Vorsicht Gefährliche Sache: Blausäure in Aprikosenkernen

Aprikosenkerne gibt es als Snack zu kaufen. Sie werden als gesundheitsfördernd angepriesen, sollen reich an Mineralien wie Magnesium, Zink und Eisen sowie Aminosäuren sein und werden sogar als Mittel gegen Krebs empfohlen. Diese Wirkung ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Dazu bezeichnen viele Hersteller den giftigen Inhaltsstoff Amygdalin als Vitamin B17. Aber das gibt es überhaupt nicht.

Zu viel Blausäure

Aprikosen
Die Früchte sind ein Genuss. Vor den Aprikosenkernen als Snack wird gewarnt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dr. Georg Schreiber, Abteilungsleiter beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt: "Aprikosenkerne können durch ihren Blausäure-Gehalt eine Gesundheitsgefährdung verursachen. Blausäure beziehungsweise das Salz davon, das Cyanid, ist ein natürliches Toxin, das beim Kauen und während der Verdauung aus den Aprikosenkernen freigesetzt wird und dann beim Menschen eben zu Vergiftungen bis hin zum Tod führen kann".

In der Europäischen Union haben wir einen Höchstgehalt für Blausäure in Aprikosenkernen festgelegt. Nach unseren Untersuchungen überschreiten in 80 Prozent der Fälle Aprikosenkerne diesen Höchstgehalt für Blausäure.

Dr. Georg Schreiber | Abteilungsleiter beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Dieser Wert gilt für die süßen Kerne, die aus Zuchtaprikosen gewonnen werden. Bei den bitteren Kernen aus Wildaprikosen sind die gesundheitlichen Gefahren aufgrund des enthaltenen Amygdalins noch größer. Dr. Georg Schreiber weiß: "In bitteren Aprikosenkernen wurde der Höchstgehalt im Durchschnitt um das 100fache überschritten".

Ähnliches Problem bei Bittermandeln

Das gleiche Problem besteht übrigens auch bei Bittermandeln. "Bei Bittermandeln findet man aber, wenn man die kauft, normalerweise auch den Hinweis auf der Verpackung: "Nur zum Kochen und Backen verwenden oder für Kinder unzugänglich aufbewahren, nicht zum Rohverzehr geeignet". Bittermandeln werden normalerweise auch in kleinen Packungen angeboten, das heißt in 50-Gramm-Packungen. Aprikosenkerne werden dagegen auch in größeren Einheiten verkauft", sagt Dr. Georg Schreiber vom Bundesamt für Verbraucherschutz.

Kinder, Schwangere und stillende Mütter sollten daher auf keinen Fall Aprikosenkerne knabbern. Zwar kann der menschliche Körper geringe Mengen an Amygdalin abbauen, doch schon ein bis zwei Kerne pro Tag gelten nach EU-weiten Risikobewertungen als bedenklich. Treten nach dem Verzehr jedoch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot auf, rufen Sie schnell einen Arzt.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Der Tag | 29. März 2021 | 10:17 Uhr

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