Gesundheitsvorsorge und Krebsfrüherkennung Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Frauen erkranken und genesen anders als Männer. Sie sind schneller wieder gesund und sie kümmern sich auch mehr um ihre Gesundheit. Ist das vielleicht ein Grund, warum ihre Lebenserwartung höher ist als die der Männer? Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es speziell für SIE? Welche Krankheiten haben vor allem Frauen? Dr. Thomas Dietz gibt die Antworten zur geschlechtsspezifischen Medizin für Frauen.

Frauen hierzulande leben im Durchschnitt fünf Jahre länger als Männer. Dafür gibt es verschiedene Gründe – einer davon könnte sein: Männer kümmern sich zu wenig um ihre Gesundheit. Frauen dagegen gehen durchschnittlich häufiger zur Vorsorge, essen gesünder, rauchen weniger und trinken weniger Alkohol.

Zahlen belegen außerdem: Frauen gehen häufiger zum Arzt – und sie gehen vor allem frühzeitig, bei den ersten Anzeichen, dass etwas nicht stimmen könnte.

Krankenkassen zahlen regelmäßige Gesundheitschecks

Gesetzlich krankenversicherte Erwachsene haben einen Anspruch auf Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen. Die regelmäßige Gesundheits-Checks und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Wer diese wahrnimmt, kann Punkte für Bonusprogramme sammeln. Die Krankenkassen können zusätzliche Extras übernehmen. Außerdem gibt es Früherkennungsuntersuchungen als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.

Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Vorsorge beginnt schon früh, egal, ob für Männer oder Frauen. Vorsorge beginnt schon in jungen Jahren mit dem Gang zum Zahnarzt oder zum Gynäkologen. Und auch der Impfschutz sollte nicht vergessen werden.

Am besten den Impfpass regelmäßig bei Ihrem Haus- oder Frauenarzt überprüfen lassen, um nichts Wichtiges zu versäumen.

Krebsfrüherkennung: Vorsorge rettet Leben

Immer mehr Menschen in Europa erkranken an Krebs. Das hat eine Studie der Universität Mailand ergeben. Hauptgrund: Die Bevölkerung wächst und wird immer älter. Damit steigt das Risiko an Krebs zu erkranken.

Deshalb ist eine Vorsorge wichtig, denn ein rechtzeitig entdeckter Krebs ist in vielen Fällen heilbar.

Krebsvorsorgeuntersuchungen für Frauen

Krebsvorsorge für Frauen: Diese Untersuchungen gibt es
Alter Untersuchung Krankheit Zeitraum
ab 20 Genitaluntersuchung Gebärmutterhalskrebs jährlich
ab 30 Brustuntersuchung Brustkrebs jährlich
ab 35 Ganzkörperuntersuchung der Haut Hautkrebs alle 2 Jahre
ab 50 Mammographie-Screening Brustkrebs alle 2 Jahre
ab 50 Dickdarm- und Rektum Untersuchung, Test auf verborgenes Blut Darmkrebs jährlich
ab 55 Test auf verborgenes Blut Darmkrebs alle 2 Jahre
ab 55 Darmspiegelung Darmkrebs alle 10 Jahre

Besondere Situation in den Wechseljahren

Bis zu den Wechseljahren haben nur relativ wenige Frauen Bluthochdruck, aber mit der Menopause fällt ihr Hormonschutz weg – die Gefahr für einen Bluthochdruck steigt.

Vor den Wechseljahren verhindert das Hormon Östrogen den erhöhten Blutdruck. Es senkt den Blutdruck und kann Hypertonie, also Bluthochdruck, verhindern.

In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel und gleichzeitig steigt der Testosteron-Spiegel, das männliche Sexualhormon. Das begünstigt, dass hoher Blutdruck bei Frauen verstärkt auftritt und dies im Körper zu Stress führt. Auch Ängste und negativer Stress können in den Wechseljahren dafür sorgen, dass der Blutdruck steigt.

Unterschätzte Gefahr: Bluthochdruck

Wer Bluthochdruck ignoriert, riskiert lebensbedrohliche Krankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenleiden oder auch Sehstörungen.

Deshalb wird empfohlen, dass Frauen ab dem 45. Lebensjahr, auch wenn sie keine akuten Beschwerden haben, ihren Blutdruck zweimal im Jahr beim Hausarzt kontrollieren zu lassen. Oder Sie kontrollieren ihn regelmäßig selbst zu Hause. So können Sie Ihr Herz und den restlichen Körper schützen.

Anzeichen eines Herzinfarktes bei Frauen

Frauen haben oft ganz andere Symptome als die typischen wie Brustenge und ausstrahlende Schmerzen in den rechten Arm – die sind typisch männlich. Bei Frauen kann sich ein Herzinfarkt ganz anders bemerkbar machen.

Symptome: plötzlich auftretende Symptome wie Schmerzen zwischen den Schulterblättern sowie in Hals und Nacken, starke Beschwerden im Kiefer, Kopf- und Oberbauchschmerzen, Schweißausbrüche und Übelkeit.

Leider wissen das zu wenig Frauen und leider werden dieses Symptome auch von Ärztinnen und Ärzten häufig falsch gedeutet. Deshalb kommen im Durchschnitt Frauen mit Herzbeschwerden meistens eine halbe Stunde später ins Krankenhaus als Männer. Gerade in solchen Situationen zählt jede Minute!

In den meisten Fällen ist das Auftreten eines Herzinfarktes entgegen der landläufigen Meinung nicht mit einer Stress-Situation verbunden. Viele Infarkte ereignen sich in Ruhesituationen, Betroffenen erleiden einen Infarkt zu Hause. Angehörige und nahestehende Personen von Infarktgefährdeten sollten sich deshalb unbedingt mit Verhaltensweisen für den Notfall vertraut machen. Warten ist hier immer falsch.

Erste Hilfe: Rettung in Notsituationen

Bis zum Eintreffen des Rettungswagens dauert es hierzulande acht bis zwölf Minuten. Doch was tun, bis der Arzt kommt? Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen - und handeln dann lieber gar nicht.

Doch man kann vor allem nichts dabei falsch machen, nichts tun ist falscher, als wenn man kleine Fehler dabei macht.

In einer Notsituation mit erkrankten Personen müssen die Ersthelfer vor Ort die Rettungskette in Gang setzten.

Keine Atmung? Mit Herzdruckmassage und Beatmung beginnen!

Person auf festem Untergrund auf dem Rücken legen. Den Kopf nach hinten überstrecken, um die Atemwege freizuhalten. Vorhandene Hindernisse im Mundraum (z.B. Prothesen) gegebenenfalls entfernen.

Brustkorb freimachen. Der richtige Druckpunkt befindet sich in der Mitte des Brustkorbes auf dem Brustbein. Dann mit der Herzdruckmassage mit einer Frequenz von 100 pro Minute und einer Drucktiefe von etwa fünf Zentimetern beginnen.

Wer es sich zutraut, kann die Herzdruckmassage mit der Beatmung abwechseln, das heißt 30 Mal drücken, zweimal beatmen, dann wieder 30 Mal drücken, zweimal beatmen. Das Ganze so lange wiederholen, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.

Wiederbelebung in Zeiten von Corona

1. Prüfen:
Die Person schütteln, ansprechen: "Hallo! Können Sie mich hören?" Reaktion?
2. Kontrolle der Atmung:
Hebt und senkt sich der Brustkorb? Atmet der Mensch noch? Nicht zu dicht an den Mund oder die Nase des Patienten gelangen, damit ein mögliches Infektionsrisiko in Corona-Zeiten minimiert wird.
3. Notruf:
112 wählen! 
4. KEINE Mund zu Mund Beatmung machen!
Die auf jeden Fall weglassen!
Stattdessen: Drücken, bis der Not-Arzt kommt! Herzdruckmassage ist das Wichtigste fürs Überleben!
Und zwar so: Einen Handballen in die Mitte des Brustkorbs auf das Brustbein setzen. Die andere Hand darüber. Den Brustkorb mit gestreckten Armen eindrücken. 5 cm tief - Rund 100 Mal Drücken pro Minute. Um sich zu schützen, kann man eine Maske aufsetzen und dem Bewusstlosen ein leichtes Tuch über den Mund legen.
5. Defibrilator:
Wenn ein Defibrillator in der Nähe ist – inzwischen in vielen öffentlichen Gebäuden: Den Betroffenen schocken.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 21. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

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