Atemwegsinfektionen Erkrankungen durch RS-Viren bei Kindern: Tipps für Eltern

Immer mehr Kinder erkranken an RS-Viren und müssen sogar im Krankenhaus behandelt werden. Mediziner schlagen Alarm, weil die Kliniken überlastet sind. Der Leipziger Kinderarzt Dr. Borte erklärt, worauf Eltern achten sollten und wie die Atemwegserkrankung behandelt wird.

Mutter und Vater liegen mit Kind im Bett, Mutter hat besorgt Hand auf Stirn des Kindes, Kind hustet, Vater blickt besorgt auf Fieberthermometer
Wenn die Erkältungssymptome durch Atemnot begleitet werden, sollte unbedingt sofort ein Arzt aufgesucht werden. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Wegen RS-Virus: Kinderbetten in Kliniken völlig überlastet

Die Zahl der Atemwegsinfektionen mit dem RS-Virus steigt seit Wochen stetig. Besonders betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder im Alter bis vier Jahren. "RSV-Infektionen führen insbesondere bei Kleinkindern vermehrt zu Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen", erklärte das RKI bereits im Wochenbericht vom 24. November. RS-Virusinfektionen betreffen die Atemwege – Kinder leiden dann oft unter starkem Husten und Luftnot und müssen dann im Aktufall beatmet werden.

Mediziner in unterschiedlichen Bundesländern warnen auch vor "Katastrophenzuständen", weil die Kinderbetten in Kliniken völlig überastet seien. "Es ist keine Kurve mehr, sondern die Werte gehen senkrecht nach oben", äußerte sich beispielsweise Florian Hoffmann, Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) gegenüber der dpa.

Das bestätigte auch Dr. Stephan Borte vom Klinikum St. Georg in Leipzig in der letzten Novemberwoche gegenüber "Hauptsache Gesund". Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Leiter der Labormedizin am Klinikum gab an, dass die Kinderstation des St. Georg extrem stark belegt sei. Seit Mitte November habe es dort einen deutlichen Anstieg an Nachweisen und auch stationären Aufnahmen aufgrund des RS-Virus gegeben.

Dr. Stephan Borte
Dr. Stephan Borte ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum St. Georg in Leipzig. Bildrechte: Klinikum St. Georg

Worauf sollten Eltern achten? – Tipps von Kindermediziner Dr. Borte

Was können Eltern tun, um ihre Kinder zu schützen und wann ist der Gang ins Krankenhaus zwingend notwendig? Dazu führt Dr. Borte gegenüber dem MDR Magazin "Hauptsache Gesund" aus: "Wenn durch die Entzündung im Hals- und Nasenbereich hohes Fieber auftritt, dann sollten Eltern zunächst versuchen, durch ausreichend Flüssigkeitsaufnahmen und fiebersenkende Maßnahmen die Situation zu Hause zu stabilisieren. Auch regelmäßige Inhalationen mit einem Verneblergerät können helfen, hierzu sind aber auch Medikamente sinnvoll die vom Kinderarzt verschrieben werden können."

Besonders wenn die Atemnot der Kinder zu stark wird, ist der Gang zum Kinderarzt oder auch in eine Notfallaufnahme angezeigt. Allerdings ist eine Infektion für Eltern erstmal kein Grund zur Panik. "Atemwegsinfektionen sind im Säuglings- und Kleinkindesalter zunächst kein Grund zur Sorge. Das kindliche Immunsystem lernt auf Krankheitserreger zu reagieren und baut ein für das spätere Leben wichtiges Immungedächtnis auf", so Borte.

Wie werden RS-Viren übertragen?

RSV (Respiratorische Synzytial-Virus) löst akute Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege aus. Es kommt bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen vor. Vor allem für Babys, insbesondere für Frühgeborene und kleine Kinder, ist das RS Virus gefährlich und kann Lungenentzündungen verursachen.

Das RS-Virus wird durch Aerosole übertragen. Durch Niesen, Husten oder lautes Reden werden kleine Tröpfchen mit den Viren in die Luft abgegeben, die andere dann einatmen. Das RSV gelangt über die Nasenschleimhaut oder die Bindehaut des Auges in den Körper des nächsten Wirts.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 02. Dezember 2022 | 19:30 Uhr

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