Reich an Vitamin C Alte Obstsorte Mispel: lecker und gesund

Mispeln sind reich an Vitamin C. Die Frucht findet man nur noch selten. Die alte Obstsorte feiert aber langsam und stetig ihr Comeback. Wir verraten, wo es sie noch gibt. Und wir haben ein Rezept für Plätzchen parat.

Die uralte Obstsorte Mispel ist ein echtes Winterobst und braucht tatsächlich Minusgrade um zu reifen. Im Garten des Kloster Michaelstein in Blankenburg im Harz steht noch ein seltenes Exemplar.

Minusgrade zum Reifen

"Sie sehen ein bisschen aus wie Mini-Granatäpfel in braun", sagt Sabine Volk und lacht. Die Leiterin der Schaugärten im Kloster Michaelstein hegt und pflegt noch ein einzelnes Exemplar. Die Mispel ist mittlerweile ein selten gewordener Obstbaum. Es ist die letzte Frucht, die im Jahr reif wird. „Die Früchte brauchen tatsächlich den Frost. Erst mit Minusgraden bekommen Mispeln die Weichheit und die Reifheit, so dass man sie essen kann. Es ist wirklich ein Winterobst“, erklärt die Gartenexpertin.

Mispel
Im Frühjahr ist der Obstbaum mit seinen großen Blüten ein echter Hingucker. Bildrechte: Colourbox.de

Nur weich genießbar

Wenn aus der harten Frucht innen ein braunes, weiches Mus geworden ist, kann man sie essen. Geerntet wird die Mispel ab Anfang November bis in den Januar hinein. Man kann sie roh essen oder zu Mus, Kompott und Marmelade verkochen. "Ich finde, und da geben mir einige Rezeptbücher Recht, die Mispel hat den Geschmack von Pflaume mit Aprikose und – ein bisschen Haselnussaroma", berichtet Sabine Volk, die als Apfelallergikerin keine Probleme mit Mispeln hat. Sind die Mispeln im Spätherbst noch hart, kann man sie einfach zum Nachreifen in den heimischen Frostschrank legen.

Vitaminreich und magenfreundlich

Mispeln enthalten reichlich Vitamin C und Gerbstoffe. Deswegen wurden sie früher auch als Heilmittel gegen Magen-Darmbeschwerden eingesetzt und fehlten in keinem Klostergarten. "Die Mispel gehört zu den zwölf gelisteten Bäumen, die ein Klostergarten zu haben hat", bestätigt Sabine Volk. In der Volksheilkunde wurden Mispeln auch zum Muskelaufbau und gegen Entzündungen der Harnwege eingesetzt.

Vorsicht! Mispeln bitte nicht mit den fast namensgleichen Misteln verwechseln, die man in England traditionell zur Weihnachtszeit über die Haustür hängt. Misteln sind schwach giftig.

Weihnachtsplätzchen mit Mispelfüllung

Für die Kekse verwendet man am besten einen Mürbeteig. Mispeln gibt es heute nur in wenigen Geschäften zu kaufen, vorzugsweise in Bio- und Naturkostläden oder auf Bauernmärkten.

Zutaten für den Teig:

  • 90 g Zucker
  • 200 g Butter oder Margarine
  • 300 g Mehl
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz

Zutaten für die Füllung:

  • 8 bis 10 Mispeln
  • Zucker, nach Bedarf
  • Honig, nach Bedarf

Varianten für den Teig:

  • Schale einer unbehandelten Zitrone
  • 1 Prise Kardamom, Nelke oder Muskatnuss – je nach Geschmack

Zubereitung der Plätzchen:

  • Butter, Zucker und Ei schaumig rühren und Gewürze je nach Geschmack hinzufügen. Das Mehl hinzufügen und zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Eine saubere Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben. Den Teig mit dem Nudelholz ausrollen und Formen ausstechen.
  • Die Plätzchen für ca. zehn Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Umluft backen.

Zubereitung der Füllung:

  • Etwa acht bis zehn Mispeln schälen. Die Früchte samt Kernen in kochendes Zitronenwasser geben.
  • Fünf bis zehn Minuten kochen lassen.
  • Die weichgekochten Früchte durch eine Passiermühle beziehungsweise "Flotte Lotte" drücken.
  • Kerne und Mus werden so voneinander getrennt.
  • Das Mus mit Zucker oder Honig abschmecken und nochmals kurz aufkochen lassen.
  • Anschließend einen kleinen Löffel Mus auf ein abgekühltes Plätzchen geben. Mit einem zweiten zudecken.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 09. Dezember 2021 | 21:00 Uhr

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