Risikoerhöhung!
  • anna199: Wie genau ist denn der Nasen- Rachenabstrich, wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist? Kann es sein, dass sich das Virus tief in der Lunge festsetzt, sodass es nur über ein CT oder Sekret durch eine Bronchoskopie nachweisbar ist?
  • Christian Busch: Man geht davon aus, daß bei Infektion der Erreger im Abstrich nachweisbar ist. Somit ist eine Infektion bei negativem Abstrich auch unwahrscheinlich.
  • moderator: Zum Abschluss noch einmal vielen Dank an die Experten!
  • Mirli: Ich habe vor 6 Jahren einen plötzlichen Herztod überlebt. Soll morgen zur Blutabnahme zum Hausarzt. Was muss ich beachten. Möchte eigentlich nicht gehen.
  • Christian Busch: Sie sollten diese geplante Kontrolle unbedingt wahrnehmen. Falls Sie eine Schutzmaske haben sollten Sie diese anlegen. Ihr Arzt wird sicher dafür gesorgt haben, daß möglichst wenige Pat. gleichzeitig im Wartezimmer sitzen und somit nur wenige Kontakte stattfinden.
  • moderator: Die Zeit ist wieder gerast.
  • moderator: Bleiben Sie gesund!
  • Blume: Gibt es bereits Erkenntnisse darüber, ob bleibende Lungenschädigungen eine Covid19 Erkrankung nach sich ziehen wird?
  • Christian Busch: Es scheint Pat. zu geben, bei denen zwischengewebliche Lungenveränderungen bestehen bleiben. Wir haben derzeit 2 Pat. in unserer Klinik, die solch einen Verlauf haben.
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    Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 16. April 2020 | 21:00 Uhr

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