Coronavirus oder Grippe? So deuten Sie Husten-Symptome richtig

Husten ist eine ganz normale Reaktion des Körpers: Er will damit Keime-, Schad- oder Fremdstoffe loswerden. Woran erkennt man aber, ob es "nur" ein Husten ist? Wie lässt sich eine Erkältung von einer Grippe oder gar dem Coronavirus unterscheiden? Dr. Thomas Dietz gibt bei MDR um 4 die Antworten.

Husten ist eigentlich ein natürlicher Reflex des Körpers, um Keime, Schad- und Fremdstoffe loszuwerden. Ein Husten kann ganz harmlos sein – aber auch ernst, akut oder chronisch. Bessert er sich nach ein bis zwei Wochen nicht oder kommen noch andere Beschwerden wie Fieber dazu, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Die häufigsten Ursachen für Husten

Die häufigsten Gründe für einen neu aufgetretenen Husten sind eine Infektion der oberen Atemwege oder eine akute Bronchitis mit einer Entzündung als Ursache. 

Typische Begleiterscheinungen eines Hustens:

  • Abgeschlagenheit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • Schmerzen in der Brust

Corona, Grippe oder eine Erkältung?

Die Krankheitszeichen von Covid-19, Grippe und banalen Erkältungen sind sehr ähnlich. Symptome allein reichen deshalb nicht, um sie voneinander zu unterscheiden. Manche sind aber typisch für eine Infektion mit dem Coronavirus.

Typische Symptome von Covid-19

Eine Frau hat Husten und Schnupfen
Covid-Symptome ähneln häufig denen einer Erkältung. Bildrechte: dpa

Erkältung und Grippe von einer Infektion mit dem Coronavirus zu unterscheiden, war auch schon schwierig, bevor die Delta-Variante auftauchte.

Denn: Die Symptome einer Covid-19-Erkrankung unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Häufig ähneln sie einer harmlosen Erkältung. Zu den möglichen Symptomen gehören: Fieber, Husten, Atemnot, starke Müdigkeit, mitunter auch Kopfschmerzen oder Durchfall. Die Symptome verschlimmern sich anfangs oft nur langsam.

Häufig: Fieber und Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Typisch für Covid-19 sind Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Bei Grippe und Erkältungen treten sie normalerweise nicht auf.

Symbolbild Erkältung - Eine Frau liegt schniefend und triefend im Bett.
Wer sich krank fühlt, gehört ins Bett. Bildrechte: Colourbox.de

Viele Corona-Erkrankte bekommen Fieber, wie bei einer Grippe. Doch die Symptome einer Grippe kommen ganz plötzlich. Schlagartig geht es einem sehr schlecht.

Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen können sowohl bei Covid-19 als auch bei Grippe vorkommen, gelegentlich bei einer Erkältung.

Ist der Husten trocken und äußert sich wie eine Art Reizhusten ohne Schleimbildung? Das spricht für Corona.

Symptome einer Grippe

Eine Grippe beginnt oft schlagartig, viele fühlen sich innerhalb einer Stunde schwer krank. Meist tritt hohes Fieber mit mehr als 39 Grad auf. Äußerst starke Glieder-, Muskel- oder Knochenschmerzen sowie eventuell Schnupfen sind als Begleitsymptome möglich. Die Frage, ob man noch zur Arbeit geht oder nicht, stellt sich nicht, weil man zu geschwächt ist.

Nach einer Grippe sollte man sich eine Zeit lang schonen, um Komplikationen wie eine Lungenentzündung zu vermeiden. Der Körper braucht Zeit, um sich von der Infektion zu erholen.

Erkältungen: lästig, aber meist harmlos

Eine Erkältung, beziehungsweise ein grippaler Infekt, verläuft deutlich weniger dramatisch und ist eine einfache Infektion der oberen Atemwege. Ausgelöst werden Infektionen durch etwa 200 verschiedene Viren, die durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen werden. Die Viren vermehren sich in den Schleimhäuten der oberen Atemwege. Nasskaltes "Schmuddelwetter" begünstigt die Verbreitung der Erkältungskrankheiten.

Erkältung: Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Bei einem grippalen Infekt herrscht der Schnupfen vor und man fühlt sich schlapp. Typische weitere Symptome: leichteres Fieber, leichte Gliederschmerzen, Halsschmerzen oder Husten. Viele schleppen sich auch dann noch zur Arbeit. Lieber nicht – da so die Heilung nur verzögert wird und die Kollegen angesteckt werden. Bitte zu Hause auskurieren und viel trinken. Auch Inhalationen, ein warmes Erkältungsbad oder Nasenduschen sowie schleimlösende Präparate lindern die Symptome.

Um nachts gut zu schlafen, für ein gesundes Raumklima sorgen. Durch regelmäßiges Stoßlüften am Tag in Kombination mit dem Aufhängen eines feuchten Handtuches zum Abend, kann man dem Austrocknen der gereizten Schleimhäute effektiv entgegenwirken.

Auch eine erhöhte Schlafposition, z.B. zwei Kopfkissen verwenden, erleichtert das Atmen und sorgt für ein besseres Abfließen des Schleims.   

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 04. November 2021 | 17:00 Uhr

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