Coronavirus-Pandemie Wie man einen Impftermin bekommt

Ein Corona-Impfstoff ist zugelassen und die Impfzentren sind eingerichtet. In ganz Deutschland werden nun besonders gefährdete Menschen geimpft. Dazu gehören Pflegekräfte in ambulanten Einrichtungen oder auch Pflegeheimbewohner. Höchste Priorität haben über 80-Jährige. Doch wie kommen über 80-Jährige, die nicht in Pflegeheimen wohnen, zu ihren Impfungen?

Eine Seniorin bekommt eine Impfung
Im Moment impfen mobile Teams Pflegekräfte und Bewohner in Pflegeheimen. Die Impfzentren öffnen erst Mitte Januar. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Wer über 80 Jahre alt ist, aber nicht in einem Alten- oder Pflegeheim wohnt, der muss noch eine Weile auf seine Impfung gegen das Coronavirus warten. Die Impfzentren sind zwar bundesweit aufgebaut. Doch erst im Laufe des Januars werden sie wohl die Arbeit aufnehmen können.

Anmeldung noch nicht überall möglich

In Sachsen bitten schon jetzt viele Bürger um einen Impftermin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), das für die Impfzentren verantwortlich ist. Doch das wird frühestens mit der Öffnung der Impfzentren Mitte Januar möglich.

Ganz will sich Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping aber nicht festlegen: "Wir gehen heute vom 11. Januar aus. Ich will den Termin aber nicht zu 100 Prozent bestätigen. Weil immer wieder was dazwischen kommen kann. Das heißt, ich muss wieder um etwas Geduld bitten, welche Personengruppen sich nun tatsächlich impfen lassen können. Derzeit ist eine Anmeldung noch nicht möglich."

Erste Impfdosen für Pflegeheime und Kliniken

Bislang ist in Sachsen gerade mal ein Zehntel der benötigten Impfdosen eingetroffen, um allein die erste Gruppe zu behandeln. Ganz ähnlich sieht die Lage in Thüringen und Sachsen-Anhalt aus. Auch hier werden die ersten Impfdosen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern verteilt.

Impfzentrum in Halberstadt
Noch hat das Impfzentrum in Halberstadt nicht geöffnet. Bildrechte: MDR/Olga Patlan

Genau wie in Sachsen ist es Impfberechtigten in Sachsen-Anhalt derzeit nicht möglich, sich einen Termin in einem Impfzentrum zu holen. Auch hier wird der 11. Januar angestrebt, um die Impfzentren zu öffnen, erklärt Beate Bröcker, Staatssekretärin im Sozialministerium in Sachsen-Anhalt: "Wir kriegen dann pro Woche 19.500 Dosen, so dass dann auch mehr geimpft werden kann. Dann werden wir mit den Impfzentren vereinbaren, dass (...) zunächst mal die Impfzentren in Betrieb genommen werden und dann die ersten Termine über die Telefonnummer 116117 in einem begrenzten Umfang vergeben werden. So wie Impfstoff verfügbar ist."

Thüringen startet mit Online-Terminvergabe

Einige Kommunen in Thüringen und Sachsen-Anhalt wollen Impfberechtigte auch direkt anschreiben und auf das Impfangebot hinweisen. In Thüringen können ab dem 30. Dezember Termine online vereinbart werden. Dazu wurde das Portal impfen-thueringen.de freigeschaltet. Ab dem 4. Januar wird eine Terminvergabe auch telefonisch möglich sein.

Die ersten Impfungen wird es dann ab dem 13. Januar geben. Allerdings dürfte es am Anfang noch zu Wartezeiten kommen, meint Frank Schenker, Sprecher im Thüringer Sozial- und Gesundheitsministerium: "Wir können erstmal rund 10.000 Personen pro Woche impfen. Insofern wird sicher am Anfang die Nachfrage das Angebot übersteigen."

Lösung auch für Ältere in häuslicher Pflege

Schwierig bleibt die Situation von älteren Impfberechtigten, die zu Hause gepflegt werden und nicht einfach in ein Impfzentrum gebracht werden können. Aufgrund der aufwendigen Handhabung des aktuellen Impfstoffs können diese nicht zu Hause geimpft werden.

Für diese Fälle gibt es aber eine andere Lösung erklärt Schenker: "Was sich das Bundesgesundheitsministerium diesbezüglich überlegt hat, ist, dass die pflegenden Angehörigen in der zweiten Kategorie bei den Impfungen sind. Das heißt in der zweithöchsten Prioritätsstufe." Dadurch kann durch die geimpften Angehörigen ein indirekter Schutz für die Pflegebedürftigen entstehen.

Darüber hinaus hoffen die Landesregierungen in Sachsen und Thüringen auf einen neuen Impfstoff, der auch vom Hausarzt verabreicht werden könnte. Von allen Impfwilligen ist im Moment vor allem Geduld gefragt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Dezember 2020 | 06:06 Uhr

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