Leckeres aus Beeren Gesund Ernähren mit Früchten der Saison

Erdbeeren enthalten viel Vitamin C mit, aber trotz ihrer Süße kaum Kalorien. Das gilt auch für die vielen anderen Beeren der Saison. Wir verraten, was sie sonst noch so gesund macht. Denn Beeren sind im besten Sinne echte Super-Lebensmittel – auch wenn viele von ihnen streng genommen gar keine Beeren sind. Rezepte gibt es hier natürlich auch.

Beeren liegen in einer Schüssel.
Hier kann bedenkenlos genascht werden: Die süßen Beeren haben wenig Kalorien. Bildrechte: Colourbox.de

Überraschung – was alles eine Beere ist und was nicht

Sie gilt als "Königin der Beeren", doch diesen Titel hat sie sich eigentlich erschummelt. Denn die Erdbeere ist aus botanischer Sicht keine Beere, sondern eine "Sammelnussfrucht". Wer sie näher betrachtet, erkennt den Grund – auf der prallen roten Frucht kleben außen viele kleine Samen. Bei "richtigen Beeren" ist das anders. Denn bei ihnen finden sich die Samen im Inneren der Frucht. Sie sind umschlossen von saftigem Fruchtfleisch, das wiederum von einer Haut umhüllt ist. Deshalb nennt man sie auch "Schließfrüchte". Diesen Aufbau finden wir zum Beispiel bei Heidelbeeren – im Gegensatz zu Erdbeeren sind die tiefblauen Früchte nämlich echte Beeren.

Viele Halloween-Kürbisse liegen hintereinander
Ja, Sie sehen richtig. Der Kürbis ist auch eine Beere. Bildrechte: Daniela Dufft

Himbeeren und Brombeeren wiederum gelten als "Sammelsteinfrüchte", sie tragen ihren Namen also aus wissenschaftlicher Sicht auch zu Unrecht. Statt der Erdbeere müsste eigentlich eine andere Frucht als "Königin der Beeren" gelten. Schon ihrer Größe wegen: Kürbisse nämlich zählen zu den echten Beeren. Sie sind sogenannte "Panzerbeeren", weil ihre Außenhaut hart und ledrig ist. Auch Gurken und Tomaten sind Beeren, ebenso wie Zitronen, Bananen, Datteln, Kiwis oder Avocados.

Wer jetzt verwirrt ist – Rote und Schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Weinbeeren heißen nicht nur so, sie sind tatsächlich Beeren.

Erdbeeren – vitaminreiche Schlankmacher

Mieze Schindler, Senga Sengana, Malwina, Elsanta und, ja, auch Korona – es gibt über 1.000 Erdbeersorten. Allen gemeinsam – sie liefern pro 100 Gramm nur 32 Kilokalorien. Nicht zuletzt ihr hoher Wassergehalt macht sie, was den Energiegehalt angeht, zu echten Leichtgewichten. Zudem bringen sie reichlich Ballaststoffe mit, was die Verdauung fördert. Neben Vitamin C – mehr als bei Zitronen und Orangen! – liefern Erdbeeren Folsäure, Kalzium, Kalium, Zink und Kupfer. Und – viele sekundäre Pflanzenstoffe, die dabei helfen können, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und womöglich sogar Krebs vorzubeugen.

Heidelbeeren – blau macht gesund

Die kleinen, etwas mühsam zu sammelnden Früchte der Heidelbeersträucher heißen je nach Region auch Heubeeren, Bickbeeren oder einfach Wildbeeren. Im Erzgebirge heißen die Früchte Schwarzbeeren, und es gilt: "Wenn sie rot sind, sind sie noch grün". Außerdem heißt es: "In der Schwarzbeerenzeit hat der Arzt keine Leit". Also – wenn die Heidelbeeren reifen, genügt ihr Genuss, um Alltags-Wehwehchen wie Bauchschmerzen oder Verdauungsstörungen zu beheben. Getrocknet helfen sie gegen Durchfall, frisch machen sie den trägen Darm wieder flott.

Bemerkenswert an den Heidelbeeren ist ihr Gehalt an Gerbstoffen und Farbstoffen. So genannte Anthozyane – sie machen die Blaubeeren blau – sollen entzündungshemmend wirken. Blaubeersaft kann offenbar zumindest kurzfristig auch den Blutdruck senken. Die so gesunden Farbstoffe finden sich übrigens in größerer Menge in den wilden Heidelbeeren, die auch blauviolettes Fruchtfleisch haben. Bei den Zuchtsorten ist nur die Außenhaut blau.

Heidelbeeren liegen in einer Schale.
Heidelbeeren sind nocht nicht reif, wenn sie noch rot sind. Bildrechte: Colourbox.de

Brombeeren – Gesundes hinter Stacheln

Klar, in den Gärten wachsen auch stachellose Sorten, aber echte Brombeerfreunde bevorzugen die deutlich aromatischeren Früchte, die zwischen den mit Stacheln bewehrten langen Ranken der klassischen, oft auch wild wuchernden Brombeer-Sträucher reifen. Wer sich durch diesen Verhau kämpft, wird belohnt. Brombeeren liefern neben Vitamin C, verschiedenen B-Vitaminen und reichlich Ballaststoffen auch viele gesundheitswirksame sekundäre Pflanzenstoffe. Wie bei den Heidelbeeren interessieren sich Ernährungsforscher auch bei den Brombeeren vor allem für die Farbstoffe, die Anthocyane. Diese haben vermutlich die Eigenschaft, in unserem Körper so genannte freie Radikale abzufangen und damit unsere Zellen zu schützen. Brombeeren sollen außerdem eine gesunde Gehirnfunktion unterstützen.

Brombeerpflanzung des Bundessortenamtes Wurzen.
Brombeeren sollen auch eine gesunde Gehirnfunktion unterstützen. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Johannisbeeren – sauer und gut

Die Roten, Schwarzen und Weißen Johannisbeeren sind nicht nur miteinander, sondern auch mit den Stachelbeeren eng verwandt. Für viele Ernährungs-Experten sind Johannisbeeren das wertvollste Beerenobst. Vor allem die Schwarze Johannisbeere liefert erstaunlich viel Vitamin C, daneben reichlich Kalium und Eisen. Ihr Saft hilft bei Erkältungen. Auch die Blätter der Johannisbeere werden verwendet, ein Tee daraus wird gegen rheumatische Erkrankungen und Durchfall eingesetzt.

Cranberries – knackige Früchtchen aus Nordamerika

Eigentlich kennen wir die prallen roten Beeren aus Nordamerika, sie wachsen aber auch in Asien und einigen Gegenden Europas. Inzwischen werden sie auch in verschiedenen Gebieten Deutschlands angebaut, etwa in der Lüneburger Heide. Auf Sylt wachsen Cranberry-Sträucher sogar wild und gelten als echte Landplage.

Der Saft aus den "Großfrüchtigen Moosbeeren" (so ihr deutscher Name) galt lange als wirksam gegen Harnwegsinfektionen. Tatsächlich enthält er antientzündliche Wirkstoffe. Zudem wurde vermutet, dass Substanzen aus dem Saft das Anhaften von Erregern an die Innenwand der Harnwege blockieren. Allerdings sind die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zur Wirksamkeit von Cranberry-Saft gegen solche Infektionen widersprüchlich. Immerhin wird den Wirkstoffen aus der Beere zugestanden, Harnwegsinfektionen zumindest vorbeugen zu können.

Cranberries
Cranberries werden als Superfood gehandelt. Experten sind da skeptisch. Bildrechte: imago images/tofino

Aronia (Apfelbeere) – Skepsis bei der Wunderbeere

Die Sträucher, an denen diese Scheinbeere wächst, werden vor allem in Brandenburg und Sachsen kultiviert. Ursprünglich stammt die Aronia wohl aus Nordamerika und kam über einen Umweg über Russland zu uns. Aronia-Früchte gelten als besonders reich an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, vor allem Polyphenolen und Anthozyanen. Roh sind sie allerdings ungenießbar.

Nahrungsergänzungsmittel mit Aronia-Extrakten werden von einigen Anbietern aggressiv beworben, sie sollen für gesunde Blutgefäße sorgen, die Fließeigenschaften des Blutes verbessern, gegen Entzündungen helfen und günstig auf den Fettstoffwechsel wirken. Das alles ist jedoch wissenschaftlich kaum gestützt.

Bei der Behauptung, Aronia-Wirkstoffe würden Krebs vorbeugen, rät der Krebsinformationsdienst zu Skepsis – Ergebnisse, die durch die Untersuchung an Zellkulturen gewonnen wurden, lassen sich nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen. Unstrittig ist jedoch: Aronia-Saft enthält viel Vitamin C, Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe – unserer Gesundheit zuträglich ist er auf jeden Fall.

Tipps zu Tiefkühlware

Tiefgekühlte Beeren sind prinzipiell eine gute Idee. Die Kühlung unmittelbar nach der Ernte sorgt dafür, dass viele der wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Wer die Beeren jedoch direkt aus der Packung zum Beispiel auf ein Müsli oder in einen Smoothie geben möchte, sollte vorsichtig sein. Zumindest sollten die Früchte vor dem Verzehr abgewaschen werden, da immer wieder Pestizid-Rückstände nachgewiesen wurden – wenn auch nicht in Größenordnungen, die unmittelbar gesundheitsgefährdend sind.

Allerdings wurden in der Vergangenheit auch mehrfach Chargen mit Tiefkühl-Beeren zurückgerufen, da es Verunreinigungen mit Noro-Viren gab. Verbraucherschutz-Behörden raten auch wegen möglicher Belastungen mit Hepatitis-A-Viren zu Vorsicht. Sollen besonders empfindliche Menschen wie Kleinkinder, Schwangere, Senioren oder immungeschwächte Personen die Beeren verzehren, sollten diese zuvor auf mindestens 90 Grad Kerntemperatur erhitzt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 03. Juni 2021 | 21:00 Uhr

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