Infektionskrankheiten Grippe oder Erkältung? Das sind die Unterschiede

Abstand und Maske - kennen wir alle im Kampf gegen Corona. Doch auch andere Krankheiten wie grippale Infekte, Halsschmerzen und die Grippe können ansteckend sein - vor allem dann, wenn das Immunsystem nicht stark genug ist.
Können Infektionen, die im Herbst und Winter wieder auftreten, uns besonders hart treffen? Ist eine Grippeschutzimpfung jetzt sinnvoll? Oder ist das Immunsystem damit dann völlig überfordert?
Unser Experte Dr. Dietz weiß Rat.

Unterschied zwischen Grippe und Erkältung

Die echte Grippe (Influenza) ist keine einfache Erkältung, sondern eine schwere Erkrankung. Hierzulande sterben - je nach Schwere der Grippewelle - jedes Jahr mehrere Hundert bis über 20.000 Menschen daran.
Die Grippe hat ganz typische Symptome:

  • akute Gliederschmerzen
  • Hustenreiz
  • hohes Fieber über 38,5 °C
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • starkes Krankheitsgefühl innerhalb von Minuten

Diese Influenza -Erkrankung dauert länger als eine Erkältunge oder ein anderer Virusinfekt. Sie können von drei bis sechs Wochen ausgehen, in denen Sie krank sind. An den Folgen laboriert man noch bis zu einem halben Jahr. Dauerhafte Folgen am Herzen und in den Atemwegen sind beim Vollbild der Grippe häufig und können zu chronischem Kranksein führen.

Bei einigen Patienten verläuft die Grippe milder. Aber selbst dann dauert die Erkrankung fünf bis sieben Tage. Ein Drittel erkrankt zwar nicht, kann aber andere Menschen mit der Grippe anstecken.

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Die Grippeimpfung bietet die beste Möglichkeit, sich und andere gegen Grippe zu schützen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt besonders denjenigen Personengruppen eine Grippeimpfung, die im Erkrankungsfall ein hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben, z.B. Menschen ab 60 Jahren, medizinisches Personal, chronisch Kranke.

Die Grippeimpfung schützt nur vor Grippeviren und nicht generell vor anderen Erkältungskrankheiten oder einer Erkrankung an COVID-19.

Oder doch eine Erkältung?

Husten, Schnupfen und Kratzen im Hals sind die typischen Symptome dafür. Der Körper wird durch Krankheitserreger geschwächt und Betroffene fühlen sich schlapp und müde.  
Vorsorge für das Immunsystem wird immer wichtiger.

Die Erkältung hat folgende Symptome:

  • langsamer Beginn mit Kribbeln in der Nase, Niesen
  • wässrigem Schupfen
  • der später fest und gelbgrün werden kann
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • trockener Husten
  • später mit Auswurf
  • Temperatur unter 38°C
  • nach 5-7 Tagen übergehend in eine Bronchitis
  • Nebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung

Was ist ein "grippaler Infekt"?

Ein "grippaler Infekt" ist ein anderer Begriff für eine Erkältung, die durch eine Infektion entstanden ist.

Symptome sind:

  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Schlappheit
  • Husten
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Gliederreißen

Der Verlauf ist kürzer, wenn auch grippeähnlich. Betroffene fühlen sich weniger krank als bei der Grippe. Auch ist die Erholungszeit nach überstandenem Infekt kürzer.

Bekommen wir häufiger im Winter einen Schnupfen?

Ja, es liegt u.a. daran, dass zu dieser Jahreszeit mehr Mikroben in der Luft sind, weniger Licht zur Verfügung steht und der Körper angestrengter arbeiten muss, wegen der Temperaturdifferenzen und der trockenen Heizungsluft.
Auch halten wir uns öfter mit anderen Menschen in enger räumlicher Nähe in geschlossenen Räumen auf. Dabei können die Viren schneller wandern.

Besonders wichtig ist es jetzt, sich vor Ansteckung zu schützen. Ganz wichtig dabei:  häufiges Händewaschen.

Einfache Tipps, um vorzubeugen:

  • eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, damit dem Körper alle lebensnotwendigen Vitamine und Mineralstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stehen
  • ausreichend trinken: besonders geeignet sind Teesorten wie Ingwer-, Holunder- oder Lindenblütentee, die das Immunsystem anregen
  • Warm-kalte Wechselduschen beleben und aktivieren das Immunsystem – aber nur, wenn man noch nicht erkältet ist
  • den Temperaturen angemessene Kleidung tragen
  • viel an der frischen Luft bewegen, Sport steigert die Immunabwehr
  • ausreichend Schlaf
  • Stress, trockene Heizungsluft und Durchzug vermeiden, immer gut lüften.

Was tun, wenn es einen doch erwischt hat?

Eine Tasse Kräutertee mit Thymianstengeln
Kräutertee hilft bei Erkältungen und Grippe Bildrechte: colourbox

  • viel trinken, um Schleim zu lösen, z.B. Kräutertees mit Thymian oder Salbei
  • Inhalation mit heißem Wasserdampf fördert die Durchblutung der Schleimhäute, auch ein heißes Bad mit ätherischen Ölen trägt zur Entspannung bei und befreit die Atemwege
  • um trockene Heizungsluft zu vermeiden, die die Schleimhäute austrocknet, eine Schale mit Wasser und einem Tropfen ätherisches Öl auf die Heizkörper stellen
  • Spaziergänge an der frischen Luft (nicht bei Fieber)
  • lauwarme Wadenwickel helfen gegen das Fieber
  • Stress vermeiden, damit der Körper Kraft hat, gegen die Viren zu kämpfen
  • Brustwickel, z.B. aus heißen, gestampften Kartoffeln, lindern den Husten
  • hilft auch bei Husten: eine Zwiebel in Würfel schneiden, mit Kandiszucker bei schwacher Hitze aufkochen, eine Weile stehen lassen, den Sud durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter sieben und dann löffelweise einnehmen
  • Hühnersuppe stärkt die körpereigene Abwehr

Warum hilft gerade Hühnersuppe so gut gegen Erkältung?

Hühnersuppe blockiert im Organismus bestimmte weiße Blutkörperchen, so genannte Neutrophile, die für Entzündungsprozesse mitverantwortlich sind und bei Virusinfektionen, so auch bei grippalen Infekten, in großen Mengen freigesetzt werden. Das brachten Studien der Universität von Nebraska zutage.

Und auch das ist belegt: In Hühnersuppe steckt der Eiweißstoff Cystein. Der wirkt entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute. Zusätzlich enthält Hühnersuppe beträchtliche Mengen des Mineralstoffs Zink, das gebunden ist an den Eiweißbaustein Histidin. Durch diese Kombination soll das bei Infekten hilfreiche Zink im Körper besonders gut aufgenommen werden.

Rezept für eine Hühnersuppe mit Reis für 6 Personen:

Zutaten:

  • 1 Suppenhuhn
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Suppengrün
  • 2 EL Petersilie
  • 2 Tassen Reis
  • 3 TL Instant-Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer
  • 3 l Wasser

Hühner Nudelsuppe mit Karotten und Petersilie
Bildrechte: Colourbox.de

Zubereitung:
Das Wasser in einen großen Suppentopf geben und mit etwas Salz zum Kochen bringen. Das Huhn ohne Innereien in den Topf geben und etwas Pfeffer hinzufügen. Es sollte etwa 1 ½ Stunden bei geringer Hitze köcheln. In der Zwischenzeit das Suppengrün waschen, die Zwiebel putzen und alles klein schneiden.
Das Huhn herausnehmen und beiseitestellen. Das geschnittene Gemüse und den Reis in den Topf geben und mit Gemüsebrühe abschmecken. Nach etwa 20 Minuten sind Reis und Gemüse gar.
Inzwischen das Hühnerfleisch von Knochen und Haut befreien und die mundgerechten Stücken in die Suppe geben. Alles zusammen kurz aufkochen lassen. Vor dem Servieren mit etwas Petersilie bestreuen.

Wer die entzündungshemmende Wirkung der Hühnersuppe noch steigern will, kann je nach Geschmack ein Stück Ingwerwurzel oder etwas Chili mitkochen.

Bleiben Sie gesund!

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 22. September 2022 | 17:00 Uhr

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